Good Stories

Finanzielle Gesundenuntersuchung

Finanzielle Bildung in jungen Jahren ist nicht nur für das eigene Wohl, sondern die gesamte europäische Wirtschaft essenziell. Um die Staatengemeinschaft weiterhin zu einem lebendigen Kapitalmarkt umzugestalten, bedarf es an einem großflächigen Umdenkprozess. Ob eine Gesellschaft dazu fähig ist, sozial mobil zu sein, entscheidet sich am Grad der finanziellen Gesundheit der Individuen. Diese setzt sich wiederum aus den verschiedensten Faktoren zusammen.

Europäisches Forum Alpbach 2022

Das diesjährige “High Level Retreat on Financial Literacy” im Rahmen des Europäischen Forum Alpbachs 2022 (www.alpbach.org) thematisierte mögliche Lösungsansätze und Ursachen der in den westlichen Ländern fehlenden finanziellen Bildung. Eröffnet mit einer Rede von Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz (www.twitter.com/JosephEStiglitz), diskutierte die hochkarätige Expertenrunde im Rahmen des dreitägigen Symposiums mögliche Initiativen zur Lösung der Problematik:

  1. Finanzielle Gesundheitskontrollen: Während es üblich ist, sich regelmäßigen gesundheitlichen Routineuntersuchungen zu unterziehen, wäre der gleiche Ansatz auch für die finanzielle Gesundheit nötig. Ein gesunder Haushaltsplan, der Grad der Verschuldung, die Sparsituation und das Sparverhalten spielen eine große Rolle und könnten im Rahmen eines “Financial Health Check” untersucht werden, um in weiterer Folge auf fehlende, nicht erlernte Elemente der Finanzbildung einzugehen.
  2. Stärkung der 2. Pensionssäule: Was die Pensionsvorsorge betrifft, sind Betriebspensionen ein wesentliches Standbein für die finanzielle Unabhängigkeit im Alter. Dänemark, Niederlande und Großbritannien sind in diesem Bereich die Vorreiterländer und Österreich um einiges voraus: Nicht nur bekommen dort Bürger und Bürgerinnen in überdurchschnittlich vielen Situationen die Chance, sich an den Entscheidungen am Kapitalmarkt zu beteiligen, ebenso wird dadurch aktiv Finanzbildung betrieben.
  3. Eignungsprüfung für PolitikerInnen: Es ist enorm wichtig, dass Politiker und Politikerinnen ein Grundverständnis von Finanzen haben. Nur so können sie wirtschaftlich agieren. Hierfür könnte eine verpflichtende Eignungsprüfung zum finanziellen Verständnis dazu führen, dass in der Politik das Thema relevanter wird und in weiterer Folge auch wichtige Entscheidungen mit gesundem finanziellen Hausverstand getroffen werden.

Die Qual der Wahl

Ob nun in ETFs, Gold oder Aktien investiert werden soll, oder doch der klassische Bausparer die richtige Entscheidung ist, um im Pensionsalter finanziell unabhängig zu sein, darauf konzentriert sich David Mayer-Heinisch, Co-Gründer und CEO vom heimischen Start-Up Froots (www.froots.io), einem modernen, teil-automatisierten Anbieter von ETF-basierten Sparplänen. Er sieht die allgemeine Finanzbildung und das aktive Erlernen vom Geld-, Kapital- und Kreditmarkt als Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg.

Vom Sparen zum Investieren

Mit Froots (www.froots.io) versucht David Mayer-Heinisch den wichtigen Schritt vom Sparen zum Investieren zu thematisieren. „Wenn wir uns den aktuellen Stand der finanziellen Bildung ansehen, befinden wir uns in vielen europäischen Ländern in der Steinzeit. Jeder geht zum Arzt, um die Gesundheit zu überprüfen und Krankheiten vorzubeugen – aber niemand kümmert sich um die finanzielle Gesundheit. Diese ist aber eine Voraussetzung für soziale Mobilität, Unabhängigkeit und einen klugen Umgang mit Kapital. Was steht dem im Wege? Es ist definitiv die Ideologie, dass die Finanzmärkte schlecht sind.“, erklärt David Mayer-Heinisch.

Eine bessere finanzielle Bildung könnte außerdem noch größere Auswirkungen haben: Das investierte Geld könnte oder wird zu einem stärkeren Kapitalmarkt, zu mehr Finanzmitteln für Unternehmer und zu mehr Druck auf politische Entscheidungsträger führen, langfristig das Richtige zu tun. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns nicht ausschließlich auf den Staat verlassen, sondern uns selbst um unsere finanzielle Zukunft kümmern sollten. Leider ist gleichzeitig der Unterschied zwischen Finanzprodukten für Wohlhabende und solchen für Jedermann unnötig groß.“, wie Mayer-Heinisch das länderübergreifende Problem kommentiert.

www.alpbach.org

www.froots.io

www.twitter.com/JosephEStiglitz

Quelle: Froots (PR);

Bildcredit: Froots