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JUST-Redaktion|

Was bleibt. Ver­mö­gen im Gene­ra­tio­nen­wech­sel.

Die Spängler-Vorstände Werner Zenz und Nils Kottke über Vermögensnachfolge, Familienunternehmen und die Frage, warum sich Verantwortung nicht einfach vererben lässt.

Wie gelingt es, Ver­mö­gen, Ver­ant­wor­tung und Werte über Gene­ra­tio­nen hinweg zu sichern – im Pri­va­ten und im Fami­li­en­un­ter­neh­men? Die Vor­stän­de des Bank­hau­ses Späng­ler, Werner Zenz und Nils Kottke, spre­chen über erfolg­rei­che Nach­fol­ge und die Bedeu­tung früh­zei­ti­ger Planung.

Wei­ter­ge­ben braucht so viel Sorg­falt wie Auf­bau­en

JUST: Fami­li­en inves­tie­ren über Jahr­zehn­te hinweg mit viel Enga­ge­ment in den Aufbau ihres Ver­mö­gens. Bekommt dessen Wei­ter­ga­be die­sel­be Auf­merk­sam­keit wie sein Aufbau?

Zenz: Sie sollte zumin­dest die­sel­be Auf­merk­sam­keit erhal­ten. Aus unserer Sicht sind drei Punkte ent­schei­dend: Trans­pa­renz über Ver­mö­gen und Ziele, die früh­zei­ti­ge Ein­bin­dung der nächs­ten Gene­ra­ti­on sowie die recht­zei­ti­ge Klärung recht­li­cher und steu­er­li­cher Fragen. Wer diese Schrit­te kon­se­quent angeht, schafft die Grund­la­ge für eine erfolg­rei­che Ver­mö­gens­nach­fol­ge.

JUST: Warum wird die Struk­tur eines über Jahr­zehn­te gewach­se­nen Fami­li­en­ver­mö­gens oft kom­ple­xer als das Ver­mö­gen selbst?

Kottke: Kom­ple­xi­tät beginnt nicht bei einer bestimm­ten Ver­mö­gens­hö­he. Sie ent­steht, wenn unter­schied­li­che Ver­mö­gens­wer­te und fami­liä­re Lebens­si­tua­tio­nen zusam­men­kom­men. Ein­zel­ne Ver­mö­gens­wer­te iso­liert zu betrach­ten, reicht dann nicht mehr aus. Ent­schei­dend ist der Gesamt­blick auf Chancen, Risiken und Ver­pflich­tun­gen. Genau hier setzen wir in der Bera­tung an. Erst dadurch ent­steht Trans­pa­renz darüber, welche Ent­schei­dun­gen heute getrof­fen werden müssen, damit das Ver­mö­gen auch morgen hand­lungs­fä­hig bleibt.

Ver­ant­wor­tung lässt sich nicht einfach ver­er­ben

JUST: Ver­ant­wor­tung lässt sich nicht einfach ver­er­ben. Wie berei­tet man die nächste Gene­ra­ti­on darauf vor?

Zenz: Ver­ant­wor­tung ent­steht nicht am Tag der Ver­mö­gens­wei­ter­ga­be, sondern ent­wi­ckelt sich über Jahre. Deshalb sollte die nächste Gene­ra­ti­on früh­zei­tig ein­ge­bun­den werden. Neben finan­zi­el­ler Bildung geht es vor allem darum, Ver­ant­wor­tung schritt­wei­se erleb­bar zu machen und eigene Ent­schei­dun­gen zu ermög­li­chen.

„Wer Ver­mö­gen wei­ter­gibt, über­trägt auch Ver­ant­wor­tung. Deshalb sollte die nächste Gene­ra­ti­on früh­zei­tig darauf vor­be­rei­tet werden.“

Nils Kottke, Vor­stand Bank­haus Späng­ler

JUST: Was unter­schei­det eine formale Ver­mö­gens­wei­ter­ga­be von einer Nach­fol­ge im Fami­li­en­un­ter­neh­men?

Kottke: Eine Ver­mö­gens­wei­ter­ga­be beant­wor­tet die Frage, wem etwas künftig gehören soll. Unter­neh­mens­nach­fol­ge beant­wor­tet zusätz­lich, wie Familie, Unter­neh­men und Eigen­tum künftig zusam­men­wir­ken sollen. Gerade in Fami­li­en­un­ter­neh­men macht diese enge Ver­bin­dung den Prozess anspruchs­voll, denn Ent­schei­dun­gen betref­fen selten nur wirt­schaft­li­che Fragen, sondern oft auch Bezie­hun­gen, Erwar­tun­gen und Ver­ant­wort­lich­kei­ten inner­halb der Familie. Das Späng­ler Family Busi­ness Con­sul­ting ist eine auf Fami­li­en­un­ter­neh­men spe­zia­li­sier­te Bera­tungs­ein­heit. Sie hilft dabei, unter­schied­li­che Inter­es­sen zusam­men­zu­füh­ren und lang­fris­tig trag­fä­hi­ge Lösun­gen für die Familie und das Unter­neh­men zu ent­wi­ckeln.

Eigen­tum, Führung, Ver­ant­wor­tung

JUST: Welche Zukunfts­fra­gen beschäf­ti­gen Unter­neh­mer­fa­mi­li­en beson­ders, wenn sie an Unter­neh­men und Ver­mö­gen denken?

Zenz: Unter­neh­mer­fa­mi­li­en beschäf­tigt vor allem die Frage, wie Unter­neh­men und Familie lang­fris­tig hand­lungs­fä­hig bleiben. Dabei zeigt sich oft, dass Eigen­tum, Führung und Ver­ant­wor­tung unter­schied­li­che The­men­fel­der sind. Die größere Her­aus­for­de­rung ist häufig nicht die Wei­ter­ga­be von Ver­mö­gen, sondern die Wei­ter­ga­be von Ent­schei­dungs­ver­ant­wor­tung.

JUST: Wenn Sie auf gelun­ge­ne Nach­fol­gen in Fami­li­en­un­ter­neh­men zurück­bli­cken: Was bleibt am Ende tat­säch­lich?

Kottke: Es bleiben klare Rollen, belast­ba­re Ent­schei­dungs­we­ge und die Fähig­keit, auch bei Ver­än­de­run­gen hand­lungs­fä­hig zu bleiben. Eine gelun­ge­ne Nach­fol­ge zeigt sich daran, dass Familie, Unter­neh­men und Werte lang­fris­tig im Gleich­ge­wicht bleiben und Kon­flik­te best­mög­lich ver­mie­den werden können.

„Eine gelun­ge­ne Nach­fol­ge zeigt sich daran, dass Familie, Unter­neh­men und Werte lang­fris­tig im Gleich­ge­wicht bleiben.“

Werner Zenz, Vor­stand Bank­haus Späng­ler

Vom Lebens­werk zur nächs­ten Gene­ra­ti­on

  1. Lebens­werk auf­bau­en: Werte, Ver­mö­gen und Ver­ant­wor­tung ent­ste­hen über Gene­ra­tio­nen.
  2. Zukunft gestal­ten: Familie und nächste Gene­ra­ti­on spre­chen über Erwar­tun­gen, Ziele und Per­spek­ti­ven.
  3. Struk­tur schaf­fen: Rollen, Zustän­dig­kei­ten und Ver­mö­gens­struk­tu­ren werden geord­net.
  4. Exper­ti­se bündeln: Die rich­ti­gen Berater werden ein­ge­bun­den.
  5. Ver­ant­wor­tung über­ge­ben: Die nächste Gene­ra­ti­on über­nimmt schritt­wei­se Ver­ant­wor­tung und Gestal­tungs­spiel­raum.

Facts & Figures: Bank­haus Späng­ler

  • Unab­hän­gi­ge Pri­vat­bank mit Stamm­haus in Salz­burg und wei­te­ren Stand­or­ten in Wien, Linz, Zell am See, Kitz­bü­hel, Inns­bruck und Graz.
  • Die älteste Pri­vat­bank Öster­reichs wurde im Jahr 1828 gegrün­det und befin­det sich – mitt­ler­wei­le in der siebten Gene­ra­ti­on – in reinem Fami­li­en­be­sitz.
  • Im Mit­tel­punkt stehen Kunden mit Pri­vat­ver­mö­gen, Fami­li­en­un­ter­neh­men und Stif­tun­gen, die hohe Erwar­tun­gen an die Bera­tung haben.
  • Als Fami­li­en­un­ter­neh­men kennt das Bank­haus Späng­ler die Her­aus­for­de­run­gen rund um Ver­ant­wor­tung, Gene­ra­tio­nen­wech­sel und den Erhalt eines Lebens­werks aus eigener Erfah­rung.

Mehr Infor­ma­tio­nen: www.spaengler.at

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Fotos: Richard Scha­bets­ber­ger. Dieser Beitrag erschien in JUST Nº 46, Oktober 2026.

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