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CO2-Spei­che­rung und Was­ser­stoff: Dis­ser­ta­tio­nen für kli­ma­neu­tra­le Indus­trie

Zement, Stahl, Müllverbrennung: Manche Industrieemissionen lassen sich kaum vermeiden. An der Montanuniversität Leoben erforschen Doktorandinnen und Doktoranden in der neuen Doctoral School CHESS, wie man sie in den Griff bekommt.
Industrieschlote. Symbolbild für CO2-Ausstoss in der Industrie.
In manchen Bereichen der Industrie lässt sich der CO2-Ausstoß schwer vermeiden. Foto: Pixabay/medwave
Die an der Doctoral School "CHESS" beteiligten Forschenden. Erforscht wird etwa CO2-Speicherung
Startschuss für die Doctoral School "CHESS" an der Montanuniversität Leoben

Rund ein Drittel der öster­rei­chi­schen Treib­haus­gas­emis­sio­nen stammt aus der Indus­trie. Erneu­er­ba­re Gase, mehr Ener­gie­ef­fi­zi­enz und die Elek­tri­fi­zie­rung von Pro­zes­sen sind wesent­li­che Hebel für ihre Redu­zie­rung, doch nicht überall: Bei der Zement- und Kalk­pro­duk­ti­on, der klas­si­schen Stahl­her­stel­lung und der ther­mi­schen Abfall­ver­wer­tung bleiben Emis­sio­nen, die sich nicht voll­stän­dig ver­mei­den lassen. Fach­leu­te nennen diese Berei­che „hard to abate”, also schwer dekar­bo­ni­sier­bar.

CO2-SPEI­CHE­RUNG WIRD ZUM THEMA 

Für solche Emis­sio­nen braucht es zusätz­li­che Lösun­gen: neue Her­stel­lungs­ver­fah­ren, die Abschei­dung und Nutzung von CO2 für che­mi­sche Pro­duk­te (CCU) oder die dau­er­haf­te Spei­che­rung in geo­lo­gi­schen For­ma­tio­nen (CCS, Carbon Capture and Storage). Im Sep­tem­ber 2026 hat die Bun­des­re­gie­rung einen Geset­zes­ent­wurf in Begut­ach­tung geschickt, der das seit 2011 gel­ten­de Verbot der CO2-Spei­che­rung im Inland auf­he­ben und einen Rechts­rah­men schaf­fen soll.

FÜNF DIS­SER­TA­TIO­NEN, EIN GEMEIN­SA­MES ZIEL

An der CHESS (CCUS & Hydro­gen Systems Engi­nee­ring School) greifen fünf Dis­ser­ta­tio­nen aus den Berei­chen Ener­gie­sys­te­me, Geo­lo­gie, Stahl­me­tall­ur­gie und che­mi­sche Indus­trie künftig eng inein­an­der: Sie unter­su­chen, welche Infra­struk­tur nötig sein wird, wie sich Unter­grund­spei­cher für CO2 und Was­ser­stoff erschlie­ßen lassen und wie neue Kata­ly­sa­to­ren die Umwand­lung von CO2 und Was­ser­stoff in Syn­the­se­gas effi­zi­en­ter machen. Die Erkennt­nis­se fließen dann in die Bewer­tung indus­tri­el­ler Trans­for­ma­ti­ons­pfa­de ein.

„Die Dekar­bo­ni­sie­rung der Indus­trie wird nur gelin­gen, wenn wir Tech­no­lo­gie­ent­wick­lung, Energie- und Infra­struk­tur­sys­te­me sowie die ver­ant­wor­tungs­vol­le Nutzung des geo­lo­gi­schen Unter­grunds gemein­sam denken“, so Thomas Kien­ber­ger vom Lehr­stuhl für Ener­gie­ver­bund­tech­nik. „Mit CHESS schaf­fen wir dafür eine inter­dis­zi­pli­nä­re For­schungs­platt­form, die kon­kre­te wis­sen­schaft­li­che Grund­la­gen für die Trans­for­ma­ti­on der Hard-to-abate-Indus­trien in Öster­reich erar­bei­tet.“

Der offi­zi­el­le Start­schuss fiel Ende Sep­tem­ber an der Mon­tan­uni­ver­si­tät Leoben. Ziel sind wis­sen­schaft­lich fun­dier­te, tech­nisch umsetz­ba­re Lösun­gen für Berei­che, in denen Dekar­bo­ni­sie­rung beson­ders anspruchs­voll ist.

www.unileoben.ac.at

 

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