JUST-Redaktion|

Bildung ver­bin­det

Josef Herk ist Unter­neh­mer, Arbeit­ge­ber und Prä­si­dent der WKO Stei­er­mark

Herr Prä­si­dent, wie inter­pre­tie­ren Sie die Ergeb­nis­se dieser Umfrage?

Als klares Bekennt­nis zu einem ver­nünf­ti­gen Mit­ein­an­der auf beiden Seiten. Und auch als Bestä­ti­gung dafür, dass dieses Mit­ein­an­der in den aller­meis­ten stei­ri­schen Betrie­ben tag­täg­lich gelebte Praxis ist. Zu meiner Freude sind alle Ver­su­che, einen Keil zwi­schen Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber zu treiben, offen­bar nicht auf frucht­ba­ren Boden gefal­len. Jetzt geht es darum, diesen posi­ti­ven Schwung auf allen Ebenen mit­zu­neh­men, um gemein­sam noch deut­li­cher für einen starken Stand­ort Stei­er­mark Partei zu ergrei­fen. Denn das ist es, was allen Men­schen in diesem Land zugu­te­kommt.

Worauf führen Sie dieses teil­wei­se über­ra­schend hohe „Ansehen“ des Mit­ein­an­ders in der Stei­er­mark zurück?

Die Men­schen sind sich bewusst, dass wir auf­ein­an­der ange­wie­sen sind, wenn wir im glo­ba­len Wett­be­werb bestehen wollen. Sie wissen aber auch, dass ihr Wohl­stand nicht „aus der Steck­do­se“ kommt, sondern in den Unter­neh­men erar­bei­tet wird. In den mehr als 27.000  Arbeit­ge­ber­be­trie­ben der gewerb­li­chen Wirt­schaft arbei­ten zurzeit über 360.000 Beschäf­tig­te. Die Summe der Löhne und Gehäl­ter, die von diesen Unter­neh­men aus­ge­zahlt wird, liegt bei knapp 12 Mil­li­ar­den Euro. Auch das ist ein Beitrag zu einem guten Mit­ein­an­der. Weitere 3,5 Mil­li­ar­den fließen von den Unter­neh­men direkt in die Sozi­al­töp­fe. Ich bin aber auch über­zeugt davon, dass die über­wie­gen­de Mehr­heit der Men­schen ihre Arbeit gerne macht und sie als sinn­stif­tend erfährt. Es ist doch bezeich­nend, dass das gebets­müh­len­ar­tig pro­pa­gier­te Thema der Arbeits­zeit­ver­kür­zung bei den Beschäf­tig­ten offen­bar nur wenig Wider­hall findet. Viel wich­ti­ger schei­nen ihnen hin­ge­gen soge­nann­te weiche Fak­to­ren zu sein, etwa die Mög­lich­keit zur Wei­ter­bil­dung, gesund­heits­för­dern­de Maß­nah­men oder die Ver­ein­bar­keit von Familie und Beruf.

Aus- und Wei­ter­bil­dung als ver­bin­den­des Element?

Ja. Das ist aber auch gar nicht ver­wun­der­lich. Über 15.000 junge Men­schen erler­nen derzeit in einem stei­ri­schen Unter­neh­men oder einer ver­gleich­ba­ren Aus­bil­dungs­stät­te einen Beruf. Jedes Jahr ent­schei­den sich rund 4.700 junge Männer und Frauen für diesen Weg zur Kar­rie­re. Die stei­ri­schen Unter­neh­men, aber auch die WKO als Inter­es­sen­ver­tre­te­rin der Wirt­schaft enga­gie­ren sich auf diesem Gebiet mit Nach­druck und Lei­den­schaft. Mit dem Talent­cen­ter haben wir jüngst ein inter­na­tio­nal beach­te­tes Bench­mark eta­bliert. Mit der Aus­tra­gung der Euro­s­kills 2020 in Graz tragen wir dem Umstand Rech­nung, dass unsere Lehr­lin­ge zu den besten der Welt zählen und dies bei inter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben auch immer wieder unter Beweis stellen. Und – last but not least – bin ich beson­ders stolz darauf, dass 2016 rund 60 % aller Kurs­be­su­che im WIFI Stei­er­mark – fast 40.000 Bil­dungs- und Wei­ter­bil­dungs­hung­ri­ge buchten die Ange­bo­te – von den Arbeit­ge­bern finan­ziert wurden. Das zeigt, wie viel unseren Unter­neh­men dieses Mit­ein­an­der wert ist.

Könnte man bei so viel Mit­ein­an­der nicht gleich den Tag der Arbeit und den Tag der Arbeit­ge­ber mit­ein­an­der feiern?

(Lacht.) Ja, viel­leicht irgend­wann einmal. Der Tag der Arbeit­ge­ber war nie als Gegen­ver­an­stal­tung zum Tag der Arbeit gedacht. Es geht einfach darum, bewusst zu machen, dass es ohne Unter­neh­mer­tum und damit ohne Arbeit­ge­ber keine Beschäf­ti­gung und somit auch keinen Wohl­stand gäbe. Und das scheint uns doch recht gut zu gelin­gen.

 

 

Foto­credit: WKO Steiermark/Chris Zenz, Shut­ter­stock

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