Tatsächlich kommen auf vielen Bioäckern Stoffe zum Einsatz, die Böden und Ökosysteme belasten – und das ganz legal. Mit dem Start des EU-Projekts BIO2 wollen nun acht europäische Länder, darunter Österreich, gemeinsam für wirkliche Nachhaltigkeit in der Biolandwirtschaft sorgen. Problematische Mittel wie Kupfer- und Schwefelpräparate, aber auch pestizidbelastete Dünger sollen durch biobasierte Alternativen ersetzt werden, die nachweislich unbedenklich sind.
Als österreichische Forschungseinrichtung bringt die acib GmbH ihre Expertise auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie in das Projekt ein. Das Team um Felice Quartinello entwickelt an der Boku Tulln Pflanzenschutzmittel auf Basis von Hefen oder Bakterien. Eingehüllt in einen Schutzmantel aus natürlichen Polymeren, können diese keimabtötenden Stoffe ihre Wirksamkeit auf dem Feld über längere Zeit hinweg entfalten.
Von Bio zu Better Bio
Bei der Erprobung von hochwertigem Dünger setzen die internationalen Wissenschaftsteams unter anderem auf menschlichen Urin. Er soll, ebenso wie die am acib beforschten Algen und Fischnebenprodukte, dafür sorgen, dass Pflanzen ausgewogen und ohne künstliche Zusätze mit Nährstoffen versorgt werden.
Das Projekt BIO2 will aber auch den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zurückschrauben. Unter anderem werden „homöopathische“ Alternativen aus Baumrinden und anderen Pflanzenextrakten getestet.
Das vom italienischen Forschungsrat CNR koordinierte Projekt wird im Rahmen von Horizon Europe mit sechs Millionen Euro gefördert. „Wir wollen zeigen, dass Biotechnologie der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen, ressourcenschonenden Landwirtschaft ist“, sagt Katharina Schwaiger, Kommunikationsbeauftragte des Projekts bei acib.




