JUST-Redaktion|

Design macht den Unter­schied

Gute Gestal­tung als wesent­li­ches Element für den wirt­schaft­li­chen Erfolg: Bei den dies­jäh­ri­gen Hol­len­eg­ger Design­ge­sprä­chen wurde anschau­lich ver­mit­telt, wie man Wiener Kaffee-Tra­di­ti­on neu inter­pre­tiert, Zim­mer­tü­ren zu per­sön­li­chen Por­träts macht und wie Holz als Design­ele­ment wirkt. Mit dabei waren unter anderem Ver­tre­ter des Hotels Pierer, der Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur Augar­ten und der Sigmund-Freud-Uni­ver­si­tät Wien. Orga­ni­siert wurde die Ver­an­stal­tung, die von 3. bis 4. Juli statt­fand, von den Crea­ti­ve Indus­tries Styria in Koope­ra­ti­on mit Schloss Hol­len­egg for Design.

Intel­li­gen­te Gestal­tung des öffent­li­chen Raumes war das Thema der Fach­ta­gung zum Auftakt der Ver­an­stal­tung auf Schloss Hol­len­egg for Design, bei der Archi­tekt Karl­heinz Boiger (Hohen­sinn Archi­tek­tur), Eli­sa­beth Fiedler (Lei­te­rin des Insti­tuts für Kunst im öffent­li­chen Raum am Uni­ver­sal­mu­se­um Joan­ne­um), Desi­gner Sigi Ramoser (Sägen­vier Design­Kom­mu­ni­ka­ti­on) und Aglaée Degros (Urban Plan­ne­rin und Lei­te­rin des Insti­tuts für Städ­te­bau an der TU Graz) Ansätze vor­stell­ten und dis­ku­tier­ten. Am zweiten Tag standen Desi­gne­rIn­nen und Wirt­schafts­trei­ben­de im Fokus.

Design­ge­spräch 1: Wiener Tra­di­ti­on, neu inter­pre­tiert

Zwei Ele­men­te zogen Karin San­tor­so und Barbara Ambrosz vom Design­stu­dio LUCY.D heran, um die Wiener Kaffee-Tra­di­ti­on neu zu inter­pre­tie­ren: die Melange-Tasse und das Was­ser­glas. Die Grund­hal­tung der Desi­gne­rin­nen bei ihren Krea­tio­nen ist, etwas Vor­han­de­nes auf­zu­grei­fen und ihm eine Gestalt zu geben, die intui­tiv nutzbar ist. Doch es gab Start­schwie­rig­kei­ten: „Wie das so oft ist, werden Pro­jek­te aus ver­schie­de­nen Gründen auf Eis gelegt“, so Karin San­tor­so. „Das war mit dem Melange-Set genauso.“ Erst 2016 nahm das Projekt in Zusam­men­ar­beit mit Edwige Gross­nigg von der Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur Augar­ten wieder Fahrt auf und wurde um den Unter­tel­ler ergänzt. „Das Projekt an sich musste einfach funk­tio­nie­ren. Es hat den Nagel auf den Kopf getrof­fen“, erklärt Gross­nigg. San­tor­so ver­bin­det mit der Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur Augar­ten „eine lange, kon­ti­nu­ier­li­che Zusam­men­ar­beit, die viele Höhen und Tiefen durch­lau­fen hat und letzt­end­lich erfolg­reich endete.“ So erfolg­reich, dass das nächste Ziel der Desi­gne­rin­nen und des Auf­trag­ge­bers fest­steht: das Melange-Set um weitere Ele­men­te zu erwei­tern.

Design­ge­spräch 2: Holz­hy­brid­bau auf der Teich­alm

Holzbau kommt im Tou­ris­mus gut an. Das bewies Alfred Pierer in Zusam­men­ar­beit mit Josef Göbel von der Tisch­le­rei Göbel, die das Alm­well­ness-Hotel Pierer in den letzten 10 Jahren neu gestal­te­te. „Das Ver­trau­en wurde über Jahre auf­ge­baut. Am Anfang ist man sehr kri­tisch und schaut genau. Jetzt ist das Ver­trau­en da, dass es für uns keine Nach­tei­le gibt, der Preis gehal­ten wird, das Haus funk­tio­niert und wir mit dem Bau nicht belas­tet sind. Unser Job beginnt, wenn alles fertig ist, das ist unser Zugang“, so Pierer. Das neu gestal­te­te Hotel soll vor allem eines sein: sty­lisch und edel, aber trotz­dem gemüt­lich. Bei der Auswahl der Mate­ria­li­en wurde auf deren Qua­li­tät und „Ehr­lich­keit“ geach­tet. Josef Göbel über das Projekt: „Für uns ist wichtig, wie es im Anschluss funk­tio­niert und wie es von den Leuten auf­ge­nom­men wird.“

Design­ge­spräch 3: Memo­ries-XL – Erin­ne­run­gen auf Zim­mer­tü­ren im Alters­heim

Wie kann man die Qua­li­tät in Alten­hei­men ver­bes­sern? Diese Frage stell­ten sich Martin Föss­leit­ner vom Infor­ma­ti­ons­de­sign-Büro hi-pe.at und Stefan Hampl, Vize­rek­tor Lehre der Sigmund-Freud-Pri­vat­uni­ver­si­tät. Mit dem Projekt „Memo­ries-XL“ stell­ten die Pro­jekt­part­ner das Wohl von Alten­heim­be­woh­ne­rIn­nen und Betreue­rIn­nen in den Mit­tel­punkt. Es skiz­ziert die Bio­gra­phie der Bewoh­ne­rIn­nen in einer Mischung aus Bildern, Texten und Info­gra­fi­ken. Zu sehen sind diese auf den Zim­mer­tü­ren des Alten­heims. Bis zur Fer­tig­stel­lung der Bio­gra­phien galt es, einige Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern. „Was gelin­gen muss, ist, dass man die Leute erzäh­len lässt“, so Hampl. Das Projekt stieß im Laufe der Durch­füh­rung nicht immer auf Zuspruch. „Gegen­wind kommt von den Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­nern selten, von den Fami­li­en schon eher“, beschreibt Föss­leit­ner. Doch der Wert der Erin­ne­run­gen ist sowohl für die Bewoh­ne­rIn­nen selbst als auch für die Betreue­rIn­nen groß. „Es ist span­nend zu sehen, wie viel man mit gerin­gem Einsatz von Mitteln bewir­ken kann“, sagt Hampl.

 

Foto v.l.: Alfred Pierer (Alm­well­ness Hotel Pierer), Josef Göbel (Tisch­le­rei Göbel), Desi­gner Sigi Ramoser (Sägen­vier Design­Kom­mu­ni­ka­ti­on), Karl­heinz Kohr­gru­ber (Land Stei­er­mark, Abtei­lung Wirt­schaft, Tou­ris­mus, Sport), Martin Föss­leit­ner (Infor­ma­ti­ons­de­sign-Büro hi-pe.at), Karl­heinz Schus­ter (Bür­ger­meis­ter von Schwan­berg), Karin San­tor­so (Design­stu­dio LUCY.D), Edwige Gross­nigg (Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur Augar­ten), Stefan Hampl (Sigmund-Freud-Pri­vat­uni­ver­si­tät Wien), Eber­hard Schr­empf (Geschäfts­füh­rer Crea­ti­ve Indus­tries Styria), Erhard Pret­ter­ho­fer (Geschäfts­füh­rer Holz­clus­ter Stei­er­mark) und Alice Stori Liech­ten­stein (Schloss Hol­len­egg for Design), Foto­credit: CIS/Podesser

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