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Tech­no­lo­gy Talks Austria 2026: 1.000 Köpfe, eine Frage – wie sichert sich Europa tech­no­lo­gi­sche Führung?

Am 10. und 11. September diskutierten rund 140 renommierte Speaker mit mehr als 1.000 Teilnehmenden aus der FTI-Community über das Thema „Empowering Europe: Technological Leadership for a Resilient Future“.

Von Martin Kugler

Rund 140 Speaker, mehr als 1.000 Teil­neh­men­de, zwei Tage: Am 10. und 11. Sep­tem­ber drehte sich bei den Tech­no­lo­gy Talks Austria, die im direk­ten Anschluss an das FFG-Forum statt­fan­den, alles darum, wie sich wis­sen­schaft­li­che Exzel­lenz schnel­ler in indus­tri­el­le Stärke und stra­te­gi­sche Auto­no­mie über­set­zen lässt. Das Motto: Empowe­ring Europe — Tech­no­lo­gi­cal Lea­der­ship for a Resi­li­ent Future. 48 Partner aus For­schung, Tech­no­lo­gie und Inno­va­ti­on (FTI) trugen das Pro­gramm der Tech­no­lo­gy Talks Austria, die in der FTI-Com­mu­ni­ty als rele­van­tes­te Tech­no­lo­gie­kon­fe­renz Öster­reichs mit euro­päi­scher Per­spek­ti­ve gelten.

NAM­HAF­TE VOR­TRA­GEN­DE

Auf der Bühne standen Namen mit Gewicht: Chris­ti­an Ehler und Marie-Agnes Strack-Zim­mer­mann (beide EU-Par­la­ment), Jo De Boeck (imec), Domi­ni­que Foray (EPFL Lau­sanne), Sabine Her­lit­sch­ka (Infi­ne­on Austria/Industriellenvereinigung), Lars Reger (NXP Semi­con­duc­tors) oder Natalie Gui­chard (Euro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­agen­tur, EDA). In 6 Plenary Ses­si­ons, 12 Work­shops und 5 Side Events ver­han­del­ten Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Politik die­sel­ben Fragen: resi­li­en­te Infra­struk­tu­ren, funk­tio­nie­ren­de Inno­va­ti­ons­öko­sys­te­me, Dual-Use-Poten­zia­le und tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät – ver­stan­den nicht als Aut­ar­kie, sondern als Fähig­keit, bei kri­ti­schen Tech­no­lo­gien selbst zu ent­schei­den.

Was Europa an Wissen hat, fehlt ihm noch an Geschwin­dig­keit bei der Umset­zung.

Fotos und weitere Infor­ma­tio­nen: www.technology-talks-austria.at

10 Kern­bot­schaf­ten

  1. For­schungs- und Inno­va­ti­ons­po­ten­zi­al in dau­er­haf­te Stärke ver­wan­deln: Europa verfügt über exzel­len­te For­schung, inno­va­ti­ve Start-ups und eine starke Indus­trie. Ent­schei­dend ist, daraus global erfolg­rei­che Unter­neh­men und indus­tri­el­le Wert­schöp­fung zu ent­wi­ckeln.
  2. Mehr Geschwin­dig­keit: Im glo­ba­len Tech­no­lo­gie­wett­be­werb wird Geschwin­dig­keit zuneh­mend zum ent­schei­den­den Wett­be­werbs­fak­tor.
  3. Auf euro­päi­sche Stärken fokus­sie­ren: Europa muss nicht in jeder Tech­no­lo­gie selbst führend sein, sondern sollte dort inter­na­tio­na­le Füh­rungs­po­si­tio­nen auf­bau­en, wo Exzel­lenz, indus­tri­el­le Stärke und stra­te­gi­sche Rele­vanz zusam­men­kom­men.
  4. Resi­li­enz von Beginn an mit­den­ken: Kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren und tech­no­lo­gi­sche Systeme müssen von Beginn an robust, anpas­sungs­fä­hig und sicher gestal­tet werden – diver­si­fi­zier­te Lie­fer­ket­ten, ver­läss­li­cher Zugang zu kri­ti­schen Tech­no­lo­gien.
  5. For­schung und Indus­trie enger ver­bin­den: Wis­sen­schaft­li­che Exzel­lenz muss schnel­ler in tech­no­lo­gi­sche und wirt­schaft­li­che Wirkung über­setzt werden – durch durch­gän­gi­ge Trans­fer­pfa­de zwi­schen Uni­ver­si­tä­ten, außer­uni­ver­si­tä­rer For­schung, Start-ups und Indus­trie.
  6. Mehr Wachs­tums­ka­pi­tal mobi­li­sie­ren: Ein stärker inte­grier­ter euro­päi­scher Kapi­tal­markt, mehr pri­va­tes Wachs­tums­ka­pi­tal und attrak­ti­ve Exit-Mög­lich­kei­ten sind ent­schei­dend, damit inno­va­ti­ve Unter­neh­men in Europa ska­lie­ren können.
  7. Europa als einen Markt denken: Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men brau­chen einen euro­päi­schen Hei­mat­markt. Dafür müssen natio­na­le Frag­men­tie­rung und regu­la­to­ri­sche Hürden redu­ziert und stra­te­gi­sche Inves­ti­tio­nen stärker euro­pä­isch koor­di­niert werden.
  8. Zugang zu kri­ti­schen Res­sour­cen sichern: Tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät braucht ver­läss­li­chen Zugang zu kri­ti­schen Roh­stof­fen, Energie und Vor­pro­duk­ten.
  9. Dual-Use-Poten­zia­le stra­te­gisch berück­sich­ti­gen: Viele Schlüs­sel­tech­no­lo­gien sind sowohl für zivile als auch für Sicher­heits- und Ver­tei­di­gungs­an­wen­dun­gen rele­vant. Diese Wech­sel­wir­kun­gen sollten früh­zei­tig berück­sich­tigt werden.
  10. Tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät stärken: Tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät bedeu­tet nicht Aut­ar­kie, sondern die Fähig­keit Europas, bei kri­ti­schen Tech­no­lo­gien selbst­be­stimmt zu ent­schei­den und zu handeln.
Eingang zur Kunsthalle Wien im MuseumsQuartier mit Besuchern der Technology Talks Austria
Die Tech­no­lo­gy Talks Austria 2027 finden im Wiener Muse­ums­Quar­tier statt. Foto: Valerie Malts­eva

save the date

Nach der Kon­fe­renz ist vor der Kon­fe­renz: Die Tech­no­lo­gy Talks Austria 2027 finden am 9. und 10. Sep­tem­ber 2027 – wieder back to back mit dem FFG-Forum – im Wiener Muse­ums­Quar­tier statt.

www.ait.ac.at

„Science“ wird mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung in völ­li­ger Unab­hän­gig­keit von der JUST-Redak­ti­on inhalt­lich gestal­tet.

Fotos: Valerie Malts­eva. Dieser Beitrag erschien in JUST Nº 46, Oktober 2026.

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