JUST-Redaktion|

Wenn Kälte heilen kann

Kälte kann Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen und positive therapeutische Effekte erzielen. Immer mehr Gesundheitszentren, Hotels und Resorts bieten Kryotherapie in Kältekammern an, in denen man bei minus 110 Grad Celsius einige Minuten verbringen soll.
Fotocredit: OOOM

DEN ANFANG MACHT DER SONG. Bevor man die Käl­te­kam­mer im Bleib Berg Health Retreat im Kärnt­ner Bad Blei­berg im Bade­an­zug, mit Sport­schu­hen, dicker Haube und Hand­schu­hen betritt, darf sich jeder sein Lieb­lings­lied aus­wäh­len. Eine Musik, die man während der drei Minuten mit voller Laut­stär­ke im Kopf­hö­rer ein­ge­spielt bekommt, in denen man bei minus 110 Grad Celsius in der Kryo­the­ra­pie-Kammer ver­bringt. Ich wähle „Don’t Stop Me Now“ von Queen. Ein per­fek­ter Song, wie sich her­aus­stel­len sollte.

Es ist ein selt­sa­mes Gefühl, in die Kälte zu gehen. Bei der Ganz­kör­per-Käl­te­the­ra­pie werden Stoff­wech­sel­vor­gän­ge auf Zell­ebe­ne beein­flusst. Das hilft in der Schmerz­the­ra­pie, nach Ope­ra­tio­nen, bei Bänder‑,Muskel- und Gelenks­ver­let­zun­gen, aber auch bei ver­schleiß­be­ding­ten Gelenks- und Wir­bel­säu­len­er­kran­kun­gen, Mus­kel­ver­span­nun­gen und­rheu­ma­ti­schen Erkran­kun­gen. Auch bei Angst, Panik­at­ta­cken oder Schlaf­stö­run­gen soll die Kryo­the­ra­pie Erfolge erzie­len.

Zur Ein­ge­wöh­nung geht man zunächst bei „nur“ minus 45 Grad in eine Vor­kam­mer, wo man sich 30 Sekun­den lang akkli­ma­ti­sie­ren kann. Dann ist es so weit: Die Tür geht auf, ich betrete die Käl­te­kam­mer mit ihren minus 110 Grad, die Tür hinter mir schließt sich und die Musik spielt los. Mein Körper schal­tet auto­ma­tisch in den Über­le­bens­mo­dus. Durch die Glas­schei­be beob­ach­tet mich eine Mit­ar­bei­te­rin und ver­sucht mich durch Hand­zei­chen – Daumen rauf! – zu moti­vie­ren. Sie zeigt mir jede volle Minute an. Die Kälte ist unbe­schreib­lich. Sie lähmt mich selt­sa­mer­wei­se nicht, sie ist viel­mehr ein Kick. Ich beginne los­zu­tan­zen. Nach­ei­ner Minute bin ich kurz davor abzu­bre­chen.

Doch die Musik hilft – und ich tanze weiter. Wir sind jetzt bei zwei Minuten ange­langt. Nun sagt mir mein Ehrgeiz: Die letzte Minute schaffe ich auch noch. Kurz, bevor es end­gül­tig uner­träg­lich wird, sind die drei Minuten um. Ich ver­las­se die Kammer. Bis zu 700 Kalo­rien ver­liert man in dieser Zeit, ein netter Neben­ef­fekt. Dafür müsste ich ein­ein­halb Stunden joggen. Mein Kopf ist klar, ich fühle mich wie nach drei Espres­si, mein ganzer Körper fühlt sich wohl an. Ich bin fit für den Tag. Und würde es wieder tun.

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