Die Zahlen sind eindeutig: Ein Drittel der Führungskräfte will seine Leute wieder vor Ort. Die Mitarbeitenden zögern. Office auf Befehl funktioniert nicht. Facebook, Google und Co. haben es versucht – und damit vor allem Schlagzeilen gemacht. Denn dass Tischkicker und Obstkorb die High Performer ins Büro locken, glaubt heute niemand mehr. Was funktioniert: ein Büro, in das man freiwillig geht. Und gerne. Wer diesen Spagat schaffen will, muss anfangen, in Räumen zu denken. „In einer hybriden Gesellschaft braucht es Orte, die Menschen verbinden, Vertrauen fördern und Teams stärken“, sagt Peter Sablatnig, Managing Director Sedus Österreich.
Unternehmen brauchen Umgebungen, die anpassungsfähig, skalierbar und langfristig nutzbar sind – durch modulare Einrichtungssysteme, multifunktionale Räume und Konzepte, die sich leicht umbauen lassen, wenn sich Anforderungen ändern. „Wir erleben jeden Tag, dass ein bewusst gestalteter Arbeitsplatz Vertrauen, Führung, Teamwork und Innovationskraft unterstützt“, so Sablatnig. „Die Investition in einen gut durchdachten Arbeitsplatz bringt Menschen zurück und regt das Miteinander und die Unternehmenskultur an – das ist ein Win-win für alle.“
Lange hat sich die Büroplanung an einer einzigen Kennzahl bemessen: Quadratmeter pro Mitarbeiter. Flächeneffizienz war das Gebot der Stunde – das Großraumbüro seine konsequenteste Umsetzung. „Die jüngere Generation ist nicht mehr gewillt, in Legebatterien zu arbeiten“, lacht der Workplace-Experte. Wer heute von einer modernen Universität kommt – mit flexiblen Lernzonen, luftigen Innen- und Außenflächen, sonnendurchfluteten Lounge-Bereichen – versteht schlicht nicht mehr, warum ein Arbeitsplatz anders aussehen sollte. Was möglich wird, wenn bei der Raumplanung strategisch gedacht wird, zeigt der bluebird.space in Salzburg – ein Coworking Space, den Sedus 2025 gemeinsam mit den Inhabern Helene und Markus Stainer neu gestaltet hat. Mehrfach zum schönsten Coworking Space Österreichs gekürt, verfügt er heute über Wartelisten. Vermietet wird nicht tageweise, sondern immer für mehrere Monate. Der Markt gibt Sedus recht: Wer in Raum investiert, investiert in Zukunft.
Willkommen sein – als erstes Designprinzip
Bevor es um Produktivität geht, geht es um etwas Grundlegenderes: Willkommenskultur. „Das Allererste, was ein Raum leisten muss: dass man durch die Tür tritt und sofort das Gefühl hat, willkommen zu sein“, so Experte Sablatnig. Eine großzügige Sofalandschaft, ein Bereich, der an ein modernes Café erinnert, Platz für den ersten Kaffee – bevor überhaupt gearbeitet wird. Zwei Gründe bringen Menschen heute ins Büro. Der erste: den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, den Spirit des Unternehmens spüren – Unternehmensluft schnuppern. Der zweite: fokussiert arbeiten, abgeschirmt vom Homeoffice-Alltag. Wer als Unternehmen nur eines davon bietet, denkt zu kurz. Wer beides ernst nimmt, macht daraus einen echten Wettbewerbsvorteil – am Markt und im War for Talents.
Unternehmenskultur entsteht nicht allein durch Prozesse, Führung oder Leitbilder – sie wird immer auch durch die Arbeitsumgebung geprägt. Und der Raum ist das erste Signal, das jeder liest – noch bevor der erste Kaffee getrunken, das erste Meeting abgehalten wurde. Viele Bürokonzepte setzen zu Recht noch immer auf Gemeinschaftstische, Besprechungsecken und Lounge-Bereiche – Begegnung und Austausch als oberste Maxime. Doch dabei gerät ein anderes, ebenso wesentliches Bedürfnis unter die Räder: die Möglichkeit, konzentriert zu arbeiten. Wer im Flow-Zustand arbeitet, ist bis zu fünfmal produktiver – jede Unterbrechung kostet nicht nur Zeit, sondern steigert auch den empfundenen Stress um 35 Prozent. Moderne Bürokonzepte müssen beides können: einladen und abschirmen, verbinden und Rückzug ermöglichen.
Besonders in hybriden Arbeitsmodellen sind physische Begegnungen entscheidend für Vertrauen, Zugehörigkeit und Innovation. Das Besprechungssetting am großen Konferenztisch ist selten dienlich für die zündende Idee. Die entsteht an den Crossroads – dort, wo man sich zufällig begegnet, zwischen zwei Terminen, auf dem Weg zum nächsten Meeting. Früher war das vielleicht die Kaffeeküche. Heute ist es der professionell gestaltete Soft-Seating-Bereich. „Innovation passiert vor allem auf Sofas und Lounge Chairs“, sagt Sablatnig – und die Studienlage gibt ihm recht. Wer diese Begegnungen bewusst ermöglicht und räumlich unterstützt, hat den Schlüssel.
76 Prozent der Mitarbeitenden fühlen sich im Büro besser vernetzt als im Homeoffice – und gleichzeitig glauben 58 Prozent, sich zu Hause besser konzentrieren zu können. Beides ist wahr. Und beides ist eine Einladung an Unternehmen, endlich zu liefern, was das Homeoffice nicht kann: einen Ort, der beides ermöglicht – Begegnung und Rückzug, Austausch und Fokus.
Ein Möbel als Manifest
Ein Objekt im neuen Wiener Showroom bringt dieses Denken auf den Punkt: der Signature-Tisch – ein langer Holztisch, mittig im Raum, dahinter ein großformatiger Monitor. Gegessen wird dort, gefeiert, besprochen, gearbeitet. „Man muss sich das vorstellen wie früher im klassischen italienischen Familienunternehmen, alle sitzen am Tisch und die Nonna kocht für das ganze Team“, schmunzelt Sablatnig. Klingt nostalgisch – ist es aber nicht. Denn der Tisch ist vollständig vernetzt, mit allen technischen Anschlüssen ausgestattet, die modernes Arbeiten erfordert. Tradition und Technologie, Gemeinschaft und Produktivität: in einem Stück Möbel.
Zum Gestaltungskonzept von Sedus gehört auch ein Aspekt, der zunächst überrascht: Farbpsychologie. Das Unternehmen arbeitet mit Zukunftsstil, einem Berliner Netzwerk aus 150 Architekt:innen und Psycholog:innen, das alle zwei Jahre ein neues Farbkochbuch entwickelt. Vier Kategorien, klare Kombinationsregeln, anwendbar auf Stoffe, Holzoberflächen, Metall und mehr.
Das Ziel: Orientierung für alle, die nicht täglich mit Farbe arbeiten – und trotzdem Räume schaffen wollen, die stimmen. Nicht zuletzt zeigt sich Unternehmenskultur heute darin, welche Freiheit ein Unternehmen seinen Menschen gibt. Wer Mitarbeitenden die Wahl lässt, ihre Umgebung der jeweiligen Aufgabe anzupassen, sendet ein klares Signal: Vertrauen statt Kontrolle. „Konzentriertes Arbeiten braucht andere Räume als kreatives Denken, und kreatives Denken andere als der spontane Austausch. Wer das versteht, plant nicht nur Büros – er schafft echte Verbindung.“





