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Erwei­te­rung der Roh­stoff­ba­sis für die Stahl­in­dus­trie

Der Stahlsektor befindet sich – wie die gesamte energie­intensive Industrie – in einem Transformationsprozess. Die damit verbundene Dekarbonisierung ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes im Einklang mit dem europäischen Clean Industrial Deal.

For­schungs­teams am Metall­ur­gi­schen Kompetenz­zentrum K1-MET leisten wert­vol­le Arbeit dafür.

Derzeit werden 70 Prozent des welt­weit erzeug­ten Stahls aus den Roh­stof­fen Eisen­erz und Koh­len­stoff über die Route Hoch­ofen-Kon­ver­ter gewon­nen. Rund 30 Prozent stammen aus der schrott­ba­sier­ten Elek­tro­licht­bo­gen­ofen-Route. Und der Bedarf an Stahl wird steigen. „Wir fokus­sie­ren uns in Area 1 des For­schungs­pro­gramms der K1-MET GmbH unter anderem darauf, metall­ur­gi­sche Pro­zes­se noch effi­zi­en­ter zu machen und Mate­ri­al­kreis­läu­fe zu schlie­ßen, indem Neben­pro­duk­te in den Pro­duk­ti­ons­pro­zess rück­ge­führt werden“, sagt Johan­nes Rieger, Bereichs­lei­ter am Metall­ur­gi­schen Kom­pe­tenz­zen­trum K1-MET.

Ein For­schungs­schwer­punkt sucht nach Mög­lich­kei­ten, um den Einsatz von Stahl­schrott, einer CO2-freien Roh­stoff­quel­le für eine nach­hal­ti­ge Stahl­in­dus­trie, zu erhöhen und zu opti­mie­ren. Pro­gno­sen zufolge wird sich die Menge an welt­weit ver­füg­ba­rem Schrott in den kom­men­den 25 Jahren auf rund 900 Mil­lio­nen Tonnen ver­dop­peln. Dieser Schrott eignet sich aber nicht für die Her­stel­lung jeder Stahl­sor­te.

„Spe­zi­ell Altschrott beinhal­tet höhere Anteile an Begleit­ele­men­ten wie Molyb­dän, Kupfer oder Zinn, die in den Pro­duk­ti­ons­pro­zess gelan­gen und die Qua­li­tät sowie die Eigen­schaf­ten des Stahls beein­flus­sen“, weiß Rieger.

Obwohl Altschrot­te vor der Ver­ar­bei­tung auf­be­rei­tet werden, sei die genaue Zusam­men­set­zung in manchen Fällen unklar. Rieger: „Unsere For­schungs­an­stren­gun­gen zielen darauf ab, den Schrott, der bei­spiels­wei­se aus dem Shred­der kommt, mit neuen Metho­den zu cha­rak­te­ri­sie­ren, um diesen danach auto­ma­ti­siert zu sor­tie­ren. Man kann dabei bei­spiels­wei­se eine Kom­bi­na­ti­on von opti­scher Sen­so­rik und Spek­tro­sko­pie ein­set­zen. Damit kann man Form bzw. Größe der Shred­der­schrott­tei­le und ihre Zusam­men­set­zung genauer bestim­men.“

Ein wei­te­rer Fokus der Arbeit der K1-MET GmbH in der Area 2 gemein­sam mit den Indus­trie­part­nern liegt auf der Ent­wick­lung neuer Tech­no­lo­gien. Ziel ist es, einen Groß­teil der welt­weit ver­füg­ba­ren Erze mit einem Eisen­ge­halt von weniger als 65 Prozent, wie sie heute im Hoch­ofen­pro­zess ein­ge­setzt werden, für neue Direkt­re­duk­ti­ons­ver­fah­ren auf Was­ser­stoff­ba­sis zugäng­lich zu machen.

Letzt­lich ist man bei K1-MET auch bemüht, die Kreis­lauf­wirt­schaft im Sinne des „Steel and Metals Action Plan“ der EU-Kom­mis­si­on zu stärken: Neben­pro­duk­te wie Schla­cken, Schläm­me oder Stäube, die bei den metall­ur­gi­schen Pro­zes­sen anfal­len und die teils beträcht­li­che Mengen an Eisen und anderen Wert­me­tal­len beinhal­ten, sollen zurück­ge­won­nen werden. „Damit lassen sich primäre Roh­stof­fe erset­zen“, sagt Rieger. „In dieser Hin­sicht unter­stüt­zen wir als Kom­pe­tenz­zen­trum auch unsere Unter­neh­mens­part­ner.“

Das von der For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft FFG und den Bun­des­län­dern Ober­ös­ter­reich, Stei­er­mark und Tirol im Rahmen von COMET mit­fi­nan­zier­te For­schungs­pro­gramm bei K1-MET läuft in der aktu­el­len För­der­pe­ri­ode noch bis 2027. „In der nächs­ten För­der­pe­ri­ode bis 2031 wollen wir die jetzt ent­wi­ckel­ten Tech­no­lo­gien über den Labor­maß­stab hinaus ska­lie­ren und in Pilot­an­la­gen testen“, stellt Rieger in Aus­sicht.

www.k1-met.com

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