JUST-Redaktion|

Simu­la­tio­nen für die Stahl­er­zeu­gung

Simulationen haben in der Grundlagenforschung große Bedeutung. Das Kompetenzzentrum K1-MET wendet sie auf die Stahlerzeugung an.
Fotocredit: voestalpine Stahl Donawitz GmbH/K1-MET GmbH

Ebenso wie die Mon­tan­uni Leoben unter­sucht auch das COMET-Kom­pe­tenz­zen­trum K1-MET GmbH in Linz nicht­me­tal­li­sche Ein­schlüs­se in Stahl. Dabei nähert man sich den Pro­ble­men von der Simu­la­ti­ons­sei­te her an.

„Wir beschäf­ti­gen uns mit der Simu­la­ti­on und Analyse von phy­si­ka­li­schen Pro­zes­sen, unter anderem mit der Dynamik von Mischun­gen aus Gasen und Flüs­sig­kei­ten sowie Fest­stof­fen, wie das zum Bei­spiel in einem Hoch­ofen oder Stahl­werk der Fall ist“, erklärt Chris­ti­ne Gruber, Lei­te­rin der Area 4 bei K1-MET. „Dabei rea­li­sie­ren wir auch sehr viel Grund­la­gen­for­schung.“

Das Ziel der Unter­su­chun­gen ist es, stö­ren­de nicht­me­tal­li­sche Ein­schlüs­se aus dem Stahl her­aus­zu­be­kom­men. In der Simu­la­ti­on werden Flüs­sig­kei­ten – also die Metall­schmel­ze – mit Gasen ver­mischt. Die „Ver­un­rei­ni­gun­gen“, die aus dem Erz selbst oder der Inter­ak­ti­on mit den Feu­er­fest­ma­te­ria­li­en stammen, ver­hal­ten sich auf ganz bestimm­te Weise. „Dieses Ver­hal­ten stellen wir im Modell nach und können so Wege finden, die Ein­schlüs­se zu ent­fer­nen“, schil­dert Gruber.

Durch­ge­führt werden die Simu­la­tio­nen von Xiao­meng Zhang. Die Wis­sen­schaft­le­rin erforscht, wie schnell die Ein­schlüs­se die Grenz­schicht von Stahl und Schla­cke errei­chen und wie sie in die Schla­cke über­ge­hen. „Neben der Art der ver­schie­de­nen Oxide, aus denen die Ein­schlüs­se bestehen, kon­zen­trie­ren wir uns haupt­säch­lich auf die Par­ti­kel­grö­ße. Davon hängt das Ver­hal­ten an der Grenz­schicht stark ab.“

Inter­es­sant seien die Ergeb­nis­se der Simu­la­tio­nen des K1-MET für eine Reihe von Bran­chen: „Stahl­her­stel­ler können ebenso davon pro­fi­tie­ren wie die Pro­du­zen­ten von Feu­er­fest­ma­te­ria­li­en oder auch die Anla­gen­bau­er.“ Die Erkennt­nis­se aus den Simu­la­tio­nen müssen letzt­lich natür­lich in die kon­kre­te Pro­zess­füh­rung bei der Stahl­her­stel­lung umge­setzt werden, sagen Gruber und Zhang. „Da gibt es noch einen relativ großen Spalt hin zur indus­tri­el­len Anwen­dung.“ Momen­tan handle es sich um Grund­la­gen­for­schung, die mit­hil­fe von Expe­ri­men­ten im Labor vali­diert werden müsse. Gruber: „Man kann theo­re­tisch alles berech­nen, man muss es aber auch in der Wirk­lich­keit ver­füg­bar machen, sonst ist die Sache sinnlos.“

Das COMET-Projekt läuft seit knapp vier Jahren, die aktu­el­le Phase endet im Sommer. „Die Arbeit wird fort­ge­setzt“, freuen sich Gruber und Zhang. Die nächs­ten Schrit­te werden die Simu­la­tio­nen von grö­ße­ren Sze­na­ri­en umfas­sen. „Wir sind gerade dabei, den Über­gang der Ein­schlüs­se in die Schla­cke zu messen“, betonen die beiden Wis­sen­schaft­le­rin­nen. „Die Grund­zü­ge unserer Simu­la­tio­nen und das reale Ver­hal­ten stimmen sehr gut überein, die The­ma­tik ist aber sehr komplex.“ Es sei schwie­rig, in eine reale Anlage hin­ein­zu­schau­en, in dieser Hin­sicht steht man auch regel­mä­ßig mit der Mon­tan­uni Leoben in Kontakt. Schwer­punkt der nächs­ten Unter­su­chun­gen des K1-MET-Kom­pe­tenz­zen­trums werden die Pro­zes­se in der Flüs­sig­pha­se der Stahl­pro­duk­ti­on sein.

www.k1-met.com

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