JUST-Redaktion|

CO2-neu­tra­le Groß­mo­to­ren aus Graz

Lösungen für den CO2-neutralen oder sogar CO2-freien Betrieb von Großmotoren werden am Comet-Kompetenzzentrum LEC entwickelt. Professor Andreas Wimmer im Gespräch.
Innovationen aus Graz: Am LEC forscht man unter anderem an CO2-neutralen Großmotoren für eine grüne Zukunft. Hier zu sehen: Rainer Aufischer, CIMAC NMA und Miba, Gunnar Stiesch, MAN, Andrea Hoffmann, TU Graz, Clemens Zinkl, Fachverband MetalltechnischeIndustrie, Andreas Wimmer, LEC und TU Graz.
Innovationen aus Graz: Am LEC forscht man unter anderem an CO2-neutralen Großmotoren für eine grüne Zukunft. Hier zu sehen: Rainer Aufischer, CIMAC NMA und Miba, Gunnar Stiesch, MAN, Andrea Hoffmann, TU Graz, Clemens Zinkl, Fachverband MetalltechnischeIndustrie, Andreas Wimmer, LEC und TU Graz. Fotocredit: LEC.

Das Grazer Comet-Kom­pe­tenz­zen­trum LEC arbei­tet an inno­va­ti­ven Lösun­gen für den Betrieb von Groß­mo­to­ren, die CO2-neutral oder sogar CO2-frei sind. Andreas Wimmer, Pro­fes­sor an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Graz und Geschäfts­füh­rer des LEC, sieht in Was­ser­stoff und anderen E‑Fuels ein großes Poten­zi­al für CO2-freie Energie- und Trans­port­sys­te­me, wodurch Groß­mo­to­ren einen wich­ti­gen Beitrag zur Errei­chung dieser Ziele leisten können.

Aus­stieg aus fos­si­len Kraft­stof­fen in der Ener­gie­er­zeu­gung

Eine wich­ti­ge Rolle spielt in diesem Zusam­men­hang das Kraft­werk der Zukunft, das letzt­end­lich den Aus­stieg aus fos­si­len Kraft­stof­fen in der Ener­gie­er­zeu­gung und die Trans­for­ma­ti­on hin zu erneu­er­ba­ren Ener­gien ermög­li­chen soll. Diese Kraft­wer­ke müssen vor allem in der Lage sein, die durch die Ein­spei­sung von Wind- und Solar­strom ent­ste­hen­den Schwan­kun­gen im Netz aus­zu­glei­chen. An diesem Thema arbei­tet das LEC inten­siv mit Tech­no­lo­gie­füh­rern im Rahmen des Comet-Pro­gramms. „Man kann bei Strom­über­schuss Was­ser­stoff erzeu­gen und diesen dann bei Bedarf wieder rück­ver­stromen. Der Vorteil der fle­xi­blen Kraft­wer­ke ist, dass sie sehr schnell Energie bereit­stel­len können. Wir haben in Öster­reich für schnel­le Last­ab­de­ckun­gen zwar Pump­spei­cher­kraft­wer­ke, aber der Bedarf für Last­schwan­kungs­aus­glei­che wird bei immer mehr Wind- und Solar­ener­gie auch hier­zu­lan­de stark steigen“, weiß Wimmer.

Inno­va­ti­ve Kon­zep­te für CO2-neu­tra­le Groß­mo­to­ren aus Graz

Das LEC kann dazu mit seinen Part­nern bereits funk­tio­nie­ren­de Umset­zungs­kon­zep­te anbie­ten. „Wir arbei­ten aktuell im Rahmen unseres COMET-Pro­jek­tes Hy2Power mit dem Verbund, INNIO Jen­ba­cher, der TU Graz, AIT und HyCentA an einem Kraft­werks­kon­zept“, schil­dert Wimmer. „Die Motoren als zen­tra­les Element können als Module gesehen werden, was letzt­end­lich eine leichte Ska­lier­bar­keit ermög­licht“, erklärt der LEC-Geschäfts­füh­rer: „Deshalb sind auf Basis dieses Kon­zepts auch Anlagen für die Erzeu­gung von einigen 100 Mega­watt Strom künftig durch­aus denkbar.“

Über­schüs­si­ge Elek­tri­zi­tät: Basis für grüne E‑Fuels im Trans­port­we­sen

Man kann auch andere was­ser­stoff­ba­sier­te E‑Fuels syn­the­ti­sie­ren, indem man die über­schüs­si­ge Elek­tri­zi­tät an win­di­gen Tagen oder wenn die Pho­to­vol­ta­ik mit voller Leis­tung läuft, nutzt. Ins­be­son­de­re für flüs­si­ge Kraft­stof­fe wie Metha­nol und Ammo­ni­ak sieht Wimmer grünes Poten­zi­al auch im Trans­port­we­sen, vor allem im Schiffs­ver­kehr. Über 80 Prozent der welt­wei­ten Fracht­ki­lo­me­ter ent­fal­len auf den Was­ser­weg, Schiffe zählen damit zu den großen CO2-Emit­ten­ten. „Hier geht eine kli­ma­scho­nen­de Lösung sinn­voll nur über alter­na­ti­ve Kraft­stof­fe“, ist der Wis­sen­schaft­ler über­zeugt. „Metha­nol, Ammo­ni­ak und andere grüne E‑Fuels werden und müssen das derzeit als Treib­stoff ver­wen­de­te und umwelt­tech­nisch äußerst pro­ble­ma­ti­sche Schwer­öl in naher Zukunft zur Gänze erset­zen.“

Wich­tig­keit der CO2-freien Ener­gie­be­reit­stel­lung für was­ser­stoff­ba­sier­te E‑Fuels

Wenn man die zu ihrer Erzeu­gung not­wen­di­ge Energie selbst CO2-frei bereit­stel­len kann, ist der Trans­port mit Was­ser­stoff und anderen was­ser­stoff­ba­sier­ten E‑Fuels öko­lo­gisch sinn­voll. Das sei eine grund­le­gen­de Pro­ble­ma­tik, betont Wimmer. „Groß­mo­to­ren tragen wesent­lich zur CO2-freien Netz­sta­bi­li­sie­rung und zur Ver­mei­dung von Black­outs bei und sind ein hoch­ef­fi­zi­en­tes Mittel, um den Weg in eine grüne Ener­gie­zu­kunft zu ebnen.“

Info:
Das Magazin „JUST-Science“ wird mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung in völ­li­ger Unab­hän­gig­keit unter der redak­tio­nel­len Leitung von Andreas Kolb gestal­tet.

Weitere Beiträge

Der Mensch als Maßstab

Mario Dalpra gehört zu jenen Künst­lern, deren Werk sich nicht linear ent­fal­tet, sondern in bestän­di­gem Wandel begrif­fen ist. Seit den frühen 1980er-Jahren, geprägt von seinem Studium bei Arnulf Rainer, ent­wi­ckelt er eine künst­le­ri­sche Haltung, die sich zwi­schen Malerei, Skulp­tur und kon­zep­tu­el­len Ansät­zen bewegt.

Story lesen

440 Quadrat­meter Zukunft

Grand Opening: Sedus hat Wien einen neuen Show­room geschenkt — und eine Bühne, auf der New Work Gestalt annimmt. Der Ort könnte besser nicht passen: die denk­mal­ge­schütz­te ehe­ma­li­ge Gas­zäh­ler­fa­brik im 15. Bezirk, ein Archi­tek­tur­ju­wel mit mar­kan­ter Back­stein­fas­sa­de.

Story lesen

Welcome back to the Office

Das Büro ist tot – lang lebe das Büro! Wie Sedus die Arbeits­welt neu denkt – und warum der Grund­riss das neue Recrui­ting-Tool ist. Will­kom­men in der Ära des bewusst gestal­te­ten Raums.

Story lesen

Der Mensch als Maßstab

Mario Dalpra gehört zu jenen Künst­lern, deren Werk sich nicht linear ent­fal­tet, sondern in bestän­di­gem Wandel begrif­fen ist. Seit den frühen 1980er-Jahren, geprägt von seinem Studium bei Arnulf Rainer, ent­wi­ckelt er eine künst­le­ri­sche Haltung, die sich zwi­schen Malerei, Skulp­tur und kon­zep­tu­el­len Ansät­zen bewegt.

Story lesen

440 Quadrat­meter Zukunft

Grand Opening: Sedus hat Wien einen neuen Show­room geschenkt — und eine Bühne, auf der New Work Gestalt annimmt. Der Ort könnte besser nicht passen: die denk­mal­ge­schütz­te ehe­ma­li­ge Gas­zäh­ler­fa­brik im 15. Bezirk, ein Archi­tek­tur­ju­wel mit mar­kan­ter Back­stein­fas­sa­de.

Story lesen