JUST-Redaktion|

Digi­ta­le Anreize für nach­hal­ti­ge Lie­fer­op­tio­nen

Eine neue Studie der „Salzburg Research Forschungsgesellschaft“ hat sich der Frage gewidmet, wie digitale Interventionen die Entscheidung für eine nachhaltige Lieferoption bei Online-Bestellungen beeinflussen können.

Hand aufs Herz: Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Online-Shop und wollen gerade zur Kasse gehen und sehen eine Liste der Lie­fer­op­tio­nen. Würden Sie die kli­ma­freund­lichs­te Ver­sand­art wählen? Online-Bestel­lun­gen sind längst eine nahezu all­täg­li­che Selbst­ver­ständ­lich­keit für uns gewor­den. Genauso wie die Erwar­tung, dass die bestell­te Ware noch am selben Tag zuge­stellt wird. Was den Kon­su­men­ten freut, ist für das Klima aber eine harte Prüfung: Denn Sofort­lie­fe­run­gen erzeu­gen unter allen Lie­fer­op­tio­nen die höchs­ten CO₂-Emis­sio­nen.

Ohne Maß­nah­men könnte dadurch die Zahl der Fahr­zeu­ge, die Pakete in Groß­städ­ten aus­lie­fern, bis 2030 um 36 Prozent anstei­gen. Das wie­der­um würde zu einem Anstieg der Lie­fe­remis­sio­nen um 32 Prozent und der Ver­kehrs­be­las­tung um über 21 Prozent führen. Zudem ver­ur­sacht die „letzte Meile“, also der Trans­port von Waren in Paketen von lokalen Depots und Zustel­lungs­zen­tren zu den end­gül­ti­gen Bestim­mungs­or­ten, etwa 50 Prozent der CO₂-Emis­sio­nen der gesam­ten Zustel­lung in Europa.

Effek­ti­ve Anreiz­me­tho­den für nach­hal­ti­ge Lie­fer­op­tio­nen

Die For­schungs­grup­pe für digi­ta­le Inno­va­tio­nen der Salz­burg Rese­arch For­schungs­ge­sell­schaft hat daher unter­sucht, welche Anreiz­me­tho­den die Nutzung einer umwelt­freund­li­chen Lie­fe­rung und der lokalen Abho­lung bestell­ter Waren fördern können (siehe Kasten). Die Ergeb­nis­se der explo­ra­ti­ven Studie zeigen, dass eine Kom­bi­na­ti­on von Inter­ven­tio­nen ziel­füh­rend ist, um eine Ände­rung des Online-Ein­kauf­ver­hal­tens zu errei­chen.

„Die effek­tivs­ten Inter­ven­tio­nen waren jene, die im E‑Com­mer­ce-Portal eine auto­ma­ti­sche Vor­ein­stel­lung für die umwelt­freund­lichs­te Lie­fer­op­ti­on sowie zugleich Infor­ma­tio­nen über umwelt­be­zo­ge­ne Kon­se­quen­zen und soziale Ver­glei­che bereit­stell­ten. Das sind zum Bei­spiel eine Anzeige von CO₂-Emis­sio­nen, grünen Blät­tern und die pro­zen­tu­el­le Dar­stel­lung, wie viele Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten bereits die nach­hal­tigs­te Option gewählt hatten“, so Michael Thelen, For­scher beim auf Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien für die Mobi­li­täts- und Ener­gie­wen­de spe­zia­li­sier­ten For­schungs­in­sti­tut Salz­burg Rese­arch. „Unter den 65 unter­such­ten Online-Händ­lern haben wir aber nur zwei gefun­den, die aus­ge­wie­se­ne Tech­ni­ken zur Ver­hal­tens­än­de­rung für nach­hal­ti­ge Lie­fer­ent­schei­dun­gen von Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­chern ein­set­zen.“

Digi­ta­le Inter­ven­ti­on wirkt

Die Meta­stu­die zeigt, dass digi­ta­le Inter­ven­tio­nen eine wich­ti­ge Rolle bei der För­de­rung nach­hal­ti­ger Lie­fer­op­tio­nen bei der Gestal­tung von E‑Com­mer­ce-Platt­for­men spielen. Ihre Ergeb­nis­se dienen als Grund­la­ge für die Ent­wick­lung von effekt­vol­len Stra­te­gien und digi­ta­len Gestal­tungs­op­tio­nen, die die Ver­hal­tens­än­de­rung bei der Auswahl nach­hal­ti­ger Lie­fer­op­tio­nen unter­stüt­zen sollen.

Info

Tech­ni­ken, die das Kon­sum­ver­hal­ten in Rich­tung grünem E‑Commerce lenken können:

Infor­ma­tio­nen über soziale und umwelt­re­le­van­te Aus­wir­kun­gen: u. a. die Anzeige von Nach­hal­tig­keits­sie­geln oder grünen Blät­tern, Berech­nun­gen der CO₂-Emis­sio­nen der Lie­fer­op­tio­nen.

Soziale Ver­glei­che: „X % der Kun­din­nen und Kunden haben bereits die C0₂-freund­li­che Vari­an­te gewählt“.

Sicht­bar­ma­chung der indi­vi­du­el­len Ent­schei­dung:
z. B. über ein „Nach­hal­tig­keits-Badge“ und die
Mög­lich­keit, die nach­hal­ti­ge Wahl in sozia­len Medien zu teilen.

Mate­ri­el­le Anreize: u. a. preis­li­che Rabatte für die nach­hal­tigs­te Lie­fer­me­tho­de.

Stan­dard­ein­stel­lun­gen im Online-Waren­korb für
die nach­hal­tigs­te Lie­fer­op­ti­on.

Ver­hal­tens­kos­ten: Auf­prei­se für die weniger
nach­hal­ti­ge Option.

Weitere Beiträge

Mikro­plas­tik im Körper erfor­schen

Während man welt­weit ver­sucht, Kunst­stof­fe zu ver­mei­den, wird an der Mon­tan­uni Leoben Mikro­plas­tik gezielt erzeugt: für wis­sen­schaft­li­che Zwecke. Es gilt her­aus­zu­fin­den, was diese kaum sicht­ba­ren Teil­chen im mensch­li­chen Körper anstel­len. Dass die Organe solche Par­ti­kel spei­chern und der Mensch damit zuneh­mend zum „Homo Pla­s­ti­cus“ wird, ist bereits erwie­sen.

Story lesen

Stei­er­mär­ki­sche Spar­kas­se erreicht starkes Jah­res­er­geb­nis 2025

Die Stei­er­mär­ki­sche Spar­kas­se blickt auf ein äußerst erfolg­rei­ches Geschäfts­jahr 2025 zurück. Mit einem Jah­res­über­schuss nach Steuern von 436 Mil­lio­nen Euro unter­streicht der Konzern seine hohe Ertrags­kraft und bestä­tigt seine stabile Markt­po­si­ti­on – trotz geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­hei­ten und einer ver­hal­te­nen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung.

Story lesen

Lange Nacht der For­schung 2026

Am 24. April 2026 lädt die Lange Nacht der For­schung 2026 erneut dazu ein, Wis­sen­schaft, For­schung und Inno­va­ti­on aus nächs­ter Nähe zu ent­de­cken. Von 17 bis 23 Uhr öffnen Hoch­schu­len, For­schungs­ein­rich­tun­gen und Unter­neh­men in ganz Öster­reich ihre Türen und bieten fas­zi­nie­ren­de Ein­bli­cke in die Welt von morgen.

Story lesen

Mikro­plas­tik im Körper erfor­schen

Während man welt­weit ver­sucht, Kunst­stof­fe zu ver­mei­den, wird an der Mon­tan­uni Leoben Mikro­plas­tik gezielt erzeugt: für wis­sen­schaft­li­che Zwecke. Es gilt her­aus­zu­fin­den, was diese kaum sicht­ba­ren Teil­chen im mensch­li­chen Körper anstel­len. Dass die Organe solche Par­ti­kel spei­chern und der Mensch damit zuneh­mend zum „Homo Pla­s­ti­cus“ wird, ist bereits erwie­sen.

Story lesen

Stei­er­mär­ki­sche Spar­kas­se erreicht starkes Jah­res­er­geb­nis 2025

Die Stei­er­mär­ki­sche Spar­kas­se blickt auf ein äußerst erfolg­rei­ches Geschäfts­jahr 2025 zurück. Mit einem Jah­res­über­schuss nach Steuern von 436 Mil­lio­nen Euro unter­streicht der Konzern seine hohe Ertrags­kraft und bestä­tigt seine stabile Markt­po­si­ti­on – trotz geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­hei­ten und einer ver­hal­te­nen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung.

Story lesen