JUST-Redaktion|

Fin­ger­pro­the­se aus dem 3D-Drucker

Die individuelle Herstellung von Fingerknochen oder Gelenkimplantaten nach einer Amputation war das Ziel eines transnationalen Forschungsprojekts.

Der Verlust eines Fingers bedeu­tet für Betrof­fe­ne starke Ein­schrän­kun­gen sowohl beim prä­zi­sen Greifen als auch in der Greif­kraft. High­tech-Fin­ger­im­plan­ta­te können Abhilfe schaf­fen. Deshalb haben sich pol­nisch-öster­rei­chi­sche For­schungs- und Fir­men­part­ner im Rahmen des vom M‑ERA.NET-Konsortiums (Euro­pean Rese­arch Area Network im Bereich Pro­duk­ti­on und Metall) geför­der­ten Pro­jek­tes fin­ger­IM­PLANT zum Ziel gesetzt, für Betrof­fe­ne Fin­ger­kno­chen- und Gelenk­im­plan­ta­te zu ent­wi­ckeln und Vor­aus­set­zun­gen für zukünf­ti­ge Ner­ven­trans­plan­ta­te zur Gefühls­wahr­neh­mung zu schaf­fen.

3‑Druck und Plas­ma­be­schich­tung bei MATE­RI­ALS in Niklas­dorf
Koor­di­niert wurde das For­schungs­pro­jekt vom Insti­tut MATE­RI­ALS, dem Insti­tut für Sen­so­rik, Pho­to­nik und Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gien der JOAN­NE­UM RESE­ARCH. Das Team um Rein­hard Kaindl hat einen Demons­tra­tor für das Implan­tat­sys­tem ent­wi­ckelt, der im 3D-Druck­ver­fah­ren am MATE­RI­ALS-Stand­ort in Niklas­dorf und beim Fir­men­part­ner Lithoz in Wien aus einer hoch­elas­ti­schen Legie­rung aus Titan, Alu­mi­ni­um, Vana­di­um und ver­schleiß­fes­ten Kera­mi­ken her­ge­stellt wurde.

Das Insti­tut brachte zudem seine Exper­ti­se im Bereich der Ober­flä­chen­be­hand­lung in das Projekt ein. So wirkt etwa eine Beschich­tung mit dem Mineral Hydro­xyla­pa­tit – ein Haupt­be­stand­teil unserer Knochen und Zähne – mittels Atmo­sphä­ren­druck­plas­ma anti­mi­kro­biell und ermög­licht opti­ma­les Ein­wach­sen des Implan­tats in den Knochen.

Im Zuge des Pro­jekts wurde auch das dazu pas­sen­de Ope­ra­ti­ons­werk­zeug vom pol­ni­schen Her­stel­ler chir­ur­gi­scher Instru­men­te CHIRMED ent­wi­ckelt.

reinhard.kaindl@joanneum.at

Weitere Beiträge

Zu viel „Office House­work“ kann der Kar­rie­re schaden

Wenn Frauen in einem Unter­neh­men frei­wil­lig Zusatz­auf­ga­ben über­nehmen, sollten sie genau schauen, wofür sie sich bereit erklä­ren. Wie ein For­schungs­team der WU Wien heraus-
gefun­den hat, können bestimm­te ­Auf­ga­ben, das soge­nann­te „Office House­work“, der
Kar­rie­re eher schaden.

Story lesen