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Neuer Pro­fes­sor der Mon­tan­uni­ver­si­tät Leoben

Kürzlich trat mit Dr. Michael Tost, ein erfahrener Nachhaltigkeitsexperte, seine Professur für Nachhaltige Bergbautechnik an der Montanuniversität Leoben an.
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Dr. Michael Tost, der neue Professor an der Montanuniversität Leoben. Credit: amriphoto 2013

Auf­grund seiner berufl­li­chen Erfah­rung ist Univ.-Prof. Dr. Michael Tost ein Experte im Thema Bergbau und Nach­hal­tig­keit. Dieser Schwer­punkt soll an der Mon­tan­uni­ver­si­tät Leoben nun ver­mehrt in die Aus­bil­dung der Bergbautechniker*innen ein­flie­ßen. Dabei wird vor allem die Digi­ta­li­sie­rung eine wich­ti­ge Rolle spielen.

„Die Technik im Bergbau soll so ver­bes­sert werden, dass die Umwelt­aus­wir­kun­gen mög­lichst gering gehal­ten werden“, erläu­tert Tost. Auch spielt die Sicher­heit der Berg­leu­te wei­ter­hin eine wich­ti­ge Rolle. „Derzeit befin­den wir uns in einem stra­te­gi­schen Prozess, an dessen Ende das Thema Nach­hal­tig­keit eine ent­schei­den­de Rolle in unserem For­schungs- und Lehr­be­trieb spielen soll“, meint Tost.

Soziale Kom­po­nen­ten von großer Bedeu­tung an der Mon­tan­uni­ver­si­tät Leoben

Ab Ende der 70er-Jahre waren Berg­bau­un­ter­neh­men massiv mit Umwelt­pro­ble­men kon­fron­tiert. Ver­mehrt wurden von großen Unter­neh­men Lager­stät­ten in Ent­wick­lungs­län­dern abge­baut, wo teil­wei­se die sozia­len Bedin­gun­gen nicht den euro­päi­schen Stan­dards ent­spra­chen. Die Digi­ta­li­sie­rung kann dazu bei­tra­gen, die Sicher­heit im Bergbau zu ver­bes­sern. Aber dadurch werden zum Bei­spiel — Stich­wort selbst­fah­ren­de Maschi­nen — immer weniger LKW-Fahrer vor Ort benö­tigt, oft sitzt der Ope­ra­tor Tau­sen­de Kilo­me­ter vom Berg­bau­ge­biet ent­fernt.

„Man muss beden­ken, dass der Betrieb so großer Berg­baue oft des­we­gen von der ansäs­si­gen Bevöl­ke­rung akzep­tiert wurde, weil er vor Ort ein wich­ti­ger Arbeit­ge­ber war“, meint Tost. Wenn diese Arbeits­plät­ze nun weg­fall­len, kann das natür­lich zu sozia­len Span­nun­gen führen. „Des­we­gen bedeu­tet für mich Nach­hal­tig­keit neben der öko­lo­gi­schen Kom­po­nen­te auf jeden Fall auch eine soziale“, unter­streicht Tost.

Zur Person

Der gebür­ti­ge Ober­stei­rer besuch­te das Gym­na­si­um in Mürz­zu­schlag und stu­dier­te an der Mon­tan­uni­ver­si­tät Leoben Umwelt­tech­nik (heute Indus­tri­el­le Umwelt­schutz- und Ver­fah­rens­tech­nik). Nach drei Jahren im Leo­be­ner Aus­sen­in­sti­tut wech­sel­te er zu Rio Tinto, wo er in den Berei­chen Umwelt- Sicher­heit, Gesund­heit und Nach­hal­tig­keit tätig war. Es folgten mehrere Sta­tio­nen in Groß­bri­tan­ni­en und Kanada.

Danach war er beim Word Eco­no­mic Forum Head of Mining and Metals und bei den Gesprä­chen in Davos für die Ver­net­zung von Ländern mit reichen Roh­stoff­vor­kom­men und Berg­bau­un­ter­neh­men ver­ant­wort­lich. 2015 kehrte er nach Öster­reich zurück, grün­de­te ein Bera­tungs­un­ter­neh­men und schrieb seine Dis­se­ra­ti­on an der Mon­tan­uni­ver­si­tät. Seitdem ist er am Lehr­stuhl für Berg­bau­kun­de, Berg­tech­nik und Berg­wirt­schaft tätig.

www.unileoben.ac.at

Credit: amri­pho­to 2013

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