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JUST-Redaktion|

Glück­lich trotz Geld: Con­stan­tin Veyder-Malberg über den Gene­ra­tio­nen­wech­sel

Leben, Lebensstandard, Lebenswerk: Constantin Veyder-Malberg, Vorstand Schelhammer Capital, erklärt, warum der Generationenwechsel jetzt zur zentralen Aufgabe des Private Banking wird.

JUST im Gespräch mit Con­stan­tin Veyder-Malberg, Vor­stand Schel­ham­mer Capital.

Die Ern­tepha­se der Baby­boo­mer

JUST: Was sind die Themen im aktu­el­len Bera­tungs­all­tag einer Pri­vat­bank?

Veyder-Malberg: Der Groß­teil des Ver­mö­gens in Öster­reich liegt derzeit bei den gebur­ten­star­ken Jahr­gän­gen. Sie kommen jetzt in ein ent­schei­den­des Alter. Es geht nicht mehr nur ums Geld­ver­die­nen und Wachsen. Es geht um die Wei­ter­ga­be und um die Orga­ni­sa­ti­on des letzten Lebens­ab­schnitts – der Ern­tepha­se. Zusätz­lich kommt auch oft das Thema Erben dazu. Dank der gestie­ge­nen Lebens­er­war­tung leben die Eltern der heute 60-Jäh­ri­gen oft noch. Aus diesem Grund haben wir Schwer­punk­te in unserer Bera­tung mit den Themen der Ruhe­stands­pla­nung, Wei­ter­ga­be oder auch Tes­ta­ment, Erben sowie Vor­sor­ge­voll­mach­ten.

JUST: Es geht also nicht nur ums Geld?

Veyder-Malberg: Es geht darum, unsere Kun­din­nen und Kunden glück­lich zu machen – trotz Geld. Denn wer Geld hat, weiß am besten, dass es viel mehr Fragen und Pro­ble­me macht als man viel­leicht denkt, wenn man es (noch nicht) hat. Es geht in der Bera­tung daher darum, das Ver­mö­gen für die Zukunft richtig auf­zu­stel­len. Zuerst Klar­heit über die eigenen Ziele und Wünsche zu bekom­men und dann die pas­sen­de Struk­tur des Ver­mö­gens dafür zu bekom­men. Erst wenn das geklärt ist, beginnt die eigent­li­che Kern­dienst­leis­tung einer Pri­vat­bank. Die Auswahl der pas­sen­den Ver­mö­gens­ver­wal­tung.

„Es geht darum, unsere Kun­din­nen und Kunden glück­lich zu machen – trotz Geld. Denn wer Geld hat, weiß, dass Ver­mö­gen oft mehr Fragen auf­wirft, als man denkt.“

Con­stan­tin Veyder-Malberg, Vor­stand Schel­ham­mer Capital

Die drei „L“: Leben, Lebens­stan­dard, Lebens­werk

JUST: Wie struk­tu­rie­ren Sie das Ver­mö­gen der aktu­el­len Erben­ge­nera­ti­on?

Veyder-Malberg: Als Königs­dis­zi­plin gilt die Auf­tei­lung der gesam­ten Ver­mö­gens­res­sour­cen auf mehrere Töpfe: Die drei „L“ spielen dabei eine wesent­li­che Rolle. Der Topf für das „Leben“, aus dem die lau­fen­den Aus­ga­ben gespeist werden. Der zweite Topf dient dem Erhalt des „Lebens­stan­dards“ und den dritten Topf bildet das „Lebens­werk“. Also das, was übrig bleiben soll für die Nach­welt. Mit so einer Struk­tur kann man den Schwan­kun­gen der Märkte wesent­lich besser begeg­nen. Das Ziel ist gut schla­fen UND gut essen zu können.

JUST: Wann ist der rich­ti­ge Zeit­punkt, das Ver­mö­gen so anzu­pas­sen?

Veyder-Malberg: Spä­tes­tens wenn die Phase des Ver­mö­gens­auf­baus endet und das Ein­kom­men auch aus dem erwirt­schaf­te­ten Ver­mö­gen bestrit­ten werden soll, steht eine Neu­struk­tu­rie­rung an. Unseren Bera­tern steht eine Ruhe­stands­pla­ner-App zur Ver­fü­gung, mit der die Zukunft der Kun­din­nen und Kunden im Detail model­liert werden kann. Da gibt es oft einen Aha-Effekt. Höhere Ren­di­te­er­war­tung lassen oft weniger lange Aus­zah­lungs­zei­ten zu. Der Grund liegt im Ren­dit­e­r­ei­hen­fol­ge-Risiko. Mit der Topf-Lösung lässt sich aber wieder einiges opti­mie­ren. Die Dau­men­re­gel: 3 Prozent jähr­lich vom Start­ver­mö­gen kann 30 Jahre lang netto ent­nom­men werden. Dabei wird die Ent­nah­me wert­ge­si­chert an die Infla­ti­on ange­passt. Wenn es sauber struk­tu­riert ist, bleibt dann in der Regel noch genug für die Erben übrig – oder man lebt einfach länger.

„Das Ziel ist, gut schla­fen und gut essen zu können. Dafür muss Ver­mö­gen so struk­tu­riert sein, dass es Sicher­heit gibt, den Lebens­stan­dard erhält und zugleich das Lebens­werk für die nächste Gene­ra­ti­on bewahrt.“

Con­stan­tin Veyder-Malberg, Vor­stand Schel­ham­mer Capital

Zeit, Geld, Gesund­heit – selten alles gleich­zei­tig

JUST: Es geht also um die letzte Phase des Lebens. Wie kann man sich darauf vor­be­rei­ten?

Veyder-Malberg: Jede Lebens­pha­se hat ihre Her­aus­for­de­run­gen. In der ersten Lebens­pha­se gibt es noch genug Zeit und Gesund­heit, nur das Geld ist knapp. Danach ist die Zeit die knappe Res­sour­ce und zuletzt gibt es genug Zeit und Geld, aber die Gesund­heit macht einem zu schaf­fen. Die gebur­ten­stärks­ten Jahr­gän­ge erleben sich oft in der opti­ma­len Lebens­pha­se, wo genug Geld und auch Gesund­heit da ist und über die Zeit mehr selbst verfügt werden kann. Gemein­sam klären wir dann, wann und wie der Umstieg möglich und passend ist. Dabei geht es um Unter­neh­mens­nach­fol­ge genauso wie um den Zeit­punkt des Pen­si­ons­an­tritts.

JUST: … und wann ist der rich­ti­ge Zeit­punkt für eine Über­ga­be?

Veyder-Malberg: Das ist hoch­in­di­vi­du­ell zu betrach­ten. Wir beglei­ten die Planung der Ver­mö­gens­wei­ter­ga­be mit einem eigenen Tool in Ver­bin­dung mit inter­nen und exter­nen Exper­ten. Ab 60 beginnt der Öster­rei­cher, sich mit seinem Tes­ta­ment zu beschäf­ti­gen. Aber beim Notar ist er im Schnitt erst acht Jahre später. Zur Vor­be­rei­tung haben wir als Nach­schla­ge­werk den Ver­mö­gens-Kompass geschaf­fen, der alle Berei­che von Unter­neh­mens­über­ga­ben bis zur Stif­tung oder Vor­sor­ge­voll­macht abdeckt. Das ist oft der Start­punkt für die wei­te­ren Über­le­gun­gen. Damit unsere Kun­din­nen und Kunden auch wirk­lich glück­lich sind – trotz Geld.

Facts & Figures: Schel­ham­mer Capital

  • 37 Mil­li­ar­den Euro ver­wal­te­tes Ver­mö­gen (per 31.12.2025)
  • 369 Mil­lio­nen Euro Eigen­mit­tel (per 31.12.2025)
  • 100 % öster­rei­chi­scher Eigen­tü­mer

Schel­ham­mer Capital zählt zu den tra­di­ti­ons­rei­chen Pri­vat­ban­ken Öster­reichs. Mit sieben Stand­or­ten in ganz Öster­reich und als Teil der GRAWE-Ban­ken­grup­pe kon­zen­triert sich das Haus auf Private Banking, Ver­mö­gens­ver­wal­tung und indi­vi­du­el­le Anla­ge­lö­sun­gen. Im Mit­tel­punkt stehen per­sön­li­che Bera­tung, lang­fris­ti­ger Ver­mö­gens­auf­bau und der Erhalt von Werten über Gene­ra­tio­nen hinweg. Dabei ver­bin­det Schel­ham­mer Capital die Erfah­rung einer klas­si­schen Pri­vat­bank mit zeit­ge­mä­ßen Invest­ment­stra­te­gien.

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schelhammercapital.at

Ent­gelt­li­che Ein­schal­tung.

Foto: Schel­ham­mer. Dieser Beitrag erschien in JUST Nº 46, Oktober 2026.

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