Terpentin, Leinöl, Pigmente – ein Raum, der nach Konzentration und handwerklicher Tiefe riecht. Nach zwei Jahrzehnten des Reisens ist der österreichische Maler nach Wien zurückgekehrt, mit einer Bildsprache, die sich bewusst der Hektik des Kunstbetriebs entzieht. Büchel sucht nicht das Spektakel, sondern das genaue Hinsehen.
Seine Malerei verlangt Geduld – und belohnt sie. Obwohl Büchel in Europa als Newcomer gilt, ist sein Werk das Ergebnis eines langen Reifeprozesses. Seine Ausbildung führte ihn dorthin, wo traditionelle Malerei noch lebendig vermittelt wird: an die Academia de Bellas Artes im mexikanischen Xalapa, an die Florence Academy of Art und nach Taiwan zu Yim Maukun, einem Meister der Ölmalerei. Jahre in Portugal und Palästina prägten zusätzlich seinen Blick.
Büchel interessiert der Moment zwischen Stille und Bewegung. „Ein Lufthauch hebt die Stoffe, eine Kerze flackert, Schmetterlinge gleiten durch das Bild“, sagt er. Diese feinen Dynamiken verleihen seinen Szenen eine stille Lebendigkeit, die an barocke Lichtführung erinnert, ohne historisierend zu wirken. Seine Figuren – oft allein, versunken, in reduzierten Räumen – wirken nicht isoliert, sondern in sich gekehrt, als befänden sie sich in einem Zustand innerer Resonanz. Viele seiner Werke sind subtile Hommagen an Literatur, Film und Musik.
Sie dienen ihm als Struktur, um psychologische Tiefenschichten sichtbar zu machen. „Meine Bilder entstehen weniger aus der Betrachtung des Sichtbaren als aus der Materialisierung von Gefühltem“, sagt der Künstler. Seine Malerei beginnt dort, wo Sprache endet. Mit wachsender Resonanz in Europa und Asien zeigt Büchel, dass klassische Ölmalerei im zeitgenössischen Diskurs ihren Platz behauptet.
Arbeiten des Künstlers sind in der Galerie Badstraße 9
in Bad Schallerbach zu sehen.
www.mike-buechel.at






