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Grazer Unter­neh­men SmaXtec inno­viert Gesund­heits­sys­tem für Milch­kü­he

Smart Farming im Fokus der Investoren: Das Grazer Agri-Tech-Unternehmen SmaXtec hat mit seinem profitablen und nachhaltigen Gesundheitssystem für Milchkühe den Sprung über den großen Teich gewagt.
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Smart Farming im Fokus der Inves­to­ren: Das Grazer Agri-Tech-Unter­neh­men SmaXtec hat mit seinem pro­fi­ta­blen und nach­hal­ti­gen Gesund­heits­sys­tem für Milch­kü­he den Sprung über den großen Teich gewagt. Busi­ness Angel Georg Zenker beglei­tet das starke Wachs­tum.

Im Jahr 2009 wurde SmaXtec als For­schungs­pro­jekt auf die Beine gestellt, heute ist das stei­ri­sche Unter­neh­men Welt­markt­füh­rer – und zwar in einem abso­lu­ten Spe­zi­al­feld, der intrarumi­na­len Messung von Tem­pe­ra­tur, Bewe­gung und pH-Wert. Man ver­zeich­net bereits mehr als fünf Mil­li­ar­den Kuh-Daten­punk­te welt­weit. Was sich dahin­ter ver­birgt? Smart Farming. Oder in anderen Worten: Bauern, die ihre Kühe besser ver­ste­hen.

Eine ver­schluck­te Mess­kap­sel, der Pan­senbo­lus, erhebt im Kuh­ma­gen nämlich per­ma­nent Daten zu Kör­per­tem­pe­ra­tur, Wie­der­kau­tä­tig­keit und Trink­ver­hal­ten. Diese Daten werden KI-gestützt einer Analyse unter­zo­gen und Infor­ma­tio­nen zu Gesund­heits­zu­stand, Brunstan­zei­chen oder Abkal­bungs­be­ginn sämt­li­cher Kühe im Stall früh­zei­tig auf das Smart­phone oder den PC der Bäue­rin­nen und Bauern gelie­fert. Das macht ein früh­zei­ti­ges Handeln im Falle einer Erkran­kung oder einer bevor­ste­hen­den Kalbung möglich. Die Vor­tei­le liegen auf der Hand: So lässt sich nicht nur die Gesund­heit der Herde ver­bes­sern, sondern auch eine sta­bi­le­re Milch­leis­tung errei­chen und der Einsatz von Anti­bio­ti­ka redu­zie­ren.

„Hinter jeder Meldung unseres Systems ver­birgt sich eine kleine Erfolgs­sto­ry – eine früh­zei­tig behan­del­te Infek­ti­on, eine gut vor­be­rei­te­te und kom­pli­ka­ti­ons­freie Abkal­bung oder ein anderes Problem, das durch SmaXtec früh­zei­tig erkannt und gelöst werden konnte, noch bevor schlim­me­re Folgen oder weitere Kosten ent­ste­hen“, sagt Stefan Rosen­kranz, Gründer und Geschäfts­füh­rer für Inno­va­ti­on und Tech­no­lo­gie bei SmaXtec.

Vom Start-up zum Scale-up

Größter Anteils­eig­ner des Unter­neh­mens ist eine Gesell­schaft rund um das Family Office von Kathrin und Georg Zenker. „Wir haben SmaXtec inten­siv beob­ach­tet, bevor wir 2018 anfangs mit einem kleinen Invest­ment ein­ge­stie­gen sind“, sagt der Busi­ness Angel, „dann haben wir schnell erkannt, dass die Tech­no­lo­gie und das Markt­po­ten­zi­al gewal­tig sind, dass es aber noch an Skills für den inter­na­tio­na­len Ver­trieb gefehlt hat.“ Damit der Über­gang von der Start-up-Phase in die Pro­fes­sio­na­li­sie­rung von Ver­trieb und Mar­ke­ting bewerk­stel­ligt werden konnte, galt es ver­än­der­te Unter­neh­mens­an­for­de­run­gen zu erfül­len und das SmaXtec-Team ent­spre­chend zu ergän­zen – mit Erfolg. „Ein wich­ti­ger Mei­len­stein war dabei der Ein­stieg des Geschäfts­füh­rers Stefan Scherer. Dieser konnte zuvor bereits ein stei­ri­sches Mess­tech­nik­un­ter­neh­men vom Start bis zum inter­na­tio­na­len Exit führen und bringt seine wert­vol­len Erfah­run­gen nun beim glo­ba­len Roll-out ein“, so Zenker.

Eine Viel­zahl an inter­na­tio­na­len Inves­to­ren wollte im Scale-up ein­stei­gen, um beim Wachs­tums­schritt in die USA dabei zu sein, berich­tet Zenker. Für den Markt­ein­tritt in einen der größten Milch­märk­te welt­weit konnte man schluss­end­lich Lorea, das Family Office von Chris­toph Swa­rov­ski – unter anderem Gesell­schaf­ter der Swa­rov­ski-Gruppe und Prä­si­dent der Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung Tirol – als Partner gewin­nen. „Die Berei­che Digi­ta­li­sie­rung, Agri-Tech und KI-gestütz­te Tech­no­lo­gien sind für uns von großem Inter­es­se. Nach­hal­ti­ge Milch­vieh­hal­tung bei gleich­zei­ti­ger Kos­ten­ein­spa­rung für Land­wir­te hat uns sofort begeis­tert. Daher beglei­ten wir gerne die Expan­si­on dieses inno­va­ti­ven Unter­neh­mens“, betont Swa­rov­ski. „Unsere Inten­ti­on war es, das starke Wachs­tum und die Expan­si­ons­be­stre­bun­gen finan­zie­ren zu können und mit neuen Inves­to­ren auch umfas­sen­de Manage­ment- und Netz­werk­qua­li­tä­ten in den Cab Table ein­zu­brin­gen“, betont Zenker. Auch schwe­di­sche und Schwei­zer Inves­to­ren sind nun an Bord, „wir können noch schnel­ler wachsen als ursprüng­lich geplant. Es ist ein Best-Prac­ti­ce-Bei­spiel, wie ein stei­ri­sches Unter­neh­men mit dem ent­spre­chen­den Setting in Bezug auf Tech­no­lo­gie, Manage­ment und Inves­to­ren nach harter Vor­ar­beit durch­star­ten kann“, so Zenker. Für die globale Expan­si­on mit Schwer­punkt US-Markt stehen fünf Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung.

Eine Million Kühe „under moni­to­ring“

Mitt­ler­wei­le sind bereits über 150.000 Kühe vom Moni­to­ring erfasst. Schon in zwei bis drei Jahren sollen in Summe eine Million Kühe gleich­zei­tig „under moni­to­ring“ stehen, „das ist ein rea­lis­ti­sches und bereits greif­ba­res Ziel“, sagt Stefan Scherer, Geschäfts­füh­rer für Stra­te­gie und Ver­trieb der sich selbst auch an smaXtec betei­ligt hat. „Zukünf­tig werden wir noch prä­zi­ser in der Lage sein, mittels KI die Viel­zahl an Daten zu ana­ly­sie­ren, zu lernen und daraus Emp­feh­lun­gen abzu­lei­ten.“ Das führt das Unter­neh­men in Dimen­sio­nen, in denen man von einem Unicorn spre­chen kann.

Der Grund­stein wurde übri­gens von den Grün­dern Stefan Rosen­kranz und Mario Fallast an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät in Graz gelegt, im Science Park fand man eine erste Heimat für das Unter­neh­men – es war eine bewuss­te Ent­schei­dung für die Region. „In der Stei­er­mark gibt es ein her­vor­ra­gen­des Umfeld und erst­klas­si­ge Unter­stüt­zung für inno­va­ti­ve Unter­neh­mens­grün­dun­gen. Wir als Inves­to­ren können das durch­aus bestä­ti­gen“, bekräf­tigt Zenker und ver­weist auf das Know-how an den Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len genauso wie auf die offi­zi­el­len För­de­run­gen, die es erlau­ben, die Markt­fä­hig­keit eines Pro­duk­tes zu testen. „Diese Vor­aus­set­zun­gen sind auch eine wesent­li­che Basis für Inves­to­ren und die Ent­schei­dungs­grund­la­ge dafür, ob es sich bloß um eine span­nen­de Tech­no­lo­gie oder auch um ein gutes Geschäfts­mo­dell handelt.“

Mehr Infor­ma­tio­nen:
www.smaxtec.com

Foto: SmaXtec-Füh­rungs­duo Stefan Scherer und Stefan Rosen­kranz, Inves­tor Georg Zenker und Wirt­schafts­lan­des­rä­tin Barbara Eib­in­ger-Miedl (v.l.), die das Unter­neh­men als erfolg­rei­che Sym­bio­se von Wirt­schaft und Wis­sen­schaft sieht.

Foto­credit: Foto Fischer

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