JUST-Redaktion|

Sili­zi­um in Hoch­leis­tungs­bat­te­rien – Hoff­nungs­trä­ger mit Her­aus­for­de­run­gen

"Der Weg zur nachhaltigen Mobilität führt über leistungsfähigere Lithium-Ionen-Batterien. Dabei rückt Silizium als Anodenmaterial in den Fokus: Mit einer ungefähr zehnmal höheren theoretischen spezifischen Speicherkapazität als herkömmliches Graphit verspricht es deutlich höhere Energiedichten", erklärt Dr. Roland Brunner vom Materials Center Leoben (MCL).

Doch dieser Vorteil bringt tech­ni­sche Hürden mit sich. Beim Laden kann sich Sili­zi­um um bis zu 300 Prozent aus­deh­nen und führt zu struk­tu­rel­len Schäden, die die Lebens­dau­er der Bat­te­rie dras­tisch ver­kür­zen können.

Vom Problem zur Lösung: Wie Sili­zi­um sta­bi­li­sie­ren kann

Die Haupt­ur­sa­che für den Kapa­zi­täts­ver­lust liegt in der insta­bi­len Sili­zi­um-Elek­tro­lyt-Grenz­flä­che, die sich bei jedem Lade­zy­klus neu bildet. Zusätz­lich bewir­ken Volu­men­schwan­kun­gen durch das Ein­drin­gen von Lithium in Sili­zi­um einen Über­gang von kris­tal­li­nem zu amor­phem Sili­zi­um. Neueste For­schung am MCL zeigt: Auch mecha­ni­sche Belas­tun­gen können diesen Pha­sen­wech­sel aus­lö­sen und soge­nann­te Scher­bän­der, lokale mikro­sko­pi­sche Ver­for­mun­gen, die das Kris­tall­git­ter desta­bi­li­sie­ren, erzeu­gen. Para­do­xer­wei­se können genau diese Über­gän­ge unter bestimm­ten Bedin­gun­gen sogar sta­bi­li­sie­rend wirken, indem sie Span­nun­gen im Mate­ri­al aus­glei­chen und so das Fort­schrei­ten der Degra­da­ti­on ver­lang­sa­men, siehe kürz­lich erschie­ne­ne Publi­ka­ti­on im Nature Journal Port­fo­lio.

Neuer Blick dank Hoch­tech­no­lo­gie

Durch hoch­auf­lö­sen­de Ana­ly­se­me­tho­den wie 4D-STEM, Syn­chro­tron-Nano­to­mo­gra­phie und KI-gestütz­te Bild­ver­ar­bei­tung konnten For­sche­rin­nen und For­scher am MCL und Part­ner­insti­tu­tio­nen diese Pro­zes­se erst­mals detail­liert sicht­bar machen. Die im Projekt ASSESS gewon­ne­nen Erkennt­nis­se schaf­fen eine Grund­la­ge für die Ent­wick­lung robus­te­rer Sili­zi­um­ar­chi­tek­tu­ren und sind ein ent­schei­den­der Schritt hin zu lang­le­bi­ge­ren Bat­te­rien für Elek­tro­fahr­zeu­ge und sta­tio­nä­re Ener­gie­spei­cher. Sili­zi­um bleibt ein Schlüs­sel­ma­te­ri­al für die Bat­te­rie­tech­no­lo­gie der Zukunft, wenn es gelingt, seine kom­ple­xen Eigen­schaf­ten gezielt zu kon­trol­lie­ren.

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