Wer im Internet etwas kauft, der will seine Bestellung spätestens am nächsten Tag im Haus haben – eine Erwartung, die die Betreiber der Warenlager vor große Herausforderungen stellt. „Das klassische Lager ist nicht mehr aktuell“, sagt Manuel Woschank vom Lehrstuhl für Industrielogistik der Montanuniversität Leoben. „Das Lager der Zukunft ist intelligent, nachhaltig und humanzentriert.“ Effizientere Abläufe, ermöglicht durch innovative Technologien, sind die Voraussetzungen, um Kundenwünsche hinsichtlich Warenverfügbarkeiten bzw. kürzesten Lieferzeiten zu erfüllen.
Und rechnen soll sich das auch noch. „Natürlich kann man überall Lager bauen und mit Waren befüllen. Das stellt die Leistung sicher, bringt aber auch hohe Kosten mit sich“, so Woschank. „Die wirtschaftlich bessere Alternative sind kleinere Lager, aber durchgängig optimierte Prozesse, die helfen, richtige Entscheidungen zu treffen.“ Woschank und sein Team analysieren verschiedene Konzepte des modernen Lagers und testen unterschiedliche Lösungsansätze. „Damit helfen wir vor allem den kleineren und mittleren Unternehmen, die solche Konzepte nicht selbst ausprobieren können.“
Schon heute sind in vielen Lagern Roboter im Einsatz, die Waren aus den Regalen holen. Eine modernde Sensorik, verknüpft mit optimierten Auswertungsalgorithmen und künstlicher Intelligenz, ermöglicht zudem eine vorausschauende Wartung der Maschinen. „Das System schlägt rechtzeitig Alarm, wenn sich etwa ein Schaden am Regalbediengerät abzeichnet“, nennt der Forscher ein Beispiel. „Damit lassen sich Maschinenausfälle reduzieren.“
Immer wichtiger werden in Zukunft auch Datenerfassung und ‑auswertung in Echtzeit. „Einlangende Aufträge im Stundentakt zu sichten, wird nicht mehr genügen.“ Simulationen unterstützen bei der Entscheidung, welche Aufträge umgehend zu bearbeiten sind, welche vorgezogen werden müssen und welche nachgereiht werden können, um größtmögliche Effizienz sicherzustellen.
Das intelligente Lager ist zudem robuster gegen Lieferengpässe, kurzfristige Änderungen in den Bestellungen und andere Effekte eines sehr volatilen Umfeldes. Woschank betont: „Trotzdem wird es Menschen als Entscheidungsinstanz brauchen. Wichtig wird es also sein, eine Symbiose zu etablieren, in der Mensch und Maschine optimal zusammenarbeiten.“




