KI-Rechenzentren verbrauchen weltweit immer mehr Strom. Dieses Wachstum sollte nicht nur als Belastung für das Stromsystem gesehen werden, sagt Behnam Zakeri vom Institut für Daten, Energie und Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er sieht darin auch eine Chance: Investitionen, die durch den KI-Boom ausgelöst werden, könnten die Entwicklung und den Einsatz von Energiespeichern vorantreiben. Mit den richtigen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen könnte davon das gesamte Stromsystem profitieren.
„Der weltweite Strombedarf von Rechenzentren wird sich Prognosen zufolge bis 2030 ungefähr verdoppeln“, sagt Zakeri. Damit wachse der Bedarf deutlich schneller, als konventionelle Energieinfrastruktur geplant und errichtet werden könne. Energiespeicher sind ein vielversprechender Ansatz, um diese zeitliche Lücke zu überbrücken.
KI-RECHENZENTREN HABEN ENORMEN ENERGIEBEDARF
Gemeinsam mit WU-Professorin Kavita Surana und weiteren Forschenden analysierte Zakeri 96 Rechenzentren. Dabei zeigte sich, dass Batteriespeicher den Spitzenbezug aus dem Stromnetz um etwa 10 bis 15 Prozent senken können. „Der KI-Boom schafft einen neuen Markt für Speicher- und Flexibilitätslösungen. Wenn dies mit sauberer Stromerzeugung und geeigneter Regulierung kombiniert wird, könnten Investitionen großer Digitalunternehmen die Verbreitung und Innovation von Energiespeichern beschleunigen – mit positiven Spillover-Effekten für das gesamte Energiesystem“, sagt Zakeri.
„Der KI-Boom schafft einen neuen Markt für Speicher- und Flexibilitätslösungen mit positiven Spillover-Effekten für das Energiesystem.“
Behnam Zakeri

short & sweet
Batteriespeicher könnten den Spitzenbezug eines Rechenzentrums aus dem Stromnetz um 10 bis 15 % senken, zeigt die Analyse der WU Wien. Zusätzliche grüne Stromerzeugung am Standort oder in dessen Nähe könnte den Bezug weiter reduzieren.
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Fotos: WU Wien/Adobe Stock, Jakob Goldmann. Dieser Beitrag erschien in JUST Nº 46, Oktober 2026.




