JUST-Redaktion|

Gesund­heits­wis­sen nach Maß: Ein intel­li­gen­tes System aus Graz

An der Technische Universität Graz, der Universität Graz und der Medizinische Universität Graz wurde gemeinsam ein interaktives System entwickelt, das evidenzbasierte medizinische Informationen individuell auf Patient*innen zuschneidet.

Ziel ist es, Gesund­heits­wis­sen ver­ständ­li­cher, zugäng­li­cher und per­sön­li­cher zu ver­mit­teln – genau dann, wenn es gebraucht wird.

Gerade nach einer Dia­gno­se stehen viele Betrof­fe­ne vor offenen Fragen. Im stres­si­gen Kli­nik­all­tag fehlt jedoch oft die Zeit für aus­führ­li­che Erklä­run­gen. Klas­si­sche Infor­ma­ti­ons­quel­len wie Bro­schü­ren oder Web­sei­ten liefern meist stan­dar­di­sier­te Inhalte, die indi­vi­du­el­le Bedürf­nis­se und Vor­kennt­nis­se kaum berück­sich­ti­gen. Hier setzt das neue System an.

Adaptiv statt sta­tisch – wie per­so­na­li­sier­te Medi­zin­in­for­ma­ti­on funk­tio­niert

Unter der Leitung von Tobias Schreck wurde das System A+CHIS (Adap­ti­ve Con­su­mer Health Infor­ma­ti­on System) ent­wi­ckelt. Es passt Inhalte auto­ma­tisch an die jewei­li­ge Nut­ze­rin oder den Nutzer an. Je nach Bedarf werden Infor­ma­tio­nen unter­schied­lich dar­ge­stellt – etwa als ein­fa­che Schlag­wort­wol­ke, visu­el­le Info­gra­fik oder detail­lier­ter Fach­text.

Die Grund­la­ge bildet die soge­nann­te mul­ti­di­men­sio­na­le Adap­ti­vi­tät. Dabei ana­ly­siert das System anony­mi­sier­te Inter­ak­ti­ons­da­ten wie Maus­be­we­gun­gen oder Scroll­ver­hal­ten. So erkennt es früh­zei­tig, ob Inhalte als zu komplex oder über­for­dernd wahr­ge­nom­men werden, und passt die Dar­stel­lung dyna­misch an.

Wis­sen­schaft­lich fun­diert: Studie mit 250 Teil­neh­men­den

Im Rahmen einer Studie mit 250 Teil­neh­men­den unter­such­te das For­schungs­team, wie sich aus Inter­ak­ti­ons­mus­tern zuver­läs­sig ablei­ten lässt, wann Infor­ma­tio­nen kogni­tiv über­for­dern. Ziel war es, medi­zi­ni­sche Inhalte nicht nur bereit­zu­stel­len, sondern so auf­zu­be­rei­ten, dass sie wirk­lich ver­stan­den werden.

Unter­stüt­zung durch moderne KI-Tech­no­lo­gien

Ein zen­tra­ler Bestand­teil des Systems ist der Einsatz von Large Lan­guage Models (LLMs). Diese KI-Kom­po­nen­ten fun­gie­ren als digi­ta­le Berater und helfen dabei, kom­ple­xe medi­zi­ni­sche Inhalte ver­ständ­lich zusam­men­zu­fas­sen.

Die Uni­ver­si­tät Graz brachte ins­be­son­de­re die kogni­ti­ons­psy­cho­lo­gi­sche Per­spek­ti­ve ein. Unter anderem wurde unter­sucht, wie Infor­ma­tio­nen optimal auf­be­rei­tet werden können und welche Erwar­tun­gen Nutzer*innen an digi­ta­le Gesund­heits­platt­for­men haben.

Ver­mei­dung von Fehl­in­for­ma­tio­nen und Ver­zer­run­gen

Ein wich­ti­ger Aspekt ist die Qua­li­täts­si­che­rung: A+CHIS greift aus­schließ­lich auf medi­zi­ni­sche Inhalte zurück, die von der Medi­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät Graz geprüft wurden. Dadurch wird das Risiko von Fehl­in­for­ma­tio­nen oder soge­nann­ten „Hal­lu­zi­na­tio­nen“ durch KI deut­lich redu­ziert.

Fle­xi­ble Anwen­dung für ver­schie­de­ne Krank­heits­bil­der

Ursprüng­lich am Bei­spiel von Dia­be­tes ent­wi­ckelt, lässt sich das System auf zahl­rei­che weitere medi­zi­ni­sche Themen über­tra­gen. Die For­schen­den stellen ihre Ergeb­nis­se als Open-Source-Code zur Ver­fü­gung und schaf­fen damit eine Grund­la­ge für zukünf­ti­ge Anwen­dun­gen in Kran­ken­häu­sern, Arzt­pra­xen oder im Ver­si­che­rungs­be­reich.

Blick in die Zukunft: Erwei­te­rung und neue For­schungs­pro­jek­te

Bereits im Früh­jahr 2026 startet ein Fol­ge­pro­jekt, das gemein­sam mit Citizen Sci­en­tists die Ver­mitt­lung ver­trau­ens­wür­di­ger Gesund­heits­in­for­ma­tio­nen weiter erforscht. Lang­fris­tig sollen die Prin­zi­pi­en der adap­ti­ven Infor­ma­ti­ons­ver­mitt­lung auch auf andere Bil­dungs­be­rei­che über­tra­gen werden.

Das Ziel: kom­ple­xes Wissen für alle Men­schen ver­ständ­li­cher, indi­vi­du­el­ler und effek­ti­ver zugäng­lich zu machen – auf Knopf­druck.

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