JUST-Redaktion|

Zu viel „Office House­work“ kann der Kar­rie­re schaden

Wenn Frauen in einem Unternehmen freiwillig Zusatzaufgaben über­nehmen, sollten sie genau schauen, wofür sie sich bereit erklären. Wie ein Forschungsteam der WU Wien heraus- gefunden hat, können bestimmte ­Aufgaben, das sogenannte „Office Housework“, der Karriere eher schaden.

Wer orga­ni­siert die Bröt­chen fürs nächste Team-event? Wer hat ein Auge drauf, dass das Arbeits­kli­ma passt? Bei solchen Fragen zeigt meist der weib­li­che Teil der Beleg­schaft auf. „Da schla­gen Rol­len­ste­reo­ty­pe durch“, weiß Isa­bel­la Grabner vom Insti­tut für Unter­neh­mens­füh­rung der WU Wien. Zusatz­auf­ga­ben, die neben dem eigent­li­chen Job anfal­len und dazu dienen, das Arbeits­kli­ma zu ver­bes­sern oder die Gemein­schaft zu fördern, sind tra­di­tio­nell Frau­en­sa­che. Sie werden als „Office House­work“ bezeich­net. Was Grabner und ihr inter­na­tio­na­les Team her­aus­ge­fun­den haben: Es besteht ein Zusam­men­hang zwi­schen diesem Phä­no­men und der Tat­sa­che, dass Spit­zen­po­si­tio­nen in Firmen meist von Männern gehal­ten werden. „Office House­work wird doppelt so oft von Frauen wie von Männern über­nom­men.

Es ist zwar für das Funk­tio­nie­ren von Orga­ni­sa­tio­nen essen­zi­ell, aber mit wenig Aner­ken­nung ver­bun­den“, sagt Grabner. „Es trägt daher kaum zum Kar­rie­re­fort­schritt bei.“ Anders aus­ge­drückt: Wenn sich eine Frau dieser Auf­ga­ben annimmt, wird das quasi als selbst­ver­ständ­lich ange­se­hen. Sollte sich doch einmal ein Mann zum „Office House­work“ bereit erklä­ren, erhalte er dafür hin­ge­gen oft Extra­lob, merkt Grabner an.

Dem gegen­über steht das „Office Glamour Work“. Das sind pres­ti­ge­träch­ti­ge, stra­te­gi­sche und sicht­ba­re Zusatz­auf­ga­ben. Sie sind über­wie­gend die Domäne der Männer. Wer sich enga­giert, steht in der Firma gut da. Frauen, die sich hier her­vor­tun, erhal­ten zwar viel­leicht ein zustim­men­des Nicken, hoffen aber in der Regel ver­geb­lich auf einen Kar­rie­re­sprung.

„Das häufige Office House­work lässt Frauen wenig Zeit und Energie für Tätig­kei­ten, die kar­rie­re­för­dernd wären“, schließt Grabner. Um Ände­run­gen zu bewir­ken, müssten unter anderem die Auf­ga­ben im Betrieb gleich­mä­ßig ver­teilt werden, etwa durch ein Rota­ti­ons­prin­zip anstel­le der Frei­wil­lig­keit. Und Frauen müssten sich das „Glamour Work“ letzt­lich auch selbst zutrau­en …

www.wu.ac.at

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gefun­den hat, können bestimm­te ­Auf­ga­ben, das soge­nann­te „Office House­work“, der
Kar­rie­re eher schaden.

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