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Biogel aus Holz hilft bei Dürreperioden

Lange Dürreperioden setzen der Landwirtschaft zu: Ein Spin-off der BOKU Wien und des Austrian Centre of Industrial Biology (acib) will das Problem entschärfen: Das gemeinsame Unternehmen Agrobiogel hat ein holzbasiertes Gel entwickelt, das ein Vielfaches seines Gewichts an Wasser speichern und es dann über lange Zeiträume weg an den Boden abgeben kann. Das Gel fällt in Bioraffinerien als Nebenprodukt an.

Das Gel hat nach drei Jahren noch eine Wasseraufnahmefähigkeit von fast 90 Prozent. Nach rund 20 Jahren zerfällt das holzbasierte Granulat zu Humus und verbessert dann die Fruchtbarkeit der Böden. Da vier Fünftel der Bauern weltweit auf regenwassergespeiste Landwirtschaft setzen, könnte die Technologie zukünftig außerdem den Verbrauch von Wasser um 40 Prozent wie auch den Einsatz von Dünger und Pestiziden maßgeblich reduzieren.

Die Idee zu Agrobiogel ist aus der Forschungstätigkeit von Gibson Nyanhongo der BOKU Wien entstanden, er ist CEO des neu gegründeten Unternehmens. Das acib trug als enger Projektpartner von Agrobiogel dazu bei, die Entwicklung von Agrobiogel vom Labor zu einem Spin-off-Unternehmen zu beschleunigen und stellte als Miterfinder der Technologie wichtige Forschungsansätze bereit, etwa was die Auswirkungen von Agrobiogel u.a. auf mikrobielle Systeme im Boden betrifft. Auf den Markt ist das Biogel für die Landwirtschaft seit dem Sommer.

Kontakt:
www.acib.at

Foto: Keith Nyanhongo

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