Lisi Brandlmaier|

Das Wiener Palais Coburg öffnet seine Prunk­räu­me

Kristallluster, Marmorsäulen, Wiener Schnitzel und ein very British Afternoon Tea: Das Palais Coburg in Wien eröffnet am 7. September die seine Prunkräume und mit ihnen ein neues All-Day-Casual-Dining-Restaurant.

Das Beson­de­re daran: Erst­mals werden die his­to­ri­schen Salons dau­er­haft gas­tro­no­misch genutzt.

Manche Räume sind so prunk­voll, dass man auto­ma­tisch ein biss­chen gerader sitzt. Im Palais Coburg dürfte das künftig öfter pas­sie­ren – denn ab 7. Sep­tem­ber 2026 werden die his­to­ri­schen Salons im ersten Stock erst­mals dau­er­haft zum Restau­rant. Wo bislang vor allem zu beson­de­ren Anläs­sen auf­ge­tischt wurde (Hoch­zei­ten & Co), darf künftig täglich geges­sen, getrun­ken und ziem­lich stil­voll in den Tag hin­ein­ge­lebt werden.

Das neue Restau­rant trägt pas­sen­der­wei­se den Namen PRUNK­RÄU­ME und ver­steht sich als All-Day-Casual-Dining-Konzept. Wobei „casual“ zwi­schen hohen Decken, Mar­mor­säu­len, großen Spie­geln und Kris­tall­lus­tern natür­lich eine gewisse eigene Defi­ni­ti­on bekommt.

Vom À‑la-carte-Brunch über After­noon Tea und kleine Snacks am Nach­mit­tag bis zum Dinner beglei­tet das Restau­rant seine Gäste durch den Tag. Im Sommer kommt die Prunk­ter­ras­se dazu. Das Ziel: Die his­to­ri­schen Räume sollen nicht länger nur beson­de­ren Anläs­sen vor­be­hal­ten bleiben, sondern zu einer Art ele­gan­tem Wohn­zim­mer des Palais werden – für Hotel­gäs­te genauso wie für Wiener und Besu­cher der Stadt.

Lewis Emerson bringt London nach Wien

Für die Küche ver­ant­wort­lich ist Lewis Emerson. Der gebür­ti­ge Brite bringt mehr als 25 Jahre Erfah­rung in England und Öster­reich mit und ist in Wien kein Unbe­kann­ter: Zu seinen Sta­tio­nen zählen das Hotel Sacher und Gerst­ner im Palais Todesco, zuletzt leitete er vier Jahre als Exe­cu­ti­ve Head Chef die Küche der Satt­le­rei.

In den PRUNK­RÄU­MEN ver­bin­det er nun öster­rei­chi­sche Klas­si­ker mit bri­ti­schen Tra­di­tio­nen und inter­na­tio­na­len Ein­flüs­sen. Die Küche soll zugäng­lich bleiben, ohne lang­wei­lig zu werden. Beim Brunch darf es deshalb durch­aus etwas mehr sein als das obli­ga­to­ri­sche Avo­cad­o­brot. Auf der Karte stehen etwa Open Ome­lette mit geräu­cher­tem Heil­butt, Kaviar und Beurre blanc, Steak & Eggs oder Hams­huka mit Ras-el-Hanout-Lamm­ra­gout, Minze, Joghurt und Hummus.

Tags­über und abends geht es mit Beef Tatar, sai­so­na­lem Fisch, veganen Gerich­ten und Wiener Klas­si­kern weiter. Das Kalbs­schnit­zel wird klas­sisch in But­ter­schmalz aus­ge­ba­cken und mit Erd­äp­fel-Vogerl­sa­lat ser­viert. Vor­spei­sen gibt es in unter­schied­li­chen Größen – wer möchte, kann sich daraus sein eigenes Menü zusam­men­stel­len.

Ein Trüf­fel­huhn mit Fami­li­en­ge­schich­te

Am Abend wird es etwas gesetz­ter. Kalbs­con­som­mé und Krus­ten­tier­bis­que mit Raviolo stehen ebenso auf der Karte wie Emer­sons per­sön­li­ches Signa­tu­re Dish: Trüf­fel­huhn mit Zucker­mais, Madeira-Jus und Pommes Mousse­li­ne. Die Inspi­ra­ti­on dafür kommt übri­gens nicht aus irgend­ei­ner Lon­do­ner Ster­ne­kü­che, sondern von seiner Mutter, die ihm einst eine Version des Gerichts gekocht hat. Mama weiß eben manch­mal doch am besten, was auf die Karte gehört.

Very British wird es ab 14.30 Uhr

Spä­tes­tens am Nach­mit­tag über­nimmt dann end­gül­tig die bri­ti­sche Seite des Küchen­chefs. Täglich ab 14.30 Uhr wird klas­si­scher After­noon Tea ser­viert: haus­ge­mach­te Scones mit Clotted Cream und Mar­me­la­de, Finger Sand­wi­ches, Sausage Rolls mit Pic­cal­il­li, Cheddar Scones mit Räu­cher­lachs sowie kleine Des­serts und Cakes.

Wer bisher dachte, Tee sei einfach heißes Wasser mit Beutel, bekommt eben­falls Nach­hil­fe: In Zusam­men­ar­beit mit dem Wiener Fach­ge­schäft Jäger­tee stehen 20 ver­schie­de­ne Sorten zur Auswahl, dar­un­ter eine eigene Coburg Special Mischung.

Und dann wäre da noch der Wein …

Dass man im Palais Coburg beim Thema Wein nicht plötz­lich beschei­den wird, dürfte nie­man­den über­ra­schen. Das umfang­rei­che Wein­buch des Hauses steht auch den Gästen der PRUNK­RÄU­ME voll­stän­dig zur Ver­fü­gung. Restau­rant­lei­ter und Som­me­lier Johan­nes Eiben­stei­ner beglei­tet die Auswahl und ver­bin­det damit die bekann­te Wein­kom­pe­tenz des Hauses mit dem neuen, bewusst zugäng­li­che­ren Restau­rant­kon­zept.

Kuli­na­risch gibt es damit künftig zwei ziem­lich unter­schied­li­che Gründe, ins Palais Coburg zu kommen: Während das Silvio Nickol Gourmet Restau­rant wei­ter­hin für Fine Dining auf Zwei-Sterne-Niveau steht, setzt Lewis Emerson in den PRUNK­RÄU­MEN bewusst auf Casual Dining.

Casual bedeu­tet hier aller­dings immer noch: Kris­tall­lus­ter, Mar­mor­säu­len, Trüf­fel­huhn, 20 Tee­sor­ten und eines der beein­dru­ckends­ten Wein­an­ge­bo­te der Stadt.

Man muss seine Maß­stä­be schließ­lich der Umge­bung anpas­sen.

PRUNK­RÄU­ME im Palais Coburg
Eröff­nung: 7. Sep­tem­ber 2026
Täglich 10.30 bis 1 Uhr
Reser­vie­rung erfor­der­lich.

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