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Weniger Abfall, mehr Wirkung: die Zukunft der Phar­ma­pro­duk­ti­on

Ein Kilo Wirkstoff, hundert Kilo Abfall: Pharmaproduktion ist ein Ressourcenfresser. Forschende am RCPE machen mit Simulation, KI und neuen Produktionsverfahren Pharmaentwicklung und Produktion spürbar nachhaltiger.

Nach­hal­ti­ge Phar­ma­pro­duk­ti­on ist eine Her­aus­for­de­rung: Für ein Kilo Wirk­stoff ent­ste­hen mit­un­ter hundert Kilo Abfall. Am RCPE arbei­ten For­schen­de daran, mit Simu­la­ti­on, KI und inno­va­ti­ven Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren den Res­sour­cen­ver­brauch in Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on deut­lich zu senken.

Die Phar­ma­pro­duk­ti­on braucht große Mengen an Energie, Wasser und Roh­stof­fen. Genau dort setzt die For­schung am RCPE an: Medi­ka­men­te sollen nicht nur wirksam und sicher, sondern auch res­sour­cen­scho­nen­der ent­wi­ckelt und her­ge­stellt werden.

NACH­HAL­TI­GE PHAR­MA­PRO­DUK­TI­ON IM TEST

Ein wich­ti­ger Hebel sind digi­ta­le Modelle: Sie sagen voraus, wie Pro­zess­ver­än­de­run­gen Pro­dukt­qua­li­tät und Res­sour­cen­ein­satz beein­flus­sen – ohne reale Ver­su­che. Im vom RCPE gelei­te­ten COMET-Modul Twin4Pharma ent­wi­ckeln For­schen­de mit Indus­trie­part­nern u.a. „digi­ta­le Zwil­lin­ge“ für phar­ma­zeu­ti­sche Pro­zes­se. Ein Bei­spiel aus der Blut­plas­ma-Ver­ar­bei­tung zeigt den Nutzen: Nicht nur die Form des Pro­duk­ti­ons­tanks ent­schei­det über die Pro­dukt­qua­li­tät, sondern auch, wann und wo bestimm­te Stoffe zuge­ge­ben werden. Das hilft, Pro­zes­se geziel­ter zu steuern und Ver­suchs­rei­hen zu redu­zie­ren – für ein Mehr an Effi­zi­enz und Nach­hal­tig­keit glei­cher­ma­ßen.

„Am Bild­schirm opti­mie­ren statt im Tank expe­ri­men­tie­ren – das spart Zeit, Kosten und Res­sour­cen.“

Auch künst­li­che Intel­li­genz kann Ent­wick­lungs­we­ge ver­kür­zen. Ein RCPE-Modell sagt mit mehr als 85 Prozent Genau­ig­keit voraus, ob zwei Wirk­stof­fe gemein­sa­me Kris­tal­le bilden können – etwa für eine Inha­la­ti­ons­the­ra­pie gegen Tuber­ku­lo­se.

Das RCPE arbei­tet zudem an neuen Her­stel­lungs­ver­fah­ren. Bei der Schmelz­ex­tru­si­on werden Wirk­stoff und Trä­ger­ma­te­ri­al unter Hitze und Druck ver­bun­den – ohne Lösungs­mit­tel. Kon­ti­nu­ier­li­che Ver­fah­ren knüpfen an anderer Stelle an: Statt ein­zel­ne Chargen schritt­wei­se anzu­set­zen, laufen Syn­the­se oder Tablet­ten­her­stel­lung fort­lau­fend ab. Das ermög­licht eine prä­zi­se­re Steue­rung, gleich­blei­ben­de Qua­li­tät und weniger Aus­schuss.

Wie groß die inter­na­tio­na­le Bedeu­tung dieser Fragen ist, zeigt PHAR­ME­CO: In diesem EU-Kon­sor­ti­um arbei­ten 31 Partner aus 14 Ländern zusam­men, dar­un­ter viele der welt­weit füh­ren­den Phar­ma­un­ter­neh­men. Ihr gemein­sa­mes Ziel: weniger Treib­haus­ga­se, Lösungs­mit­tel und Wasser pro Kilo­gramm Arz­nei­mit­tel – ohne Abstri­che bei Qua­li­tät und Sicher­heit.

short & sweet

25 bis 100 kg Abfall pro kg Wirk­stoff – bis zu 90 % davon Lösungs­mit­tel. Die globale Phar­ma­in­dus­trie ent­nimmt jähr­lich rund 1,5 Mil­li­ar­den Kubik­me­ter Wasser, etwa 70 % davon für Kühl­pro­zes­se in der Pro­duk­ti­on.

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Fotos: RCPE/KI bei­gestellt. Dieser Beitrag erschien in JUST Nº 46, Oktober 2026.

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