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KI, Physik und die Kunst ver­lässlicher Phar­ma­pro­zes­se

KI gilt als Wunderwaffe der Digitalisierung – doch im pharmazeutischen Engineering zeigt sich, dass ihr Nutzen stark von der konkreten Anwendung abhängt. Wenn Daten rar sind und Prozesse physikalisch hochkomplex, bleiben bewährte Modellierungsansätze unverzichtbar.

„KI ist kein Zau­ber­stab, sondern ein Werk­zeug – und jedes Werk­zeug ent­fal­tet seine Wirkung nur in der rich­ti­gen Anwen­dung“, bringt es Dr. Gert Breit­fuss, Leiter der Digi­ta­li­sie­rung an der RCPE GmbH, auf den Punkt. Gerade im phar­ma­zeu­ti­schen Engi­nee­ring ent­schei­det der Kontext, ob KI echten Mehr­wert liefert oder Erwar­tun­gen (noch) nicht erfül­len kann.

Große KI-Modelle machen rasante Fort­schrit­te und liefern bei kom­ple­xen Zusam­men­hän­gen beein­dru­cken­de Ergeb­nis­se – beson­ders dort, wo viele, gut auf­be­rei­te­te Daten ver­füg­bar sind. In der Fein­ab­stim­mung von Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen wie Gra­nu­lie­rung, Mischung oder Tablet­tie­rung stoßen sie jedoch an Grenzen: schwer zugäng­li­che Pro­zess­schrit­te, wenige Mess­punk­te und somit geringe Daten­men­gen erschwe­ren ­präzise daten­ba­sier­te Vor­her­sa­gen auf Detail­e­be­ne.

Hier spielen mecha­nis­ti­sche Modelle ihre Stärken aus – also Modelle, die auf phy­si­ka­li­schen Prin­zi­pi­en beruhen. Metho­den wie die Dis­kre­te-Ele­men­te-Methode (DEM) simu­lie­ren ein­zel­ne Pro­duk­ti­ons­schrit­te detail­liert, etwa das Fließ­ver­hal­ten von Pulvern, und liefern erklär­ba­re, repro­du­zier­ba­re und belast­ba­re Vor­her­sa­gen.

Am RCPE wurde dafür die spe­zia­li­sier­te Soft­ware XPS ent­wi­ckelt, die auf DEM basiert und für die Model­lie­rung und Vor­her­sa­ge von Pro­zes­sen inter­na­tio­na­ler Phar­ma­un­ter­neh­men ein­ge­setzt wird. XPS ist pass­ge­nau auf die Anfor­de­run­gen der phar­ma­zeu­ti­schen Pro­duk­ti­on zuge­schnit­ten – von der frühen Ent­wick­lung bis zum Scale-up.

Die Zukunft liegt in der geziel­ten Kom­bi­na­ti­on: KI-Modelle erschlie­ßen schnell den Lösungs­raum und erken­nen Muster, phy­si­ka­li­sche Modelle liefern belast­ba­re Vor­her­sa­gen und Daten für kri­ti­sche Pro­zess­schrit­te. Erst in diesem Zusam­men­spiel ent­steht ein Werk­zeug, das phar­ma­zeu­ti­sche Pro­zes­se in Breite und Tiefe abdeckt.

www.rcpe.at

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