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Inno­va­ti­ves Mate­ri­al­de­sign für hoch­ef­fi­zi­en­te Ener­gie­spei­cher

Ohne effi­zi­en­te Ener­gie­spei­cher und ein­her­ge­hen­de Kos­ten­ef­fi­zi­enz wird es keine Ener­gie­wen­de geben. Wie kann Energie mög­lichst effi­zi­ent und über eine Viel­zahl von Lade- und Ent­la­de­zy­klen gespei­chert werden?

Nicht nur Mobil­te­le­fo­ne, Pkws mit Elektro- und Hybrid­an­trie­ben, E‑Bikes etc., sondern auch die Zwi­schen­spei­che­rung von Energie aus grünen Ener­gie­quel­len wie Sonne oder Wind nutzen haupt­säch­lich die Lithium(Li)-Ionen-Batterie-basierte Tech­no­lo­gie.

Eine wich­ti­ge Kom­po­nen­te in der Bat­te­rie stellt neben der Kathode die soge­nann­te Anode dar. Übli­cher­wei­se besteht die Anode aus Graphit. Hin­sicht­lich hoher Kapa­zi­tät und Kos­ten­ef­fi­zi­enz ist Sili­zi­um eine sehr gute Alter­na­ti­ve. Es hat ca. zehn­fach größere spe­zi­fi­sche Kapa­zi­tät als Graphit, gilt als ein kos­ten­güns­ti­ges Mate­ri­al und ist nicht toxisch. Aber Sili­zi­um (Si) zeigt während des Lade­vor­gangs eine bis zu 300%ige Volu­men­ver­grö­ße­rung. Diese erzeugt mecha­ni­sche Span­nun­gen, die zu Rissen inner­halb der Anode führen sowie die elek­tri­sche und Ionen­leit­fä­hig­keit negativ beein­flus­sen. Die Frage ist deshalb: Wie kann man die Vor­tei­le von Si für kom­men­de Li-Ionen-Bat­te­rie-Gene­ra­tio­nen nutzen und die bestehen­den Nach­tei­le ver­rin­gern?

Am Mate­ri­als Center Leoben For­schung GmbH (MCL) beschäf­tigt sich seit einigen Jahren ein inter­dis­zi­pli­nä­res For­scher­team rund um Roland Brunner mit der Cha­rak­te­ri­sie­rung von Mate­ria­li­en mittels 3D-Metho­den sowie mit der com­pu­ter­ge­stütz­ten Aus­wer­tung der gene­rier­ten Bild­da­ten. Inner­halb eines EU-Kon­sor­ti­ums wird in enger Zusam­men­ar­beit mit VARTA Micro Inno­va­ti­on GmbH die Struk­tur der Anode bis auf Mikro- und Nano-Skalen mate­ri­al­wis­sen­schaft­lich so gestal­tet, dass es zu ver­bes­ser­ten elektro-che­mi­schen Eigen­schaf­ten hin­sicht­lich Ener­gie­dich­te, Kapa­zi­tät und Lebens­dau­er der Li-Ionen Bat­te­rie führt.

Am MCL werden zudem Bild­ana­ly­se­al­go­rith­men ent­wi­ckelt, um einen mög­lichst hohen Grad an mate­ri­al­wis­sen­schaft­li­cher Infor­ma­ti­on aus den Bild­da­ten gene­rie­ren zu können. Diese extra­hier­ten Infor­ma­tio­nen fließen direkt an die Ent­wick­lung bei VARTA ein und werden mit den elektro-che­mi­schen Unter­su­chun­gen kor­re­liert. In wei­te­rer Folge ent­ste­hen ver­bes­ser­te Design­richt­li­ni­en, die die Pro­duk­ti­on von Anoden­ma­te­ria­li­en über dem Stand der Technik ermög­li­chen.

Mehr Infor­ma­tio­nen:
www.mcl.at

Foto­credit: MCL

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