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Großmotorenforschung zur Erreichung der Klimaziele

Laut aktuellen Prognosen wird der CO2-Ausstoß durch den wachsenden internationalen Frachtverkehr und den weltweit steigenden Energiebedarf bis 2050 vervierfacht. Umso rascher braucht es innovative Lösungen zur Emissionsreduktion.

In dem Zusammenhang spielt die Forschung des „Large Engine Competence Center“ LEC eine zentrale Rolle: Gemeinsam mit international agierenden Partnerunternehmen setzt das Zentrum von Weltruf als Vorreiter wichtige Innovationsimpulse zur Erreichung der globalen Klimaziele. Im JUST-Interview gibt LEC-Geschäftsführer Andreas Wimmer einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungstrends.

Gleich vorweg, für all jene, die mit Großmotoren nicht vertraut sind: Wofür braucht man diese?

Großmotoren spielen eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung und im Transportsektor. Im Wesentlichen handelt es sich um Motoren für die Strom- und Wärmeproduktion sowie Motoren für den Antrieb von Schiffen, Lokomotiven und Minenfahrzeugen. Die größten Motoren findet man im Marinebereich, sie weisen eine Leistung von über 80.000 Kilowatt auf, was in etwa der Leistung von 800 Pkws entspricht. Sie sind mehrere Stockwerke hoch, haben einen Kolbendurchmesser bis zu einem Meter und werden vor allem für den Antrieb von großen Containerschiffen eingesetzt.

Welche Entwicklungstrends kann man im Bereich Großmotoren beobachten?

Großmotoren werden auch in den nächsten Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung und im Transportsektor spielen. Je mehr Leistung gebraucht wird, desto weniger kann man auf sie verzichten. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir hier die Kraftstoffseite mitbetrachten. Der Trend geht eindeutig in Richtung alternative Antriebslösungen. Grüner Wasserstoff und E-Fuels haben in dem Zusammenhang großes Potenzial. Batterieelektrische Antriebe und Brennstoffzellenantriebe sind für diesen Bereich noch nicht ausgereift genug bzw. ausreichend leistungsfähig. Die rasche Entwicklung von emissionsfreien Lösungen ist extrem wichtig. Unser Ziel lautet „zero emissions – zero impact“. Der frühzeitige Austausch zwischen allen Akteuren spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle, wir haben dazu zwei Plattformen initiiert, LEgrip, erste weltweite Forschungsplattform und das „LEC Sustainable Shipping Technologies Forum.“

Das LEC versucht neue Maßstäbe für eine CO2-neutrale sichere Energiezukunft zu setzen. Wie soll das gelingen?

In einem zwei Millionen Euro schweren Innovations-Forschungsprojekt mit dem Verbund wollen wir die Basis schaffen, um Wasserstoff in entsprechenden Kapazitäten zu produzieren, bereitzustellen und hochflexibel rückzuverstromen. Wasserstoffbasierte Anwendungen können dadurch auch in industriellen Leistungsgrößen im Megawattbereich betrieben werden und so zu einem wesentlichen Faktor für grüne Energiegewinnung werden.

Wo liegen die aktuellen Herausforderungen im täglichen Betrieb?

Natürlich stellt die Corona-Pandemie auch uns vor große Herausforderungen. Wir können unsere Prüfstände nicht einfach abstellen, da die Daten aus den Experimenten die wesentliche Grundlage für unsere Forschungsarbeit liefern. Ich bin da besonders stolz auf mein Team, das extrem kreativ und lösungsorientiert mit der Situation umgeht. Mit unserer Forschung können wir effektiv zur Erreichung der Klimaziele beitragen, das ist eine enorme Chance für uns und den gesamten Wirtschaftsstandort.

Foto: Andreas Wimmer, CEO & CSO am LEC

Mehr Informationen:
www.lec.at

Fotocredit: Jorj Konstantinov

Entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit österreichischen Forschungsinstitutionen. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim JUST.