JUST-Redaktion|

Mon­tan­uni: Regio­na­les Kon­sor­ti­um stellt Mehrweg-Gesichts­schutz­schil­de her

In Leoben werden von einem Kon­sor­ti­um aus regio­na­len Unter­neh­men sowie Lehr­stüh­len und Stu­die­ren­den der Mon­tan­uni­ver­si­tät derzeit auf Hoch­tou­ren Gesichts­schutz­schil­de im 3D Druck-Ver­fah­ren für das Leo­be­ner Lan­des­kran­ken­haus sowie ansäs­si­ge prak­ti­sche Ärzte und Zahn­ärz­te her­ge­stellt. Die erste Tranche an Visie­ren von 150 Stück wurde dem Lan­des­kran­ken­haus Leoben bereits über­ge­ben.

Der Schutz unseres medi­zi­ni­schen Per­so­nals muss gewähr­leis­tet sein, damit unser Gesund­heits­sys­tem wei­ter­hin rei­bungs­los funk­tio­nie­ren kann und Patienten*innen, die mit SARS-CoV‑2 infi­ziert sind, auch wei­ter­hin behan­delt werden können. Ein Team aus Mitarbeiter*innen der Luxi­ner­gy GmbH, des FabLAB Leoben, des Lehr­stuhls für Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung an der Mon­tan­uni­ver­si­tät Leoben sowie Stu­die­ren­den der Uni­ver­si­tät unter­stützt deshalb das ört­li­che Lan­des­kran­ken­haus sowie ansäs­si­ge prak­ti­sche Ärzte und Zahn­ärz­te mit selbst pro­du­zier­ten Gesichts­schutz­schil­den.

Druck und Montage der Schilde gesche­hen in den Laboren des Lehr­stuhls für Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung und des FabLAB Leoben, die Luxi­ner­gy GmbH stellt das Mate­ri­al für das FabLAB zur Ver­fü­gung, der Lehr­stuhl für Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung greift auf sein Lager zurück. Auch viele Stu­die­ren­de der Mon­tan­uni­ver­si­tät Leoben betei­li­gen sich an der Initia­ti­ve und drucken auf ihren pri­va­ten 3D Dru­ckern fleißig Face­shields.

Die Schilde bestehen aus zwei Kom­po­nen­ten: einer Hal­te­rung, mit der das Schild am Kopf fixiert werden kann sowie einer trans­pa­ren­ten Over­head­fo­lie, die als Bar­rie­re gegen die durch Tröpf­chen ver­brei­te­te Infek­ti­on wirkt. Die Pro­duk­ti­on einer Maske dauert zwi­schen 50 und 65 Minuten. Für die 3D gedruck­te Hal­te­rung kommen unter­schied­li­che Mate­ria­li­en zum Einsatz: PLA (Poly­l­ac­ti­de, oder auch Poly­milch­säu­re), PETG und ABS-Kunst­stoff.

Die erste Idee dazu kam von der Frau von Assoz. Prof. Thomas Grießer, welche Zahn­ärz­tin ist und keine Gesicht­schutz­schil­de mehr kaufen konnte. Eine weitere Anfrage an die Mon­tan­uni­ver­si­tät kam vom LKH Leoben, wo sich die Ver­net­zung im Bereich der addi­ti­ven Fer­ti­gung jetzt aus­zahl­te. Beim FabLAB, einer offenen High-Tech-Werk­stät­te, stehen drei 3D Drucker zur Ver­fü­gung und es wird auch am Abend zu Hause gefer­tigt. An der Mon­tan­uni­ver­si­tät werden im Tech­ni­kum des Lehr­stuhls für Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung eben­falls drei Drucker ver­wen­det, wobei zwei davon größer sind und ent­spre­chend mehrere Teile auf einmal pro­du­zie­ren können. Die Designs können durch diese addi­ti­ve Pro­duk­ti­ons­me­tho­de auch schnell ange­passt werden und somit opti­miert werden.

Am 15. April wurden die ersten 150 Schilde an Harald Kapel­ler, MBA (Betriebs­di­rek­tor) und Prim. Dr. Heinz Lusch­nik, MSc (Ärzt­li­cher Direk­tor) vom LKH Leoben über­ge­ben. Weitere 100 Stück sollen in den nächs­ten Tagen an nie­der­ge­las­se Ärzte und Zahn­ärz­te ver­teilt werden. Diese ersten 250 Stück werden den medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt, weitere Gesichts­schutz­schil­de sind in Arbeit und werden zum Selbst­kos­ten­preis abge­ge­ben.

Foto: Das aus PLA, PETG oder ABS-Kunst­stoff (Hal­te­rung) und Over­head­fo­lie (Visier) bestehen­de Geschichts­schutz­schild ist bereits in 50 bis 65 Minuten fer­tig­ge­stellt und ein­satz­be­reit.
Foto­credit: Kunst­stoff­tech­nik Leoben | Lukas Hent­schel

 

Weitere Beiträge

Zu viel „Office House­work“ kann der Kar­rie­re schaden

Wenn Frauen in einem Unter­neh­men frei­wil­lig Zusatz­auf­ga­ben über­nehmen, sollten sie genau schauen, wofür sie sich bereit erklä­ren. Wie ein For­schungs­team der WU Wien heraus-
gefun­den hat, können bestimm­te ­Auf­ga­ben, das soge­nann­te „Office House­work“, der
Kar­rie­re eher schaden.

Story lesen