Nur jede dritte künstliche Befruchtung führt derzeit zu einer erfolgreichen Schwangerschaft. Für Betroffene kann der Weg zum Wunschkind daher lang, belastend und teuer sein. Forscher am Software Competence Center Hagenberg (SCCH) tüfteln nun an einem speziellen Algorithmus: Er soll unter den Embryonen, die aus den befruchteten Eizellen im Labor entstehen, jene auswählen, die sich nach dem Einsetzen in die Gebärmutter am wahrscheinlichsten gut weiterentwickeln.
„Derzeit obliegt diese Entscheidung auf Grundlage einer mikroskopischen Analyse einem Team aus Fachleuten und ist daher subjektiv“, erklärt Thomas Ebner vom “Kinderwunsch Zentrum” am Kepler Universitätsklinikum Linz, mit dem das SCCH zusammenarbeitet. Hier soll nun „Dr. KI“ seine Expertise einbringen. SCCH-Forscher Florian Kromp: „Er überprüft die Bilder und gibt eine verbale Einschätzung ab. Die letzte Entscheidung liegt freilich bei den Ärztinnen und Ärzten.“
Trainiert wird die KI laut SCCH-Geschäftsführer Markus Manz unter anderem dank einer innovativen Methode mit synthetisch erzeugten Bilddaten von Embryonen im Frühstadium. Nun soll „Dr. K‑I“ weiter optimiert werden. Derzeit steckt er ja noch gewissermaßen in den Kinderschuhen.




