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Die Dop­pel­he­lix des Erfolgs

Die großen Transformationen unserer Zeit lassen sich nicht mehr mit Technologie allein lösen. Gefragt ist eine neue Allianz aus Wirtschaft und gestalterischer Intelligenz. Die Steiermark richtet ihre Kreativwirtschaft strategisch neu aus – und macht die Österreichischen Designgespräche auf Schloss Hollenegg zur Bühne für visionäre Symbiosen.

Wirt­schaft ohne Krea­ti­vi­tät? In der heu­ti­gen Öko­no­mie ist das unvor­stell­bar. Jede weg­wei­sen­de Idee, jedes zukunfts­fä­hi­ge Produkt und jede inno­va­ti­ve Dienst­leis­tung benö­tigt eine krea­ti­ve Initi­al­zün­dung. Wir befin­den uns längst nicht mehr in einer reinen Wissens- und Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaft, sondern mitten in der „Expe­ri­ence Economy“. In diesem Umfeld ist Design kein deko­ra­ti­ves Luxus­gut, sondern das ent­schei­den­de Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­mal auf glo­ba­len Märkten. Wo tech­ni­sche Qua­li­tät als Stan­dard vor­aus­ge­setzt wird, ent­schei­det die Gestal­tung über die Begehr­lich­keit, die Rele­vanz und den tat­säch­li­chen Markt­zu­gang.

Von der Com­mu­ni­ty zur Capa­bi­li­ty

Die Stei­ri­sche Wirt­schafts­för­de­rung SFG, die die Krea­tiv­wirt­schafts­agen­den für die Stei­er­mark über­nom­men hat, ver­an­kert dieses Prinzip gemein­sam mit Stadt Graz und WK Stei­er­mark nun mit einer fun­da­men­ta­len Neu­aus­rich­tung. Das Ziel ist klar defi­niert: Es gilt, die Rolle von Design und Krea­ti­vi­tät in der Wirt­schaft und der öffent­li­chen Hand massiv zu erwei­tern. Weg von einer bloßen Com­mu­ni­ty, hin zur Ver­mitt­lung echter stra­te­gi­scher Fähig­kei­ten („Capa­bi­li­ty“). Länder und Regio­nen mit einer tief ver­wur­zel­ten Design­kul­tur expor­tie­ren nach­weis­lich höher­wer­ti­ge Güter.

Sie kon­kur­rie­ren nicht über den nied­rigs­ten Preis, sondern über den imma­te­ri­el­len, gestal­te­ri­schen Wert. Gleich­zei­tig wirkt ein solches Umfeld als Talent-Magnet für die globale „Crea­ti­ve Class“ – jene klugen Köpfe, die die Inno­va­tio­nen von morgen vor­an­trei­ben. Kul­tu­rel­le Iden­ti­tät und öko­no­mi­sche Hebel­wir­kung ver­schmel­zen so zu einer Dop­pel­he­lix, die den Wirt­schafts­stand­ort Stei­er­mark resi­li­ent und global wett­be­werbs­fä­hig macht.

Krea­ti­vi­tät als Enabler

Die Auf­ga­ben der Zukunft sind komplex. Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on, künst­li­che Intel­li­genz, die Cir­cu­lar Economy, der demo­gra­fi­sche Wandel und die Wei­ter­ent­wick­lung von Health­tech und Robotik erfor­dern radikal neues Denken. Genau hier setzt der neue Fokus für die Krea­tiv­wirt­schaft an: Krea­ti­vi­tät wird als stra­te­gi­sches Werk­zeug posi­tio­niert, um diese großen Über­gän­ge greif­bar und nutzbar zu machen. Design fun­giert als essen­zi­el­le Über­set­zungs- und Anwen­dungs­kom­pe­tenz für moderns­te Tech­no­lo­gien („Crea­tech“).

Ob es um die Mensch-Tech­no­lo­gie-Schnitt­stel­le bei auto­no­men Sys­te­men, um orga­ni­sa­tio­na­le Trans­for­ma­ti­on in ver­un­si­cher­ten Märkten oder um Produkt- und Ser­vice­ent­wick­lung zwi­schen Inno­va­ti­on und Nut­zer­be­dürf­nis­sen geht – krea­ti­ve Metho­den helfen, Wandel aktiv zu gestal­ten, anstatt ihn nur passiv zu ver­wal­ten. Als neu­tra­le und ver­trau­ens­vol­le Part­ne­rin schafft die SFG gemein­sam mit der Stadt Graz und der WK Stei­er­mark eine Platt­form, die zwei Welten mit­ein­an­der ver­bin­det: pro­du­zie­ren­de Betrie­be, Dienst­leis­tungs- und Tech­no­lo­gie­an­bie­ter auf der einen Seite und das inno­va­ti­ve Poten­zi­al der Krea­tiv­wirt­schaft auf der anderen.

Schloss Hol­len­egg:
Wo Koope­ra­ti­on spürbar wird

Wie diese Sym­bio­se aus klas­si­scher Wirt­schaft und krea­ti­ver Intel­li­genz in der Praxis aus­sieht, zeigten die Öster­rei­chi­schen Design­ge­sprä­che 2026 am 25. und 26. Juni. Die gemein­sa­me Ver­an­stal­tung der SFG, der Stadt Graz und der WKO Stei­er­mark – in Koope­ra­ti­on mit design­aus­tria, der „Cam­pus­Vä­re – Crea­ti­ve Insti­tu­te Vor­arl­berg“ und dem Holz­clus­ter Stei­er­mark – bat wie auch in den Jahren zuvor außer­ge­wöhn­li­che „Paa­run­gen“ auf die Bühne. Zwei Tage lang prä­sen­tier­ten und dis­ku­tier­ten aus­ge­wähl­te Duos aus Unter­neh­men und Design­stu­di­os ihre gemein­sa­men Denk- und Ent­wick­lungs­pro­zes­se. Im Fokus stand das rei­bungs­lo­se Zusam­men­spiel von Entre­pre­neur­ship und Krea­ti­vi­tät, das hand­fes­te Best-Prac­ti­ce-Bei­spie­le für den wirt­schaft­li­chen Erfolg liefert.

Von der Herz-Kreis­lauf-Koje bis zur Urin-Trenn­toi­let­te

Die heu­ri­gen Talks ver­deut­lich­ten, dass Design ganze Systeme ver­än­dert. Ein High­light ist die Zusam­men­ar­beit von GWID x Combyn Health Care: Indus­tri­al Desi­gner Georg Wanker über­setz­te die hoch­kom­ple­xe Medi­zin­tech­nik von Combyn Health Care in ein ein­la­den­des All­tags­ob­jekt. Der „Biocore Loop“ kom­bi­niert ein 12-Kanal-EKG mit einer Analyse der Kör­per­zu­sam­men­set­zung. Die schüt­zen­de Kapsel bietet Pri­vat­sphä­re und macht kli­ni­sche Dia­gnos­tik erst­mals für Laien zugäng­lich.

1/ Wie Social Design öko­lo­gi­sche Pro­ble­me elegant löst, zeigte die Paarung EOOS x LAUFEN. Gemein­sam mit dem Was­ser­for­schungs­in­sti­tut Eawag ent­wi­ckel­te das Design­stu­dio für LAUFEN die Urin-Trenn­toi­let­te „save!“. Das System trennt Urin passiv und macht Abwas­ser zur Res­sour­ce. Die Tech­no­lo­gie ist bereits im Head­quar­ter der Euro­pean Space Agency in Paris im Einsatz.

Hand­werk trifft auf Digi­ta­li­sie­rung

Dass Design tra­di­tio­nel­le Bran­chen revo­lu­tio­niert, beweist das Duo Johan­nes Scherr x Grüne Erde.
2/ Ihr Regal „Tonda“ wurde 2026 mit dem Staats­preis für Design aus­ge­zeich­net; es basiert auf einer inno­va­ti­ven, metall­frei­en Holz-Steck­ver­bin­dung.

Wie man die Haltung eines Archi­tek­tur­bü­ros digital erleb­bar macht, zeigt das Design­stu­dio Es beim Website-Relaunch für Alles­Wird­Gut über ein cle­ve­res, mehr­schich­ti­ges Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem.

Abge­run­det wurde das Pro­gramm durch 3/FiLAFiL! x Restau­rant Kapel­ler (maß­ge­schnei­der­te Tex­til­li­ni­en für die Spit­zen­gas­tro­no­mie), die Kam­pa­gne „Die Metz­le­rin“ x Wirt­schafts­kam­mer Vor­arl­berg (Gesicht für den Handel) sowie 4/Edelweiss Design x Serea Locks, die für die pewag Gruppe ein schlüs­sel­lo­ses Smart-Lock-System samt App-UX rea­li­sier­ten.

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