JUST-Redaktion|

Aktu­el­le Zins­ent­wick­lung der EZB und Fed

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit Juli letzten Jahres die Leitzinsen um insgesamt 425 Basispunkte erhöht, wobei die jüngste Zinserhöhung am 27. Juli die neunte in Folge war.
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Der Haupt­re­fi­nan­zie­rungs­satz liegt aktuell bei 4,25 %, der Ein­la­ge­satz bei 3,75 %. Trotz der deut­li­chen Zins­er­hö­hun­gen zeigt sich die EZB vor­sich­tig in ihrem Vor­ge­hen. EZB-Prä­si­den­tin Chris­ti­ne Lagarde betonte, dass das zukünf­ti­ge Vor­ge­hen vor allem daten­ab­hän­gig sei. Die EZB beob­ach­tet genau, wie sich die bis­he­ri­gen Zins­an­he­bun­gen auf die Infla­ti­on und die Wirt­schaft in der Euro­zo­ne aus­wir­ken, um weitere Ent­schei­dun­gen zu treffen. Aller­dings stehen ihr auch Her­aus­for­de­run­gen bevor, da einige Früh­in­di­ka­to­ren auf eine mög­li­che Wirt­schafts­ab­schwä­chung hin­deu­ten und die Infla­ti­on hart­nä­ckig bleibt.

Fed: His­to­ri­sche Zins­er­hö­hun­gen trotz solider Wirt­schafts­la­ge

Im Gegen­satz zur EZB hat die US-Noten­bank, die Fed, ihren Zins­er­hö­hungs­zy­klus fort­ge­setzt und die Leit­zin­sen seit März letzten Jahres um 525 Basis­punk­te ange­ho­ben. Mit einer aktu­el­len Ober­gren­ze der Leit­zin­sen bei 5,5 % zeigt sich die Fed ent­schlos­sen, die Infla­ti­on in den Griff zu bekom­men. Die robus­ten Kon­junk­tur­da­ten und die anhal­ten­de Infla­ti­on haben die Noten­bank dazu ver­an­lasst, ihre Zins­pro­jek­tio­nen nach oben anzu­pas­sen. Aller­dings sind die Markt­teil­neh­mer vor­sich­ti­ger und gehen nicht davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr noch­mals anheben wird. Statt­des­sen erwar­ten sie mode­ra­te Zins­sen­kun­gen im kom­men­den Jahr.

EZB in einer Zwick­müh­le: Zwi­schen Infla­ti­on und Wirt­schafts­wachs­tum

Die EZB steht vor einer schwie­ri­gen Ent­schei­dung, da sie mit stei­gen­den Zinsen die Infla­ti­on kon­trol­lie­ren möchte, aber gleich­zei­tig einen zu starken Wirt­schafts­ab­schwung ver­hin­dern muss. Die Bürger der Euro­zo­ne haben bereits einen infla­ti­ons­be­ding­ten Kauf­kraft­ein­bruch erlebt, und die Wirt­schaft ist knapp einer Rezes­si­on ent­gan­gen. Die Zukunft bleibt unsi­cher, da ein mög­li­ches Abrut­schen in die Rezes­si­on droht. Die EZB hofft, dass die Infla­ti­on ihr 2 %-Ziel in naher Zukunft errei­chen wird, aber Pro­gno­sen deuten darauf hin, dass sie darüber auch im Jahr 2025 liegen könnte.

Fed mit opti­mis­ti­schen Kon­junk­tur­da­ten, aber Blick auf die Infla­ti­on

Die US-Wirt­schaft zeigt sich im Ver­gleich zur Euro­zo­ne derzeit solider, und ins­be­son­de­re der private Konsum über­rasch­te positiv. Der Arbeits­markt bleibt ange­spannt, aber es wurden eine beträcht­li­che Anzahl neuer Stellen geschaf­fen. Die Fed revi­dier­te ihre Pro­gno­se für die Arbeits­lo­sen­ra­te nach unten, was auf eine anhal­ten­de Sta­bi­li­tät hin­deu­tet. Dennoch ist die Infla­ti­on noch nicht unter Kon­trol­le, und die Fed sieht wei­ter­hin Hand­lungs­be­darf. Die Markt­teil­neh­mer sind vor­sich­tig opti­mis­tisch und gehen von mode­ra­ten Zins­sen­kun­gen im kom­men­den Jahr aus.

Zins­struk­tur­kur­ven mahnen zur Vor­sicht

Sowohl in der Euro­zo­ne als auch in den USA sind die Zins­struk­tur­kur­ven stark invers, was auf mög­li­che wirt­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen hin­deu­ten kann. Eine Anpas­sung der Ren­di­ten könnte eine Ver­fla­chung der Zins­struk­tur­kur­ve zur Folge haben, was bei einem Wirt­schafts­ab­schwung oder wei­te­ren Zins­sen­kun­gen durch die Zen­tral­ban­ken ein­tre­ten könnte. Die Noten­ban­ken müssen daher sorg­fäl­tig abwägen, wie sie auf die aktu­el­le wirt­schaft­li­che Lage und die Infla­ti­on reagie­ren. Die zukünf­ti­gen Zins­ent­schei­dun­gen werden ent­schei­dend von den wirt­schaft­li­chen Daten und Ent­wick­lun­gen abhän­gen.

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