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Geldanlage in Krisenzeiten

Die Zeiten sind unruhig und viele beschäftigt die Frage, wie sich die aktuelle Lage auf die eigenen Investments auswirkt. Mag. Johannes Tratz, Veranlagungsexperte am Grazer Standort des österreichweit agierenden Beratungsunternehmen FINUM beantwortet die fünf meistgestellten Fragen der letzten Zeit.

1. Ist es ein guter Zeitpunkt für Anleger zu investieren?

An der Börse gilt das Sprichwort: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen!“ Hinter diesem Sprichwort steckt das Konzept des antizyklischen Investierens. Demnach sollten Sie dann Aktien kaufen, wenn Kurse sinken, und erst verkaufen, wenn die Stimmung an der Börse wieder besser ist und dementsprechend viele Anleger zu diesem Zeitpunkt kaufen. Da die Kurse aktuell niedrig sind, kann es sich lohnen, zu investieren. Schrecken Sie sich nicht, falls die Kurse noch weiter fallen, bevor sie wieder steigen – den Tiefpunkt zu erwischen, ist nicht möglich.

2. Soll ich Einmalbeträge jetzt einzahlen oder noch abwarten?

Investieren und nicht abwarten sollte grundsätzlich die Devise sein. Wichtig ist dabei aber etwas vorsichtiger einzusteigen und einen moderaten Aktienanteil zu wählen (~60 %).
Wenn die Aktienkurse um ~ 10 % sinken, kann auf 80 % erhöht werden. Sinken die Kurse weiter, sind 100 % Aktienanteil möglich.

3. Muss ich an meinen Sparplänen etwas ändern?

Ist Ihr Anlagehorizont länger als 5 Jahre, werden die jetzigen Kurseinbrüche wenig bis keinen Einfluss auf Ihr Endergebnis haben. Bei fallenden Kursen kaufen Sie monatlich sehr günstig ein und sollten keinesfalls den Sparplan beenden.

4. Wird die Inflation weiter steigen?

Der Höhepunkt ist erreicht, allerdings wird Ihr Geld auf dem Sparbuch in den nächsten zwei Jahren um ca. 10 % an Kaufkraft verlieren! Erst ab 2023/2024 ist mit einem deutlichen Inflationsrückgang zu rechnen.

5. In welche Fonds soll ich aktuell investieren?

Sollten Sie sich entschließen, die aktuell niedrigen Kurse zu nutzen, investieren Sie immer breit gestreut in gemanagte Fonds. In Krisenzeiten fallen Indexfonds/ETFs zu 100 % mit den Indizes mit, während aktive Fondsmanager die Möglichkeit haben, Verluste zu reduzieren. Vermeiden Sie, in Einzelaktien, Themenfonds (z.B. Rohstoffe) und Regionenfonds (z.B. China) zu investieren.

Fotocredit: Robert Frankl

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