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Pop, Gesicht, Kunst

Tina Turner, Marilyn Monroe, Catherine Deneuve, Romy Schneider & Co – die Pop-Art-Arbeiten des österreichischen Künstlers und Kunst-Selbstvermarkters Andreas Reimann.

Bis zum See hinunter reicht der Blick aus Andreas Reimanns Atelier, einer von Materialien und Werken beseelten Halle am Rande eines Gewerbegebietes
in Neusiedl. Hier hat sich der Wiener Künstler vor ein paar Jahren ein ländlicheres Arbeitsrefugium eingerichtet. Seine dreijährige Tochter leistet ihm gerne Gesellschaft, manchmal melden sich Interessenten und Käufer, um sich ein Bild von seiner Kunst zu machen oder nach neuen Werken Ausschau zu halten. Musik liegt in der Luft. Auch da habe er nicht aufgehört, sich für Neues zu interessieren, spielt er auf eine jüngst in Umlauf gekommene Studie an, die darlegt, dass Menschen durchschnittlich mit 30 Jahren aufhören würden, sich für neue musikalische Entwicklungen zu interessieren. Reimann ist 53.

Ein bisschen mit Jazz vergleicht er seine aktuelle Art zu malen, wobei er streng genommen nicht malt, sondern mit dem Siebdruckverfahren arbeitet. Landschaften würden ihn zurzeit interessieren. Und immer häufiger schlage er auch den Weg zur Abstraktion ein. „Es ist Arbeit“, erklärt Andreas Reimann seine Herangehensweise, harte, bisweilen zähe künstlerische Arbeit. Kein genialisches Hinwerfen aus einem Guss, sondern Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, Verfolgen von Vorstellungen, Visionen, Verwerfen von vermeintlichen Fortschritten, die sich als Irrwege oder Sackgassen erwiesen hätten. Ausdauer und Beharrlichkeit seien vonnöten in der Auseinandersetzung mit Motiven, Bezügen, Assoziationen, formalen Ideen, Schicht für Schicht. Wochen-, ja, monatelang könne dieser künstlerische Prozess in Anspruch nehmen, gearbeitet werde meistens an mehreren Werken.

„Ich wundere mich manchmal: Da stehen Besucher vor einem Bild, an dem ich noch arbeite, und fragen: ,Was willst du da eigentlich noch verbessern?‘ Doch für mich ist es noch lange nicht fertig, ich drehe womöglich noch das halbe Bild um, baue ganze Schichten neu auf – ein langer Prozess noch, bis ich bereit bin, es aus der Hand zu geben.“ Ein Prozess, der per se nicht hauptsächlich mit dem Wort „Spaß“ zu charakterisieren, jedenfalls jedoch aus Leidenschaft und Liebe gespeist sei – Liebe zum Detail etwa. Und am Ende stelle sich dann doch ein Gefühl der Zufriedenheit, der Freude, vielleicht sogar des Stolzes über das Erreichte ein.

SCHLÜSSELERLEBNIS
Wie damals, Mitte der 1980er, als Reimann, noch ganz frisch im „Geschäft“, erlebte, wie die Pop-Ikone Tina Turner, damals auf dem Höhepunkt ihrer Ausstrahlung, bei einem Konzert in Columbia, South Carolina, sein Bild, das er von ihr gemalt hatte und ihr nun aus dem Zuschauerraum entgegenhielt, ergriff und auf offener Bühne emporstreckte, um es Tausenden Fans zu präsentieren. Ein Schlüsselerlebnis, das ihn dazu bewog, sich von nun an ganz seiner künstlerischen Laufbahn zu widmen. Fünf Jahre hatte Reimann, der über familiäre Bezüge schon als Jugendlicher Jahr für Jahr Teile der Ferien in den USA verbracht hatte, auf Hilton Head Island, South Carolina, bei Savannah gelebt und neben seiner Tätigkeit als Kellner in Bars und feinen Restaurants bereits seine von Kindesbeinen an präsente bildnerische Leidenschaft kultiviert und sich bald über erste Verkäufe und Aufträge gefreut. In den USA seien die Leute dann sehr rasch auf ihn zugekommen.

In Österreich, wohin er nach einer Einladung, seine Werke bei einer Ausstellung zu präsentieren, nach fünf US-Jahren zurückgekehrt war, habe sich die Sache, ursprünglich zu seiner Ernüchterung, anders dargestellt. Besonders Galerien hätten ihm die kalte Schulter gezeigt. Entmutigen lassen habe er sich jedoch nicht, sondern ganz im Gegenteil die Vermarktung seiner Arbeiten selbst in die Hand genommen. Dem Prinzip der künstlerischen Selbstvermarktung (die ihm individuelle künstlerische Freiheit durch Unabhängigkeit von Galerien garantiere) ist er bis heute treu geblieben. So stellt Reimann seine Werke in einem Showroom in der Praterstraße 9 im mittlerweile hippen Bereich des 2. Bezirks aus und zählt auch zu den Protagonisten des Edel-Interior-Design-Schauraums „Formdepot“ in der Abelegasse 10 im 16. Bezirk.

RENOMMEE MIT ROMY
Einen Namen machte sich Reimann vor allem mit seinen Pop-Art-Arbeiten, vergleichbar am ehesten mit jenen Robert Rauschenbergs. Grundlage dieser vielschichtigen und facettenreichen Werke, die auf ganz unterschiedlichen symbolischen Ebenen wirken, sind Porträts von Ikonen der Populärkultur. Für Reimanns österreichisches Renommee zuvorderst verantwortlich ist seine Auseinandersetzung mit dem Gesicht der so früh wie tragisch verglühten Romy Schneider. Dabei gehe es ihm weniger um eine künstlerische Aufarbeitung der Biografie der Schauspielikone. Reimann arbeitet sich mehr am Mythos ab, am Gesicht; und an dem, was auf dieses Gesicht projiziert wird. „Es ist ja interessant“, schildert er Reaktionen von Betrachtern, „dass junge Menschen, die sich von diesen Romy-Bildern begeistern lassen, oft nicht einmal mehr wissen, wer darauf zu sehen ist. Ich wurde schon gefragt, ob das vielleicht Kate Moss sei.“

Zahlreiche weitere Stars – von Marilyn Monroe über Catherine Deneuve bis zu Elton John – erlagen nolens, volens dem künstlerischen Charme Reimanns. Doch auch hier versiegt seine Neugier nicht: Nicht nur, dass er auf die Gesichter mehr und mehr verzichtet, um sich Landschaften und abstrakten Strukturen zu widmen, entdeckt er für sich auch neue Gesichter: Hedy Lamarr etwa, aus Wien stammende 40er-Jahre-Hollywood-Diva, zudem Erfinderin, vielschichtig, Maria Theresia, Habsburgerregentin – oder heute kaum mehr bekannte Stars der Wiener Unterhaltungsszene des 19. Jahrhunderts.

Auch in den USA, in Deutschland, der Schweiz und in Liechtenstein sind Reimanns Bilder höchst gefragt, in diesen Märkten wird der Künstler auch von Galerien vertreten. Ab rund 5000 Euro sind Unikate zu haben. Eine seiner bedeutendsten Referenzen ist das legendäre Hotel Savoy in der deutschen Medienmetropole Köln. Über 20 Jahre währt seine Arbeit hier nun bereits. Mehrere Etagen, das Boarding-House sowie Bar und Loungebereich hat er hier ausgestattet, in Wien ca. 40 Zimmer des Hotels „Der Wilhelmshof.“ Es gibt noch viel zu tun. Reimann Leidenschaft ist ungebrochen, er freue sich auf neue Herausforderungen und „tolle Aufträge.

www.andreas-reimann.com

Fotocredit: Andreas Reimann, Sabine Pata

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