JUST-Redaktion|

Moto­ren­ble­che für eine grüne Mobi­li­tät

Das Materials Center Leoben (MCL) und seine Projektpartner haben sich in einem spannenden Forschungsprojekt das Ziel gesetzt, Elektromotoren mithilfe von angewandtem Materialdesign noch effizienter zu machen. Der Schwerpunkt liegt bei der Verbesserung der magnetischen Eigenschaften von Motorenblechen.

DIE ELEK­TRO­MO­BI­LI­TÄT ist ein zen­tra­ler Bau­stein für eine nach­hal­ti­ge­re, emis­si­ons­freie Mobi­li­tät – ihr Herz­stück sind moderne Elek­tro­mo­to­ren. Sie sind effi­zi­ent, leise, lokal abgas­frei und treiben neben Pkw- und Lkw-Motoren große Teile unseres moder­nen Lebens an – und: Sie sind zwei­fels­oh­ne eine schon ziem­lich
aus­ge­reif­te Tech­no­lo­gie.

Das Projekt

Doch genau bei diesem „ziem­lich“ setzt ein neues, vom COMET-Kom­pe­tenz­zen­trums­pro­gramm geför­der­tes For­schungs­pro­jekt an, das aktuell vom Mate­ri­als Center Leoben (MCL) zusam­men mit Indus­trie­part­nern aus den Berei­chen Elek­tro­blech­her­stel­lung und Pkw-Elek­tro­mo­to­ren umge­setzt wird. Der Ansatz: Mit­hil­fe von ange­wand­tem Mate­ri­al­de­sign sollen effi­zi­en­te­re, strom­spa­ren­de Elek­tro­mo­to­ren möglich gemacht werden.
„Unser Ziel ist, einen Elek­tro­stahl zu ent­wi­ckeln, der geringe Ver­lus­te und eine hohe Magne­ti­sier­bar­keit über das gesamte Fre­quenz­spek­trum auf­weist. Damit soll der Wir­kungs­grad von Elek­tro­mo­to­ren gestei­gert und deren Strom­ver­brauch ver­rin­gert werden. Das soll zu einer beträcht­li­chen Ver­rin­ge­rung des welt­wei­ten Strom­ver­brauchs führen“, erklärt Pro­jekt­lei­ter Masoud Sista­ni­nia, der bei der Umset­zung auf ein inter­dis­zi­pli­nä­res For­schungs­team aus den Berei­chen
Werk­stoff -, Pro­duk­ti­ons- und Elek­tro­tech­nik zurück­grei­fen kann.

Tech­ni­scher Hin­ter­grund

In elek­tri­schen Antrie­ben werden soge­nann­te NO-Elek­tro­stäh­le („Moto­reno­der Dyna­mo­ble­che“) ver­wen­det. Bei ihrer Her­stel­lung werden sie zuerst gegos­sen, dann warm­ge­walzt, hau­ben­ge­glüht, kalt­ge­walzt sowie  wär­me­be­han­delt und gestanzt. Ihre magne­ti­schen Eigen­schaf­ten hängen maß­geb­lich von der dabei erzeug­ten Mikro­struk­tur, der kris­tal­lo­gra­fi­schen Textur der end­gül­ti­gen Stahl­pro­duk­te sowie von den Eigen­span­nun­gen ab, die durch das Stanzen ent­ste­hen. Bei der Ent­wick­lung einer solchen idealen Mikro­struk­tur, werden im For­schungs­pro­jekt anspruchs­vol­le Simu­la­ti­ons- und Digi­ta­li­sie­rungs­ver­fah­ren ein­ge­setzt, die helfen, den Ein­fluss ent­schei­den­der Para­me­ter auf Mikro­struk­tur und magne­ti­sche Eigen­schaf­ten grund­le­gend zu ver­ste­hen. Die ver­bes­ser­ten Werk­stoff­ei­gen­schaf­ten werden zu gestei­ger­ter Effi­zi­enz und grö­ße­ren Reich­wei­ten von Elek­tro­au­tos führen. Das Projekt ist ein wei­te­rer wert­vol­ler Beitrag des MCL zur Inno­va­ti­on von Werk­stof­fen für eine grünere Welt von morgen.

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