JUST-Redaktion|

Die stei­ri­sche Wirt­schaft in der Rezes­si­on

Die steirische Wirtschaft steht vor einer beispiellosen Herausforderung. Das aktuelle Wirtschaftsbarometer zeigt, dass das Wirtschaftsklima sowohl im Ist-Stand (-73,6 Prozentpunkte) als auch in den Erwartungen (-51,9 Prozentpunkte) tief in der Rezession steckt.

Unternehmer:innen kämpfen mit hohen Kosten und einem schwie­ri­gen inter­na­tio­na­len Umfeld. Wie lässt sich diese Situa­ti­on meis­tern, und welche poli­ti­schen Maß­nah­men könnten helfen?

Her­aus­for­de­run­gen der stei­ri­schen Wirt­schaft

Die stei­gen­den Arbeits- und Ener­gie­kos­ten zählen zu den größten Belas­tungs­fak­to­ren für die Unter­neh­men. Rund 76,3 % der Betrie­be sehen die Arbeits­kos­ten als größten Wett­be­werbs­nach­teil, gefolgt von den Ener­gie­kos­ten (36,7 %). Diese Fak­to­ren ver­schär­fen die Situa­ti­on, beson­ders im Hin­blick auf die globale Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Export­wirt­schaft.

Schwa­che Auf­trags­la­ge und zurück­ge­hen­de Inves­ti­tio­nen

Die Auf­trags­la­ge mar­kiert mit einem Saldo von ‑27,9 Pro­zent­punk­ten den nied­rigs­ten Wert seit der Corona-Krise. Inves­ti­tio­nen bleiben eben­falls auf einem Tiefst­stand (-22,8 Pro­zent­punk­te), was die Inno­va­ti­ons­kraft und Pro­duk­ti­vi­tät lang­fris­tig schwächt.

Regio­na­le und unter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Unter­schie­de

Während im Groß­raum Graz (-66,4 Pro­zent­punk­te) und der Ost­stei­er­mark (-79,4 Pro­zent­punk­te) die Lage kri­tisch bleibt, fällt die Ein­schät­zung in Murau-Murtal (-38,5 Pro­zent­punk­te) ver­gleichs­wei­se besser aus. Ein-Per­so­nen-Unter­neh­men zeigen leich­ten Opti­mis­mus, während Groß­un­ter­neh­men beson­ders stark von der Rezes­si­on betrof­fen sind.

Maß­nah­men zur Siche­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit
Lohn- und Ener­gie­kos­ten senken

Ein Steu­er­bo­nus auf Lohn­er­hö­hun­gen und die Ein­füh­rung einer Ener­gie­preis­brem­se könnten kurz­fris­tig Ent­las­tung schaf­fen. Diese Maß­nah­men sind essen­zi­ell, um die hohen Fix­kos­ten der Unter­neh­men zu redu­zie­ren.

Inves­ti­ti­ons­an­rei­ze schaf­fen

Die Wie­der­ein­füh­rung einer Inves­ti­ti­ons­prä­mie könnte drin­gend benö­tig­te Impulse setzen. Ins­be­son­de­re kleine und mitt­le­re Unter­neh­men könnten von einer solchen Maß­nah­me pro­fi­tie­ren und ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit stärken.

Büro­kra­tie abbauen

Ein umfas­sen­des Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rungs­pa­ket würde Ver­fah­ren beschleu­ni­gen und die Hand­lungs­fä­hig­keit der Unter­neh­men ver­bes­sern. Dadurch könnten Pro­jek­te schnel­ler umge­setzt werden.

Die wirt­schaft­li­che Zukunft der Stei­er­mark

Die Erwar­tun­gen bleiben düster: Nur 6,7 % der Betrie­be blicken opti­mis­tisch in die Zukunft, während 58,6 % wei­ter­hin pes­si­mis­tisch sind. Ohne poli­ti­sche Inter­ven­tio­nen ist keine Trend­um­kehr in Sicht.

Neben Sofort­maß­nah­men muss die Politik auch Anreize für län­ge­res Arbei­ten im Alter schaf­fen und die Steu­er­kur­ve flacher gestal­ten. Dies könnte den Arbeits­markt ent­las­ten und die Pro­duk­ti­vi­tät stei­gern.

Die stei­ri­sche Wirt­schaft benö­tigt drin­gend poli­ti­sche Unter­stüt­zung, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu sichern und eine nach­hal­ti­ge Erho­lung ein­zu­lei­ten. Maß­nah­men wie die Senkung der Lohn­ne­ben­kos­ten, die Ein­füh­rung einer Ener­gie­preis­brem­se und die För­de­rung von Inves­ti­tio­nen könnten den Weg aus der Krise ebnen. Jetzt ist die Zeit für „Taten statt Worte“, um die Zukunft der stei­ri­schen Wirt­schaft zu sichern.

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