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Graz wird Stand­ort für Europas moderns­te Power-to-Liquid-Anlage

Im Rahmen des Pro­jekts „Inno­va­ti­on Flüs­si­ge Energie“ wird bis 2022 die moderns­te Power-to-Liquid-Anlage Europas in Graz ent­ste­hen. Diese stellt zukünf­tig syn­the­ti­sche Brenn- und Kraft­stof­fe her, die zu eFuels wei­ter­ver­ar­bei­tet werden können. Dadurch schafft Öster­reich nicht nur eine sozial ver­träg­li­che Ener­gie­wen­de, sondern auch einen Vorteil für seinen Wirt­schafts­stand­ort.

SAU­BE­RER STROM ERST­MALS LAGER­BAR

Öster­reich setzt einen wei­te­ren wich­ti­gen Schritt zum Errei­chen seiner Energie- und Kli­ma­zie­le. Bis 2022 wird am Gelände der AVL List GmbH in Graz die inno­va­tivs­te Power-to-Liquid-Anlage Europas errich­tet werden.

Sie soll in Zukunft die Her­stel­lung von leist­ba­ren syn­the­ti­schen Brenn- und Kraft­stof­fen ermög­li­chen, unter anderem durch den Einsatz von Grün­strom, grünem Was­ser­stoff und CO2 — Koh­len­di­oxid. Diese können anschlie­ßend zu soge­nann­ten eFuels wei­ter­ver­ar­bei­tet werden.

Über­schüs­si­ge Energie aus nach­hal­ti­gen Quellen (z.B. Sonne, Wasser, Wind) wird dadurch erst­mals flüssig lager­fä­hig: „Unsere Anlage hat gleich mehrere Vor­tei­le. Einer­seits wird die Erzeu­gung syn­the­ti­scher Brenn- und Kraft­stof­fe signi­fi­kant ver­bes­sert, da unsere Anlage höchste Effi­zi­enz auf­weist. Ande­rer­seits wird erneu­er­ba­re Energie pra­xis­taug­lich lager- und spei­cher­bar gemacht“, erklärt Prof. Helmut List, CEO der AVL List GmbH.

ENER­GIE­WEN­DE OHNE TEURE UMRÜS­TUN­GEN

Ein wei­te­rer Vorteil von eFuels liegt darin, dass sie die­sel­ben Eigen­schaf­ten und Wir­kungs­gra­de wie fossile Brenn- und Kraft­stof­fe auf­wei­sen, die ener­ge­ti­sche Nutzung jedoch CO2-neutral erfolgt. Somit wird eine massive Reduk­ti­on von Treib­haus­gas­emis­sio­nen erreicht, ohne auf bewähr­te Infra­struk­tur in der Mobi­li­tät, im Flug- und Schiffs­ver­kehr und am Raum­wär­me­markt ver­zich­ten zu müssen. Teure Umrüs­tun­gen sind für die Ver­wen­dung nämlich nicht nötig. Ein Umstand, durch den nicht nur die Umwelt pro­fi­tiert, sondern auch viele Bür­ge­rin­nen und Bürger: „Ambi­tio­nier­te Umwelt­schutz­zie­le erreicht man nicht mit Ver­bo­ten, sondern durch Tech­no­lo­gie­of­fen­heit. Mit neuen, inno­va­ti­ven Lösungs­an­sät­zen wie unserer Pilot­an­la­ge leisten wir einen ent­schei­den­den Beitrag für eine sozial ver­träg­li­che Ener­gie­wen­de und schaf­fen gleich­zei­tig einen großen Vorteil für den Wirt­schafts­stand­ort Öster­reich“, erklärt Mag. Jürgen Roth, Fach­ver­bands­ob­mann Ener­gie­han­del WKO und Vor­stand der eFuel Alli­ance Öster­reich.

EFUELS FÜR JEDER­MANN LEIST­BAR

Die PtL-Anlage, 100 % made in Austria, in deren Errich­tung von einer Inves­to­ren­grup­pe rund um Mag. Jürgen Roth ein zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­be­trag fließt, wird 2022 in Betrieb genom­men. „Das Poten­zi­al zur Her­stel­lung von syn­the­ti­schen Brenn- und Kraft­stof­fen ist erheb­lich. Im Jahr 2030 könnten allein durch die Nutzung von über­schüs­si­gem Strom aus rege­ne­ra­ti­ven Quellen 240 Mil­lio­nen Liter in Öster­reich erzeugt werden. Da wir durch die hohe Effi­zi­enz unserer Anlage auch nied­ri­ge­re Her­stel­lungs­kos­ten errei­chen, werden eFuels in Zukunft auch für jeder­mann leist­bar sein“, so Jürgen Rech­ber­ger, tech­ni­scher Leiter des Pro­jekts „Inno­va­ti­on Flüs­si­ge Energie“. Des Wei­te­ren ist die Anlage nicht nur ein Schlüs­sel für eine erfolg­rei­che Ener­gie­wen­de in Öster­reich, sondern senkt auch die Wahr­schein­lich­keit eines Black­outs. Die für den Betrieb ver­wen­de­te Energie ent­las­tet Strom­net­ze und wirkt dadurch einem teuren Ausfall ent­ge­gen.

UNTER­STÜT­ZUNG DURCH LAND STEI­ER­MARK

MMag.a Barbara Eib­in­ger-Miedl, Wirt­schafts­lan­des­rä­tin der Stei­er­mark, betont eben­falls die Bedeu­tung des Pro­jekts „Inno­va­ti­on Flüs­si­ge Energie“: „Die grüne Trans­for­ma­ti­on ist eine der großen Her­aus­for­de­run­gen unserer Zeit. For­schung ist ein zen­tra­ler Schlüs­sel, um diese zu bewäl­ti­gen und einen wirk­sa­men Beitrag für den Kli­ma­schutz zu leisten. AVL ist dabei Vor­rei­ter und stellt diese Rolle mit der neuen Anlage einmal mehr ein­drucks­voll unter Beweis. Dies stärkt auch den Wirt­schafts- und For­schungs­stand­ort Stei­er­mark.“

Foto v.l.: DI Jürgen Rech­ber­ger (AVL List GmbH), Prof. Helmut List (CEO AVL List GmbH), MMag.a Barbara Eib­in­ger-Miedl (Wirt­schafts­lan­des­rä­tin Stei­er­mark) und Mag. Jürgen Roth (Fach­ver­bands­ob­mann Ener­gie­han­del WKO und Vor­stands­vor­sit­zen­der der eFuel Alli­ance Öster­reich)

Foto­credit: IBEX.agency | Klaus Press­ber­ger

 

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