JUST-Redaktion|

Green­Car­bon Lab: Bio­koh­le-Her­stel­lung fördern

Am niederösterreichischen Standort des K1-Kompetenzzentrums BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH wird aktuell das GreenCarbon Lab geplant.
Um die Herstellung von Biokohle weiter voranzutreiben ist das GreenCarbon Lab geplant.
Um die Herstellung von Biokohle weiter voranzutreiben ist das GreenCarbon Lab geplant. Fotocredit: beigestellt.

Man kann Green Carbon — Koh­len­stoff aus nicht-fos­si­len Quellen oder Bio­koh­le — aus erneu­er­ba­ren Roh- und Rest­stof­fen her­stel­len. Ein mög­li­ches Ver­fah­ren dazu ist die ther­mo­che­mi­sche Umwand­lung mittels Pyro­ly­se, bei der ver­schie­de­ne Roh- und Rest­stof­fe zu Kohle, Pyro­ly­se­öl und Gas umge­wan­delt werden. Man kann Pro­duk­te für unter­schied­lichs­te Anwen­dun­gen her­stel­len, aus­ge­hend von diesen Grundstoffen.Viele indus­tri­el­le Pro­zes­se benö­ti­gen Koh­len­stoff – hier könnte Green Carbon bisher genutz­te fossile Koh­len­stoff­quel­len erset­zen.

Green­Car­bon Lab — Fer­tig­stel­lung bis Ende 2022

For­schungs­er­geb­nis­se der letzten Jahre haben aber auch viel­fäl­ti­ge und viel­ver­spre­chen­de Nut­zungs­mög­lich­kei­ten von Green Carbon in Land- und Forst­wirt­schaft auf­ge­zeigt. Ein­ge­setzt als Boden­hilfs­stoff ver­bes­sert der Zusatz von Bio­koh­le das Ver­mö­gen zu Nähr­stoff­spei­che­rung und Was­ser­kon­ser­vie­rung im Boden, schafft gute Wachs­tums­be­din­gun­gen für ein gesun­des Boden-Mikro­bi­om und trägt zum Humus­auf­bau bei. Die zusätz­li­che Rück­füh­rung von Nähr­stof­fen aus dem zuvor umge­wan­del­ten Rest­stoff im Sinne der Kreis­lauf­wirt­schaft ist hier ein wei­te­rer Vorteil. Der Einsatz von Green Carbon könnte zukünf­tig den Einsatz fos­si­ler Roh­stof­fe redu­zie­ren, um die Dekar­bo­ni­sie­rung ver­schie­dens­ter Sek­to­ren zu unter­stüt­zen und so Treib­haus­gas­emis­sio­nen zu ver­rin­gern.

Aktuell wird gerade am Aufbau des Green­Car­bon Labs gear­bei­tet. Zwei Pyro­ly­se­re­ak­to­ren ver­schie­de­ner Größe sowie die not­wen­di­ge Auf­be­rei­tungs­tech­nik und Ana­ly­tik werden in den kom­men­den Monaten in Betrieb genom­men. Mit ihrer Hilfe werden ver­schie­de­ne Roh- und Rest­stof­fe ver­ar­bei­tet. Die Pro­duk­te der Ver­ar­bei­tung werden auf ihre Taug­lich­keit für Anwen­dun­gen Land­wirt­schaft und Indus­trie unter­sucht.

För­de­rung der Inno­va­ti­on

Die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die Anschaf­fung der Green­Car­bon Lab Infra­struk­tur gibt es seitens des Landes Nie­der­ös­ter­reich, welches das Vor­ha­ben im Rahmen eines Infra­struk­tur-Calls fördert. Die Mittel kommen aus dem Euro­päi­schen Fonds für regio­na­le Ent­wick­lung (EFRE) in Öster­reich im Rahmen des Pro­gram­mes für „Inves­ti­tio­nen in Wachs­tum und Beschäf­ti­gung 2014–2020“. 16 Pro­jek­te wurden ein­ge­reicht, wovon 8 geneh­migt wurden. Dar­un­ter das Green­Car­bon Lab von BEST! Die Anträge wurden hin­sicht­lich wis­sen­schaft­li­cher Neuheit, Stand­ort­ent­wick­lung, Ver­wer­tungs­po­ten­zi­al, Leis­tungs­fä­hig­keit und Nach­hal­tig­keit und Digi­ta­li­sie­rung von einer Exper­ten­ju­ry bewer­tet.

Zukünf­tig werden die For­schungs- und Ent­wick­lungs­the­men rund um Green Carbon gemein­sam mit Part­nern aus Indus­trie und For­schung im Green­Car­bon Lab am Stand­ort Wie­sel­burg bear­bei­tet. Dabei stützen sich die Forscher*innen auch auf das Netz­werk des Tech­no­pols Wie­sel­burg, der die Koope­ra­ti­on zwi­schen Wis­sen­schaft und Wirt­schaft unter­stützt.

Infos:
Das COMET-Zentrum BEST – Bio­en­er­gy and Sus­tainable Tech­no­lo­gies GmbH wird im Rahmen des Pro­gramms COMET – Com­pe­tence Centers for Excel­lent Tech­no­lo­gies aus Mitteln des Kli­ma­schutz­mi­nis­te­ri­ums (BMK), des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums (BMDW) und der Länder Stei­er­mark, Nie­der­ös­ter­reich und Wien geför­dert und von der natio­na­len För­der­agen­tur FFG betreut. www.ffg.at/comet. BEST füllt die Lücke zwi­schen aka­de­mi­scher For­schung und Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung durch indus­trie­ge­trie­be­ne, ange­wand­te For­schung und Ent­wick­lung der Bio­en­er­gie, der nach­hal­ti­gen bio­ba­sier­ten Öko­no­mie und der zukunfts­fä­hi­gen Ener­gie­sys­te­me.

Die Eigen­tums­ver­hält­nis­se des Zen­trums stellen sich wie folgt dar: 19 % Verein der Wirt­schafts­part­ner im K1-Zentrum BEST. 13,5 % Uni­ver­si­tät für Boden­kul­tur Wien. 17 % Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Graz. 13,5 % Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Wien.  13,5 % FH Wiener Neu­stadt GmbH. 10,0 % Joan­ne­um Rese­arch For­schungs­gmbH. 13,5 % Repu­blik Öster­reich FJ/BLT Wie­sel­burg.

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