JUST-Redaktion|

ZEUS macht die Indus­trie kli­ma­fit

Wie die Dekarbonisierung der Emissionen der Stahl- und Zementindustrie in Zukunft aussehen kann, demonstriert das Projekt ZEUS von K1-MET.
Volle Konzentration: Nicole Weber und Nikolaus Rauch vom ZEUS-Projekt mit dem Aminwäscher zur CO2-Abscheidung. Fotocredit: K1-MET

DAS METALL­UR­GI­SCHE KOM­PE­TENZ­ZEN­TRUM K1-MET in Linz ist bekannt für seine enge Zusam­men­ar­beit mit der Indus­trie. Dass Kli­ma­schutz hier gelebt wird, zeigen auch die Mitarbeiter:innen. 90 Prozent von ihnen kommen tag­täg­lich mit dem Rad oder den Öffis in die Arbeit.

Eine der Rad­fah­re­rin­nen ist Irmela Kofler. Mit Oktober startet das von ihr betreu­te For­schungs­pro­jekt ZEUS, Zero Emis­si­on throUgh Sector­cou­pling, mit einem Budget von 17 Mil­lio­nen Euro. Thema ist die Her­stel­lung von grünem Was­ser­stoff über eine 6‑Me­ga­watt-PEM-Elek­tro­ly­se­an­la­ge. Die Exper­tin beschäf­tig­te sich bereits in ihrer Dis­ser­ta­ti­on mit dem Thema erneu­er­ba­re Treib­stof­fe: „Wir wollen zeigen, wie die Dekar­bo­ni­sie­rung von schwer zu dekar­bo­ni­sie­ren­der Indus­trie funk­tio­nie­ren kann. Den gesam­ten Prozess dar­stel­len zu können, von der CO2-Emis­si­on über die Abschei­dung bis hin zur Rück­füh­rung und erneu­ten Ver­wer­tung um den Koh­len­stoff­kreis­lauf zu schlie­ßen, ist fas­zi­nie­rend.“

Die Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che erläu­tert: „Anhand einer Demo­an­la­ge, deren 1:1‑Umsetzung im Indus­trie­for­mat machbar ist, wollen wir zeigen, dass es nicht nur möglich ist grünen Was­ser­stoff zu erzeu­gen, sondern auch CO2 in einen Wert­stoff umzu­wan­deln.“ Durch soge­nann­te kata­ly­ti­sche Metha­ni­sie­rung wird, so Kofler, aus dem Indus­trie­ab­gas CO2 Methan (= syn­the­ti­sches Erdgas) her­ge­stellt, was die Ein­spa­rung wert­vol­ler fos­si­ler Roh­stof­fe bedeu­tet. Durch elek­tro­che­mi­sche Syn­the­se kann zudem Amei­sen­säu­re pro­du­ziert werden, die in der che­mi­schen Indus­trie sehr gefragt ist. Auch das schont fossile Quellen. Hinzu kommt noch Syn­the­se­gas als Produkt der Umwand­lung, dieses kann wieder als Ener­gie­lie­fe­rant und Reduk­ti­ons­mit­tel in den Stahl­er­zeu­gungs­pro­zess rück­ge­führt werden.

Als stu­dier­te Che­mi­ke­rin, die in Ver­fah­rens­tech­nik pro­mo­viert hat, deckt Kofler, die seit nunmehr acht Jahren auf diesem Gebiet arbei­tet, ein breites Wis­sens­spek­trum ab. Neben den Mitarbeiter:innen des Pro­jek­tes sind auch viele nam­haf­te natio­na­le Betei­li­gun­gen aus Indus­trie und Wis­sen­schaft mit an Bord.

 

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