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Corona prüft uns

Um die ÖsterreicherInnen möglichst gut durch die Corona-Krise zu bringen, werden zwei zusammenwirkende Hauptstrategien verfolgt: Social Distancing verbunden mit Maskenpflicht und Contact Tracing mit gezielter Isolation erkrankter und möglicherweise angesteckter Personen. Viele andere von Corona betroffene Länder setzten und setzen ähnliche Maßnahmen, was aber bei Weitem nicht überall einen ausreichend schnellen und großen Effekt zeigte.

Dies hat wahrscheinlich einerseits kulturelle Gründe, Familien- und Gesellschaftsleben ist im Norden Europas traditionell von größerer Distanz geprägt als im Süden des Kontinents. Andererseits basiert der Erfolg gerade des Contact Tracings auf einer funktionierenden Verwaltung, in diesem Falle dem öffentlichen Gesundheitsdienst. Gerade die öffentliche Gesundheitsverwaltung liegt in „Normalzeiten“ zumeist unter der Wahrnehmungsschwelle der Medien und der Bevölkerung und auch die Ressourcen dieses Bereichs wurden in den letzten Jahrzehnten zunehmend eingeengt.

Dies gilt insbesondere auch für die Berufsgruppe, die federführend die Strategien zur Eindämmung der Pandemie umsetzt, nämlich die AmtsärztInnen. Alle damit zusammenhängenden Entscheidungen erfordern ein Höchstmaß an Fingerspitzengefühl und Verantwortung, um das richtige Maß der gesetzten Handlungen im Spannungsfeld zwischen medizinischer Notwendigkeit und gesellschaftspolitischer Verträglichkeit zu finden. Neben medizinischem Fachwissen sind Gesetzmäßigkeit, Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit – die klassischen Säulen einer guten Verwaltung – sicherzustellen.

Österreich verfügt, wie man jetzt gut sieht, über eine solche funktionierende Verwaltung mit großer Tradition. Ideen und Pläne zum Verwaltungsabbau oder beispielsweise auch zur Bettenreduktion in Spitälern erscheinen angesichts der jetzigen Bedeutung bestehender und funktionierender Systeme in einem neuen Licht.

 

Foto v.l: Daniela Goritschan, Leiterin Amtsärztlicher Dienst Stadt Graz, und Eva Winter, Leiterin des Grazer Gesundheitsamtes.

Fotocredit: Foto Fischer

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