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„Edelsteine sind keine Spekulationsobjekte“

Thomas Schröck, The Natural Gem:

In Edelsteine ohne schlechtes Gewissen zu investieren bedeutet, auf Herkunftsländer und Zertifikate zu achten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Edelsteine aus Sri Lanka wählen, rät der Edelsteinexperte Thomas Schröck. Dort hat die Regierung vor einigen Jahren alle Großkonzerne des Landes verwiesen und verpachtet dieses wieder an die Bauern, die Steine abbauen dürfen. Edelsteine spielen eine wichtige Rolle für Regierungen, die mitunter damit Kriege finanzieren. Für Thomas Schröck sind deshalb Edelsteine aus Afghanistan tabu. Grundsätzlich ist der Abbau von Edelsteinen aus primärer Quelle, also direkt aus dem Gestein Handarbeit, in vielen Ländern sind die Abbaubedingungen gesetzlich geregelt. Edelsteine aus sekundären Lagerstätten haben sich im Laufe der Jahrhunderte aus dem Ursprungsgestein gelöst, wurden von Flüssen weggetragen und finden sich nun unter Sedimentschichten. Aus diesem Abbau stammen die meisten Edelsteine.

Edelsteine sind für Thomas Schröck keine Spekulationsobjekte, sondern dienen dem langfristigen Werterhalt. Und sie bedürfen der Beratung durch Experten, denn der Markt für Edelsteine ist nicht geregelt. Was die politischen Dimensionen betrifft – aktuell gibt es in den großen Herkunftsländern Burma, Sri Lanka oder Mosambik politische Unruhen–, müsse bei aller Skepsis bedacht werden, dass der Abbau für die jeweiligen Nationen eine wichtige Einkommensquelle darstelle und Arbeitsplätze schaffe, sagt Thomas Schröck. Aktuell ist China der größte Investor auf dem Edelsteinsektor, die Preise sind aufgrund der starken Nachfrage entsprechend gestiegen.

Fotocredit: Tina King