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Mind­trip in die Natur

Jeder Aufenthalt in der Natur verändert uns physisch und psychisch: Bereits zwei Tage Naturerlebnis haben einen Monat lang eine positive Wirkung und stärken unser Immunsystem. Selbst die simulierte Natur verändert uns: Drei Minuten Naturvideos am Smartphone anzusehen lassen uns schneller erholen.
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ER IST EIN KRAFT­PLATZ INMIT­TEN DER STADT, eine Oase der Ruhe und Ent­span­nung. Pro Tag nutzen bis zu einer halben Million Men­schen­den Central Park in New York, mit 349 Hektar der wohl größte künst­lich geschaf­fe­ne Park in einer Mil­lio­nen­me­tro­po­le. Wie wichtig solche Grün­oa­sen für uns sind, belegen neue wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se. Für eine große Studie in Japan wurden Test­per­so­nen einer­seits in Wälder und ander­seits in Stadt­ge­bie­te geschickt. In einer zweiten Test­rei­he wurden die Ziele der Gruppen getauscht, jeder musste eine Viel­zahl­me­di­zi­ni­scher Tests davor und danach absol­vie­ren. Das Ergeb­nis war ein­deu­tig: Wald­um­ge­bun­gen führen zu einer nied­ri­ge­ren Kon­zen­tra­ti­on des Stress­hor­mons Cor­ti­sol, auch Puls­fre­quenz und Blut­druck nahmen signi­fi­kant ab. Die Natur hat eine außer­or­dent­lich güns­ti­ge Wirkung auf unseren Orga­nis­mus, sie hilft uns Stress abzu­bau­en und Burnout zu ver­hin­dern.

Es reichen bereits zwei Tage in der Natur aus, um eine nach­hal­ti­ge Wirkung auf unsere Gesund­heit zu erzie­len und unser Immun­sys­tem­deut­lich zu stärken, spe­zi­ell bei jenen Zellen, die Krank­heits­er­re­ger bekämp­fen. Ihre Anzahl erhöht sich durch einen Wald­auf­ent­halt deut­lich. Gleich­zei­tig geht die Kon­zen­tra­ti­on des Stress­hor­mons Adre­na­lin zu-rück. Auch Mes­sun­gen nach 30 Tagen zeigten noch die posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen eines Aus­flugs in die Natur.

Die simu­lier­te Natur

Doch auch allein ihr Anblick auf Videos kann uns inner­halb nur weniger Minuten in einen anderen phy­sio­lo­gi­schen Zustand ver­set­zen. Die Chal­mers Uni­ver­si­ty of Tech­no­lo­gy in Schwe­den hat die phy­sio­lo­gi­schen Reak­tio­nen von gestress­ten Per­so­nen unter­sucht, denen nach dem Zufalls­prin­zip eine Erho­lungs­pe­ri­ode gestat­tet wurde. In ihr wurde ihnen eines von sechs Videos vor­ge­spielt, das ent­we­der die Natur und Wasser zeigte oder Gebäude ohne jedes Grün. Dabei wurden Blut­druck, Herz­fre­quenz, Haut­leit­wert und Mus­kel­span­nung gemes­sen. Die Unter­su­chung belegte, dass die Erho­lung von Stress schnel­ler von­stat­ten­ging, wenn sich die Test­per­son Natur­vi­de­os ansah. Das Unglaub­li­che dabei: die Schnel­lig­keit der Erho­lung. Schon nach nur drei Minuten waren signi­fi­kan­te Ver­än­de­run­gen aller phy­sio­lo­gi­schen Para­me­ter messbar.

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