Die WKO Steiermark sieht im Aus des Großprojekts ein deutliches Warnsignal für den Wirtschafts- und Energiestandort Österreich.
Pumpspeicherkraftwerk Koralm nach 14 Jahren endgültig gescheitert
Fast anderthalb Jahrzehnte dauernde Gutachten, Prüfungen und Instanzenzüge haben das geplante Pumpspeicherkraftwerk Koralm begleitet. Nun steht fest: Das strategisch bedeutende Energieprojekt wird nicht umgesetzt.
Für die Wirtschaft ist die Entscheidung besonders bitter. Gerade in Zeiten eines steigenden Strombedarfs und eines raschen Ausbaus erneuerbarer Energien gewinnen leistungsfähige Energiespeicher zunehmend an Bedeutung.
960 Megawatt für Versorgungssicherheit und erneuerbare Energie
Das Kraftwerk hätte mit einer geplanten Leistung von 960 MW große Mengen elektrischer Energie speichern und bei Bedarf wieder bereitstellen können. Pumpspeicherkraftwerke spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Schwankungen bei Wind- und Solarstrom auszugleichen.
Ohne ausreichende Speicherkapazitäten wird es schwieriger, erneuerbare Energie zuverlässig dann verfügbar zu machen, wenn Haushalte und Unternehmen sie benötigen.
WKO Steiermark kritisiert lange Genehmigungsverfahren
Die WKO Steiermark bewertet insbesondere die lange Dauer des Genehmigungsverfahrens kritisch. Aus Sicht der Wirtschaft zeigt das Scheitern des Projekts, dass Österreich bei strategisch wichtigen Infrastruktur- und Energievorhaben schnellere, klarere und verlässlichere Entscheidungsprozesse benötigt.
Josef Herk: „Ein Alarmsignal für den Standort“
WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk sieht das endgültige Aus des Projekts als Warnsignal für die Energie- und Standortpolitik. Wenn ein strategisch wichtiges Energieprojekt nach 14 Jahren Verfahren nicht umgesetzt werden kann, stelle dies die Fähigkeit Österreichs infrage, die Energiewende rechtzeitig voranzutreiben.
Speichertechnologien seien entscheidend, um erneuerbaren Strom bedarfsgerecht verfügbar zu machen und gleichzeitig die Stabilität der Stromversorgung sicherzustellen.
Enttäuschung über das Aus des Energieprojekts in der Region
Auch in der Region Deutschlandsberg ist die Enttäuschung über das Scheitern des Pumpspeicherkraftwerks groß. Das Projekt hätte nicht nur energiewirtschaftliche Bedeutung gehabt, sondern auch Impulse für Wirtschaft, Beschäftigung und regionale Entwicklung setzen können.
Manfred Kainz: Bittere Entscheidung für die Region
Manfred Kainz, Obmann der WKO-Regionalstelle Deutschlandsberg, bezeichnet das endgültige Aus als bitter. Ein Projekt mit großer Bedeutung für Wirtschaft, Energieversorgung und Zukunftsentwicklung der Region sei nach jahrelangen Verfahren verhindert worden.
Energiewende braucht leistungsfähige Speicher
Der Ausbau erneuerbarer Energien stellt Österreich vor neue Herausforderungen. Solar- und Windkraft liefern Strom nicht jederzeit in der benötigten Menge. Energiespeicher können helfen, Erzeugung und Verbrauch zeitlich zu entkoppeln und dadurch die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Pumpspeicherkraftwerke als wichtige Säule der Energiewende
Pumpspeicherkraftwerke können überschüssige Energie aufnehmen und bei hoher Nachfrage wieder ins Stromnetz einspeisen. Damit gehören sie zu den wichtigen Technologien für ein zunehmend erneuerbares Energiesystem.
Das Scheitern des Projekts Koralm wirft daher auch die Frage auf, wie Österreich künftig den notwendigen Ausbau von Speicherinfrastruktur sicherstellen will.
WKO fordert schnellere Genehmigungen für Energieprojekte
Die WKO Steiermark fordert eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für zentrale Infrastruktur- und Energieprojekte. Beteiligung, umfassende Prüfungen und Rechtssicherheit seien unverzichtbare Bestandteile demokratischer Verfahren. Gleichzeitig müssten Projekte von übergeordnetem öffentlichem Interesse innerhalb eines klaren und planbaren Zeitrahmens entschieden werden.
Mehr Planungssicherheit für Österreichs Wirtschaftsstandort
Für die Wirtschaft sind verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend. Lange und schwer kalkulierbare Verfahren können Investitionen erschweren und dazu führen, dass strategisch wichtige Projekte nicht realisiert werden.
Das Beispiel des Pumpspeicherkraftwerks Koralm verdeutlicht aus Sicht der WKO Steiermark, dass Österreich seine Genehmigungsprozesse weiterentwickeln muss.
Das Aus der Koralm ist ein Weckruf
Das Scheitern des Pumpspeicherkraftwerks Koralm nach 14 Jahren Verfahren ist ein Rückschlag für die geplante Speicherinfrastruktur und die Energiewende. Die WKO Steiermark sieht darin einen dringenden Handlungsauftrag: Österreich brauche schnellere, transparentere und verlässlichere Verfahren für Projekte von strategischer Bedeutung.
Denn die Energiewende braucht nicht nur ambitionierte Ziele, sondern auch konkret umsetzbare Energie- und Infrastrukturprojekte. Ohne ausreichende Speicher und verlässliche Investitionsbedingungen bleiben Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele gleichermaßen unter Druck.





